Der Langstreckenbomber Tu-160. Bild: Russisches Verteidigungsministerium

Offenbar plant Russland die Stationierung von Tu-160-Langstreckenbombern in Venezuela, um so eine mögliche US-Invasion in das südamerikanische Land zu verhindern.

Von Marco Maier

US-Verteidigungsbeamte warnten davor, dass Russland sich in dieser Woche in Fortsetzung der geplanten Stationierung für den Einsatz nuklearfähiger Tu-160-Blackjack-Bomber nach Venezuela bereit mache. Dies wird jedoch von den Pentagon-Führern als Provokation empfunden, da beide Länder unter Sanktionen des US-Regimes stehen und als „Schurken“ gelten.

Präsident Nicolas Maduro, der mit einer der schlimmsten politischen und wirtschaftlichen Krisen Venezuelas seit Jahrzehnten beschäftigt ist, ist in zunehmendem Maße von Russland abhängig, nachdem er letzte Woche Moskau besuchte und mit Putin einen geschätzten 6-Milliarden-Dollar-Vertrag abgeschlossen hat. Dieser betrifft den Öl- und Bergbausektor, sowie eine militärische Modernisierungshilfe.

Maduro bei Putin in Moskau. Bild: kremlin.ru

Die US-amerikanischen Verteidigungsbeamten hatten Details zu dem geplanten Flug an „The Washington Free Beacon“ übermittelt, den siebten derartigen Trainingsflug, an dem Blackjack-Bomber beteiligt waren, in nur drei Monaten. Und am Montag bestätigten die russischen „Sputnik News“, dass die Trainingsflüge gestartet wurden, und stellten fest, dass zwei russische strategische Bomber Tu-160, die von einem militärischen An-124-Militärtransportflugzeug und einem IL-62-Flugzeug begleitet wurden. Diese landeten auf dem Simon Bolivar International Airport in der venezolanischen Hauptstadt Caracas, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte.

Unmittelbar vor den Flügen am Montag beschrieben US-Verteidigungsbeamte, dass sich die Serie von Trainingsübungen auf routinemäßige Flugmanöver wie das Auftanken mit großer Reichweite konzentriert. Sie schilderten jedoch weiter, dass das Training in Venezuela als „provokative“ und „ungewöhnliche“ Aktion gilt, die nach anderen Flügen in den vergangenen Monaten „eindeutig auf uns abzielt“. Wenn man bedenkt, wie hasserfüllt und provokativ die US-amerikanische Rhetorik gegenüber Russland in all den letzten Jahren war und wie die Amerikaner immer wieder versuchen, die Russen herauszufordern, eine seltsame Feststellung der Amerikaner.

Im März kündigte der stellvertretende russische Verteidigungsminister Juri Borisow Pläne für die Aufrüstung der Tu-160 an, die unter anderem Atomraketen vom Typ KH-55 enthalten. Er sagte damals: „Wir werden … eine tiefgreifende Modernisierung der derzeit im Einsatz befindlichen Flugzeuge durchführen, wenn nur der Rumpf übrig bleibt, während die gesamte Avionikausrüstung und die Triebwerke ersetzt werden.“

Borisow kündigte auch Pläne für eine deutlich erhöhte Reichweite bei den Raketen an: „Man kann nicht einmal die mit den Raketen X-55, X-555 und X-101 ausgestatteten Tu-160-Flugzeuge und ein Flugzeug vergleichen, das wir hoffentlich bis 2030 mit neuen Luftwaffen ausgerüstet haben, die eine völlig andere effektive Entfernung hätten“, sagte er damals.

Russland und Venezuela üben den Schulterschluss, da beide Länder seit Jahren von den USA erpresst und bedroht werden. Angesichts dessen, dass Washington Mittel- und Südamerika als den eigenen „Hinterhof“ betrachtet, in dem ein ausländischer Einfluss als unerwünscht gilt, kann man sich vorstellen, wie sehr die mögliche Stationierung russischer Langstreckenbomber in Venezuela bei den US-Eliten Unmut auslöst. Und wenn man bedenkt, dass US-Präsident Donald Trump bereits mehrfach eine US-Militärinvasion in das südamerikanische Land ins Spiel brachte, kann man sich umso mehr vorstellen, warum der US-Führung dies nicht passt.

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