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Angesichts der anhaltenden Differenzen zwischen Washington und Peking haben die chinesischen Raffinerien den Kauf von US-Erdöl eingestellt.

Von Marco Maier

Nachdem die chinesischen Raffinerien in den vergangenen Jahren auch verstärkt Erdöl aus den USA importierten, haben sie ihre Käufe angesichts der anhaltenden Spannungen zwischen Washington und Peking mittlerweile auf Null reduziert. Stattdessen beziehen sie das „schwarze Gold“ lieber von Russland und dem Iran, was die Amerikaner noch weiter auf die Palme bringt.

Laut Reuters wurde die chinesische Nachfrage nach US-Rohöl durch politische Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Handelskrieg und direkter durch relativ hohe Transportkosten gedämpft. Dies bedeutet, dass das Öl der USA trotz des Waffenstillstands und der künftigen positiven Entwicklungen in den bilateralen Handelsgesprächen noch zu einem wichtigen Element des importierten Rohölmix Chinas werden muss. Immerhin wollen die USA das Handelsbilanzdefizit mit China deutlich reduzieren, wozu der Ölexport beitragen würde.

Die US-Rohölexporte erreichten im Oktober 2017 einen Höchststand von 23,95 Millionen Barrel. Dies geht aus Daten der Energy Information Administration hervor. Seitdem sanken sie jedoch und erreichten im September dieses Jahres 2,17 Millionen Barrel, bevor chinesische Raffinerien im Oktober den Kauf von US-Rohöl vollständig eingestellt hatte.

Im Gegensatz dazu erreichte Chinas Gesamtölimporte im Oktober 40,80 Millionen Tonnen. Laut Zollangaben aus Peking war dies die höchste monatliche Ölimportmenge, die verzeichnet wurde. Der Anstieg kam trotz gesunkener Raffineriemargen zustande, die zu geringerem Appetit auf Rohöl hätten führen können, was aber offensichtlich nicht der Fall war. Die unabhängigen Raffinerien trieben die Erhöhung voran, da sie versuchten, ihre Importquoten bis zum Jahresende zu erfüllen.

3 KOMMENTARE

  1. Nur weiter so! Die amerikanische Regierung schiesst sich mit diesen Erpressungsmethoden selbst ins Knie. Die Russen, Chinesen, Iraner, Syrer und Inder stecken die Köpfe zusammen und handeln im eurasischen Raum unter sich mit ihren eigenen Währungen – und schön an der Dollarwährung vorbei. Und es kommen immer mehr Nationen im asiatischen Raum zu den genannten Handelspartnern dazu. Selbst Japan und Südchorea arbeiten immer mehr mit den asiatischen Nationen zusammen, ungeachtet der darüber grollenden Meinung des Westens.

    Es ist unübersehbar, die anglo-amerikanischen Mächte zusammen mit Israel und den west-europäischen Regierungen manövrieren sich immer mehr ins politische und wirtschaftliche Abseits.

  2. Ein logischer, ein konsequenter Schritt, der überfällig war. All die Klimawandel-Propheten und Gutmenschen sollten diese Entscheidung der Chinesen bejubeln, wurde doch das US-Öl auf fragwürdigste Weise gefördert und auf ebenso fragwürdige Weise Richtung Asien transportiert.

  3. Spannend wird es, wenn sie Öl von Venezuela kaufen würden. Das wäre auch eine humanitäre Geste für die darbende Bevölkerung dort.

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