Ministerpräsident in NRW, Armin Laschet - Bild: Flickr / KASonline CC BY 2.0

Weil die CDU viele Wähler an die Grünen verloren habe, soll ein entsprechender Kurs diese wieder zurückholen. Die Union soll grüner werden. Er drängt die Partei, weiter auf Merkel-Kurs zu bleiben.

Von Michael Steiner

CDU-Vize Armin Laschet ist nicht glücklich darüber, dass viele Unionswähler zu den Grünen übergelaufen sind, weil sie mit der Arbeit der GroKo nicht zufrieden zu sein scheinen. Er fordert seine Partei gegenüber den Funke-Zeitungen zum Kampf um die abgewanderten Wähler auf.

„Man sollte die Grünen wieder mehr in ihrer Widersprüchlichkeit stellen – und nicht an wohlfühligen Auftritten der Vorsitzenden.“ Laschet wies die Forderung der Grünen zurück, die Hartz-IV-Reformen zurückzunehmen. „Die Reformen von Gerhard Schröder haben Millionen Menschen die Chance gegeben, wieder mit eigener Hände Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen und raus aus den Sozialsystemen zu kommen“, sagte er. „Dass SPD und Grüne das nicht offensiv vertreten, erschließt sich mir nicht.“

Zugleich widersprach Laschet der Einschätzung des Kandidaten für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, die Union habe den Aufstieg der AfD nicht ernst genug genommen. „Wir, auch ich persönlich, haben uns immer bemüht, die AfD in der direkten Auseinandersetzung zu entlarven“, sagte er. „Die AfD radikalisiert sich immer mehr. Dass sich eine Partei von ihrer gesamten Jugendorganisation distanziert und diese auflöst, ist ein beispielloser Vorgang. Das lässt ahnen, welche verfassungsfeindlichen Aktivitäten in den Reihen der AfD stattfinden. Dies müssen wir deutlich machen und vor den Gefahren warnen.“

Er warnt den nächsten Parteichef – wahrscheinlich Friedrich Merz, wie es eine Umfrage unter den CDU-Delegierten zeigt – davor, den Merkel-Kurs zu verlassen, den er in seiner Realitätsverweigerung tatsächlich als „Kurs der Mitte“ bezeichnet. Dieser sei für die CDU und für Deutschland erfolgreich gewesen, behauptet er. „Daran wird jeder neue Parteichef sich zu orientieren haben. Neue Impulse setzen wir im neuen Grundsatzprogramm, das wir 2020 beschließen wollen, und dem dann folgenden Wahlprogramm für 2021“, so Laschet weiter.

2 KOMMENTARE

  1. Klar erkennbare „Realitätsverweigerung“ bei diesem devoten „Merkel-Versteher“. Wenn Merkels Kurs für Deutschland bislang „erfolgreich“ war (Aussage Laschet), versuche ich mir besser nicht vorzustellen, was nach dessem Verständnis erfolglose Politik bedeutet.

    Dieser abgehobenen, dem eigenen Volk mit Arroganz und Ignoranz begegnenden Politkaste , muss endlich einmal deutlich gemacht werden, das der überwiegende Teil der Bevölkerung eben nicht der Meinung ist, dass M.’s Politik „für Deutschland erfolgreich“ ist. Nur fehlt bei den meisten Menschen im Lande etwas wie Zivilcourage, der Mut, sich auf seine Rechte zu besinnen , die Mitarbeit im und am System M. zu verweigern UND Widerstand zu leisten.

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