Rettung von 475 Migranten im Mittelmeer am 1. Juli 2016.

Angesichts der fehlenden Einigung über die Aufnahme und Verteilung von Asylbewerbern in der EU drohte der Marinemission Sophia das Aus. Nun kommt eine Verlängerung.

Von Michael Steiner

Eigentlich wäre die EU-Marinemission Sophia zur „Rettung“ und Übernahme von Migranten im Mittelmeer in diesem Jahr ausgelaufen. Doch die EU-Staaten haben sich offenbar darauf verständigt, die Mission um drei Monate zu verlängern und in dieser Zeit eine dauerhafte Lösung zu suchen, wie die Funke-Zeitungen berichten.

Eine Rats-Arbeitsgruppe gab dem Bericht zufolge am Montag grünes Licht, zuvor hatten die Sicherheits-Botschafter der EU-Staaten im sogenannten „Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee“ (PSK) der Verlängerung zugestimmt. Die Einigung war möglich geworden, nachdem die italienische Regierung ihren Widerstand gegen eine Verlängerung nach den bisherigen Einsatz-Regeln aufgegeben hatte. Italien will nicht mehr wie bisher alle Migranten aufnehmen, die von Marineschiffen der Mission im Mittelmeer geborgen werden, sondern einen festen Verteilungsschlüssel für alle EU-Staaten.

Rom beharrt zwar weiter auf einer Änderung der Regeln, machte aber mit der Zustimmung in den EU-Gremien zur Einsatz-Verlängerung den Weg für weitere Verhandlungen frei. Die Frage ist allerdings, ob sich angesichts des massiven Widerstands von Ländern wie Ungarn und Polen in dieser kurzen Zeit überhaupt eine Lösung findet.

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