Der französische Präsident, Emannuel Macron – Bild: Flickr / French Embassy in the U.S. CC BY-NC 2.0

Emmanuel Macron wurde nur deshalb Präsident, weil viele Franzosen Marine Le Pen an der Staatsspitze verhindern wollten. Sein Programm war nebensächlich. Doch das interessiert ihn nicht.

Von Marco Maier

Die landesweiten Proteste gegen Macrons Steuer- und Wirtschaftspolitik haben den Präsidenten nun dazu gebracht, den Forderungen der „Gelbwesten“ zumindest ein wenig entgegenzukommen. Ob nun Spritsteuer, Mindestlohn oder eben Entlastungen für die Rentner – Macron wirft den Franzosen nun ein paar Brocken hin, die sie fressen sollen. Doch der frühere Rothschild-Banker hat ein gravierenderes Problem: fehlenden Rückhalt.

Schon bei den Präsidentschaftswahlen war klar, dass er von großen Teilen der Bevölkerung nur widerwillig gewählt wurde, weil sie Marine Le Pen als Präsidentin verhindern wollten. Und der Erdrutschsieg von Macrons Bewegung „En Marche“ bei den Parlamentswahlen ist zu nicht unerheblichen Teilen auch dem französischen Wahlsystem geschuldet. Viele der Kandidaten gelangten nur deshalb in die Nationalversammlung, weil Kandidaten anderer Parteien verhindert werden sollten.

Doch die Franzosen sind ein wehrhaftes Volk, das zu umfangreichen Protesten neigt, wenn es sich von der Politik verarscht fühlt. Das mussten auch schon seine Vorgänger immer wieder feststellen – und ebenso immer öfter er selbst. Die Proteste der „Gelben Westen“ sind nur ein Ausdruck dieses Unmuts über die Art und Weise, wie Macron versucht das Land zu „reformieren“.

Macron selbst ignoriert die fehlende Zustimmung im Volk allerdings weitestgehend. Er konzentriert sich lieber auf die Europäische Union, wo er in den Kreisen des politischen Establishments immer wieder als „Reformator“ gefeiert wird und dabei auch die Auflösung der Nationalstaaten (gegen den Willen seines eigenen Volkes) in einen EU-Superstaat vorantreibt.

Innenpolitisch versagt er auf ganzer Linie und trotzdem feiert man ihn auf europäischer Ebene. Bei den Eliten hofiert doch beim Volk zunehmend verachtet – das sorgt bei ihm für eine eitle Abgehobenheit, die für nicht wenige Vertreter des Politestablishments charakteristisch ist. Nur sind die Franzosen eher dafür bekannt, Köpfe ihrer Herrscher rollen zu lassen als die Deutschen.

1 KOMMENTAR

  1. Wo sind denn deutsche Herrscherköpfe gerollt, ausgelöst durch das Volk? Die Deutschen als solche wurden doch stets verraten und verkauft durch ihre Obrigkeit, dies betrifft insbesondere die letzten 500 Jahre, davor waren sie ja teils noch wehrhaft von innen heraus, aber was danach kam, waren nur noch zaghafte und zum Teil regionale Aufmüpfigkeiten, die immer zugunsten der Herrschenden entschieden wurden und die waren sogar noch so frech und haben ihre eigenen Landsleute als Söldner für andere Mächte gegen Geld, Landgewinn oder Titel verschachert und das wurde immer gepflegt und erreichte im Preußentum seinen Höhepunkt und in dieser Lage befinden wir uns im Prinzip heute noch, denn auch jetzt werden wir erneut verschachert und das Volk schweigt und das ist doch abartig und entbehrt jeder Logik.

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