Linke: Riexinger wünscht sich “Gelbwesten”auch für Deutschland

Der Covorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, wirbt auch in Deutschland für anhaltende Demonstrationen nach dem Vorbild der französischen “Gelbwesten”.

Von Redaktion

“Ich bin sehr dafür, dass hier Protest gegen die Politik der großen Koalition organisiert wird” sagte er der “Stuttgarter Zeitung” und den “Stuttgarter Nachrichten”. “Die Bevölkerung bei uns ist geduldiger, da dauert es länger, bis es vom Kopf in die Füße geht.” Aber er sei überzeugt davon: “Auch bei uns will die Mehrheit der Menschen an den sozialen Verhältnissen etwas ändern.” Große Proteste seien möglich.

“Am ehesten sehe ich das gerade beim Widerstand gegen die Wohnungspolitik: Da kommt gerade eine breite Mieterbewegung in Gang”, sagte Riexinger. “Wir machen dazu eine Kampagne, und ich bin überzeugt davon: am Ende werden in Berlin mehr als 100 000 Menschen auf der Straße stehen.” Und ähnlich wie Präsident Emmanuel Macron ließe sich auch die große Koalition in Bedrängnis bringen. “Wenn es nicht bei einer Demonstrationen bleibt, sondern der Protest sich verstetigt und wellenförmig bewegt, dann ist diese nicht mehr besonders starke Bundesregierung durchaus unter Druck zu setzen.”

Allerdings ließen sich die Methoden der “Gelbwesten”, die nicht von Organisationen dominiert würden, “nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragen”. Spontaner Protest sei gut. “Es ist es aber wichtig, dass politische Verbände, Gewerkschaften oder Parteien die Proteste stärken.” Zugleich setzte sich Riexinger von der “Aufstehen”-Bewegung der Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht ab: “Die Gelbwesten sind ja keine Internetgründung, sondern haben vielerorts zum Protest aufgerufen und ihn dann massiv auf die Straße getragen”, sagte der Covorsitzende. Manchmal genüge ein symbolischer Akt, wenn Unzufriedenheit da sei. Dann entstehe Bewegung auf der Straße – “während die Mobilisierung von ,Aufstehen’ auf der Straße ja kaum vorhanden ist”.

Riexinger rief auch dazu auf, “den Rechten auf keinen Fall den sozialen Protest zu überlassen”. Die Rechten wollten keine Lösungen für die sozialen Fragen. Sie benutzten diese nur für ihre Sündenbocktheorien und Ideologien. Das sehe man auch im Bundestag, wo die AfD gegen alle sozialen Verbesserungen sei.

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3 Kommentare

  1. Die Angst vor Sahra Wagenknecht sitzt tief. Erst distanzierte Bernd Riexinger sich von den “Gelbwesten”, jetzt findet er sie gut, nachdem er weiß, dass die Linken mehrheitlich mit ihnen sympathisieren.
    Was ist schlecht daran, wenn zur Zeit in der Bewegung AUFSTEHEN erst über Inhalte und Ziele und Methoden diskutiert wird. Ob was Vernünftiges draus wird, muss man abwarten oder mitgestalten. Etwa 11000 Linke, 5000 Sozialdemokraten, 1000 Grüne, sogar rund 100 AFD- Mitglieder und vor allem weit über 100000 Parteilose sind kein schlechter Anfang.

  2. Gelbwesten ja, aber bitte unpolitisch, denn hier geht es um persönliche Bedürfnisse und das Anprangern einer falschen Politik, wo die Bürger darunter zum Teil leiden müssen und niemand muß aufgefordert werden zu demonstrieren, das kommt von ganz alleine, wenn der Leidensdruck zu groß wird, aber davon sind wir hierzulande noch weit davon entfernt, denn von Not kann hier niemand sprechen, die kommt erst, wenn die Wirtschaft zusammenbricht und Rentenzahlungen und Sozialleistungen eingestellt werden und Millionen auf der Straße stehen, vorher passiert hier garnichts und es ist eine Ilusssion daran zu glauben, daß die Gehbehinderten mit ihrem Potenzersatz SUV zur Revolution fahren, das kommt erst, wenn man ihnen alles nimmt, aber das kann noch dauern.

  3. Deutschland wird von den Volksverrätern verwaltet. Diese Volkshasser werden irgendwann die Preise oder Steuern erhöhen. Ziehen wir uns dann meinethalben Kartoffelsäcke an und stürzen diese vom Volk gehaßte Regierung.

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