Bootsmigranten im Mittelmeer. Bild: Freedom House / public domain
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Obwohl weniger Asylbewerber nach Europa drängen, fordert EU-Flüchtlingskommissar Avramopoulos eine umfassende Asylreform für die EU. Die Lage könne sich wieder verschlimmern.

Von Michael Steiner

Die Europäische Union verzeichnet die niedrigsten Zahlen an Asylbewerbern seit 2014, dem Jahr vor der Migrationskrise. Dennoch gebe es keinen Grund zur Entwarnung, so EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos zu den Funke-Zeitungen. Er fordert die EU-Staaten dazu auf, sich auf eine umfassende Asylreform zu einigen.

„Wenn es so weitergeht, wird es 2018 die geringste Zahl irregulärer Ankünfte seit 2014 geben – also dem Jahr vor der Krise.“ Allerdings sei das westliche Mittelmeer nach wie vor die aktivste Migrationsroute. „Hier hat der Druck im Vergleich zum Vorjahr zugenommen“ sagte der Kommissar. „Wir müssen immer wachsam bleiben.“ Angesichts eines „Bogens der Instabilität“ von Tunesien bis zur Ukraine „müssen wir besser für die Zukunft gerüstet sein. Wir können uns nicht auf Ad-hoc-Unterstützung und Goodwill-Aktionen nur einiger Mitgliedstaaten verlassen.“

Er nannte deshalb als dringlichste Maßnahmen für die europäische Flüchtlingspolitik 2019 „Vereinbarungen über ein umfassendes Asylsystem, das auch künftigen Krisen gewachsen ist, verbesserte Rückkehrregeln und eine verstärkte europäische Grenz- und Küstenwache“. Doch gleichzeitig würden auch legale Migrationspfade und eine solide Integrationspolitik benötigt. An einer weiteren Zuwanderung nach Europa soll sich also nichts ändern.

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