In Deutschland gibt es einen Mangel an Lkw-Fahrern. Die Spediteure klagen darüber, doch wer die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung kennt, wundert sich nicht darüber.

Von Marco Maier

Die deutschen Spediteure beklagen sich über einen eklatanten Mangel an Lkw-Fahrern, während die Nachfrage aufgrund verschiedener Ursachen immer weiter steigt. Acht von zehn Transportunternehmen sehen laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) im Fachkräftemangel bereits ein Risiko für ihre Geschäftsentwicklung.

Laut dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ setzen immer mehr Unternehmen auf Just-in-Time-Produktion und der schlechte Zustand der Straßen samt Stau-Situationen verschärft die Lage zusätzlich. Die Wirtschaft ist besorgt. „Dank der derzeit noch guten konjunkturellen Lage sind die Auftragsbücher prall gefüllt und die Logistikunternehmen haben alle Hände voll zu tun. Gleichzeitig verschärft sich jedoch der Mangel an Lkw-Fahrern“, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks den Zeitungen.

Wegen des Fahrermangels werde es für die Verkehrswirtschaft immer schwerer, der hohen Nachfrage gerecht zu werden, so Dercks weiter. „Dem Weihnachtsmann gehen zunehmend die Helfer aus. Das führt nicht nur zu Tränen unter dem Weihnachtsbaum, sondern trifft auch viele Bereiche der Wirtschaft hart, wenn durch verspätete Sendungen die Produktion stockt oder Regale nicht aufgefüllt werden können“, sagte der Wirtschaftsvertreter und warnte: „Insgesamt drohen die Engpässe in der Verkehrswirtschaft zu einem Flaschenhals für die Konjunktur zu werden.“

Loading...

Was Dercks nicht anspricht, sind die Arbeitsbedingungen der Lkw-Fahrer und die oftmals lausige Bezahlung für den Job. Wie so oft, wenn man vom „Fachkräftemangel“ spricht, geht es nur um die Sichtweise der Unternehmen. Jene der Mitarbeiter zählt nicht viel. Denn wenn es nach den Unternehmen geht, sollen die gewünschten Fachkräfte möglichst billig sein. Dass man so natürlich kaum jemanden findet, versteht sich von selbst. Hier liegt es an den Arbeitgebern, möglichst attraktive Angebote zu machen und sich aktiv um qualitativ hochwertiges Personal zu kümmern. Qualität hat ihren Preis – nicht nur bei Gütern und Dienstleistungen für die Kunden, auch bei den Mitarbeitern für die Unternehmen.

Loading...

6 KOMMENTARE

  1. „Wie so oft, wenn man vom „Fachkräftemangel“ spricht, geht es nur um die Sichtweise der Unternehmen. Jene der Mitarbeiter zählt nicht viel.“

    Klar. Um Erfolge bei geringen Kopfschmerzen einzufahren
    bedarf es einer Symbiose zwischen Fernfahrer und dem Transporteur über das Gehalt hinaus. Wenn man sich für Fahrer ohne Background entscheidt (die seien billiger), so ist die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
    Sowas ist für mich kein Unternehmer. Er soll in die Binsen gehen.

    Ein Unternehmer, der sich Arbeitgeber nennen darf, der weiß von vorne herein, worauf es bei Fahrern ankommt und welche verborgenen Qualitäten sie mitbringen müssen.
    Wer von den Bewerbern die Qualitäten hat, und um frisch gebackene, gesunde Leute zu motivieren, als Nachwuchs einzusteigen, dem muß eben auch ein entsprechender schmackhafter Lohn einher gehen.
    Er erspart der Firma Ärger, der Fahrer schaut auf „sein“ Vheikel gleich seiner Braut, pflegt es und gibt sich selbst verantwortlich.

    Nun, wenn Unternehmer für Gloalisierung warm wurden, dann sollen sie nun auch die knallharte Auseinandersetzung tragen. Jeden Tag rund um die Uhr sich mit „Idioten“ abzuplagen, die all dies sich niemals aneignen werden, was gute Fahrer bereits mit bringen.
    Ist unsere Kultur erst einmal durchmischt, gibt es zein Zurück mehr in eine „Normalo“.

    Ähnlich wird es in zigtausenden anderen Sparten auch verlaufen.
    Europa sackt ab.

    • Keine Verallgemeinerung bitte. Differenzieren!
      Geld macht Musik. Auf allen Ebenen, in allen Bereichen. Oder wofür springen Sie morgens aus dem Bette?
      Fast jeder läßt sich für Geld kaufen.
      Hat uns ja auch das Establishment der Gegenwart vor gelebt, allerdings auf infamen Wegen.

      Dabei ist das Gehalt eines LKW Fahrers auch im besten Falle noch weit entfernt vom Mindestlohn eines
      Brüsseler EU Bürokraten, der nicht mal einen Bruchteil an Verantwortung/Haftung übernimmt.
      Was bringt der eine, was der andere täglich auf die Reihe?

  2. Das Gejammere der Arbeitgeber ist wie „Ich möchte einen BMW aber nur soviel bezahlen wie für einen VW. Die brauchen sich nicht zu wundern warum man nichts bekommt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here