Foto: Flickr/ Heinrich-Böll-Stiftung CC BY-SA 2.0

Die „Attestpflicht“ zur Eintragung eines dritten Geschlechts im Personenstandsrecht, wie es ein Gesetzesvorschlag der Bundesregierung vorsieht, wird von den Grünen kritisiert. Man müsse dies einfacher gestalten, so Grünen-Fraktionschef Hofreiter.

Von Michael Steiner

Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Personenstandsrecht vorgestellt, der den Grünen jedoch noch nicht weit genug geht. Die Eintragung eines dritten Geschlechts müsse deutlich einfacher gehen, fordert der Chef der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter.

„Niemandem wird irgendetwas weggenommen, wenn geschlechtliche Vielfalt anerkannt wird“, sagte er den Funke-Zeitungen. „Die Große Koalition scheint das noch immer nicht so recht begriffen zu haben.“ So wolle die Bundesregierung eine Änderung des Geschlechtseintrags für Erwachsene, die sich weder als Mann oder Frau fühlen würden, erschweren oder gar unmöglich machen. Denn dafür würden sie künftig eine ärztliche Bescheinigung benötigen.

Diese „Attestpflicht“ sei „unsinnig und ein Ausdruck des Misstrauens gegenüber denjenigen, die nicht in das veraltete Gesellschaftsbild, insbesondere von CDU und CSU, passen“, sagte der Grünen-Politiker. Denn jene Menschen, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen würden, müssten selbst entscheiden können, was in ihrem Pass stehe. Nur dies würde auch der Rechtssprechung des Verfassungsgerichts entsprechen.

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Zudem schließe die Reform transsexuelle Menschen aus, die sich weiter „durch das unwürdige Verfahren nach dem Transsexuellengesetz quälen müssen“. Das sei „ein klares Beispiel für verfassungswidrige Ungleichbehandlung“. Die Reform, so Hofreiter, wäre eine Chance gewesen, auch dieses abzuschaffen. Doch „weiterreichende Reformen mit Blick auf geschlechtliche Vielfalt und das Selbstbestimmungsrecht scheinen für die Koalition keinerlei Rolle zu spielen.“

Wenn jedoch künftig jeder selbst entscheiden kann, welches Geschlecht in seinen Ausweisen steht – was kommt dann als Nächstes? Darf dann jeder sein Alter selbst aussuchen, seine Haar-, Augen- oder Hautfarbe? Was ist mit dem Wunschgewicht und der Körpergröße? Vielleicht darf sich künftig sogar jeder auch noch seine Nationalität selbst aussuchen…

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4 KOMMENTARE

  1. Sinnvoller wären zwei Geschlechtsbezeichnungen: 1. Biologisches Geschlecht
    2. Soziales Geschlecht
    Dadurch wäre jeder Mensch eindeutig definiert.

  2. Er steht für mich sinnbildlich für die Verkörperung dessen, was man im Alpenland im Volksmund als „Tscheggl“ (Hinterwälder pur) definiert hat. Dachschaden inklusive.

  3. Kein Mensch braucht diesen Gender Mist! In der Natur gibt es auch kein 3.Geschlecht! Punkt aus Ende! So einfach geht das! Genauso wenig braucht die Menschheit eine angebliche Grüne Partei!

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