China will die USA als führende Supermacht der Welt ablösen. Doch so lange das Reich der Mitte dermaßen von Energieimporte abhängig ist, wird das nichts.

Von Marco Maier

Kennen Sie den Hauptgrund dafür, weshalb die Achsenmächte Deutschland, Österreich-Ungarn und Co damals den Ersten Weltkrieg verloren haben? Erdöl. Während die Franzosen, Briten & Amerikaner ihre Truppen, Waffen und Vorräte mit Lastkraftwagen rasch verlegen konnten, setzten die Deutschen vor allem auf die Eisenbahn und waren auch sonst im Hinterland vor allem auf Pferde und die von ihnen gezogenen Wägen angewiesen. Und auch die ersten Panzer brauchten Treibstoff, den die Achsenmächte nicht so einfach bekommen konnten. Die Ölfelder in Rumänien waren nicht ergibig genug, während die späteren Siegermächte darin quasi ertranken – auch Dank der Zulieferung aus ihren Kolonien und den fehlenden Möglichkeiten der Deutschen, ihnen als Kontinentalmacht den Nachschub abzuschneiden.

Nun dürfen Sie eine gewisse Parallele zu China ziehen. Auch die Volksrepublik ist in erster Linie eine Kontinentalmacht und bezieht den Energiebedarf (also insbesondere das Erdöl und das Erdgas) aus dem Ausland. Und da vor allem über die Straße von Malakka, die im Kriegsfall von den Amerikanern und ihren Alliierten recht einfach geschlossen werden kann. Pipelines aus Russland sind zudem leicht durch Agenten und Spezialeinheiten zu sabotieren, so dass die chinesische Kriegsmaschinerie infolge der Energieknappheit recht rasch relativ unmobil würde. Ein Problem, welches die chinesischen Militär- und Politikstrategen sicherlich bereits in ihre Zukunftsplanungen miteinbezogen haben.

Aber das macht auch deutlich, weshalb es für Peking so dermaßen wichtig ist, die „Neue Seidenstraße“ möglichst auszubauen und so nicht nur langfristig Wirtschaftspartner und Absatzmärkte für die eigenen Güter zu schaffen, sondern mittelfristig auch eigene Alliierte, die den Rohstoffzufluss im Ernstfall nicht versiegen lassen. Ein wichtiger Zwischenschritt, bis man Dank neuer Technologien in der Lage ist, die Ölabhängigkeit in den Schlüsselpositionen der nationalen Verteidigung so weit zu reduzieren, dass ein Abschneiden des Landes vom steten Rohstoffzufluss die operativen Fähigkeiten der Armee nicht zu negativ beeinflusst.

Die Volksrepublik hat nur dann eine Chance, geopolitisch das Erbe der Vereinigten Staaten anzutreten, wenn Peking das Energieproblem in Bezug auf Erdöl und Erdgas in den Griff bekommt. Die massive Reduktion der Abhängigkeit von den fossilen Energieträgern, welche derzeit auch mit dem Ausbau der Elektrifizierung (z.B. im Individualverkehr) einhergeht, ist also auch ein Teil der längerfristigen chinesischen Verteidigungsstrategie.

1 KOMMENTAR

  1. Es wurde nicht verloren, das haben die Siegermächte so deklariert. Zum Ende des ersten Weltkrieges stand es Remis. Die Russen hatten sich an der Ostfront verbrüdert. Während im Westen, bis zum Abschluss des Verailler Vertrages noch deutsche Truppen in Frankreich unter Waffen standen. Der Kriegsmüdigkeit und der Sinnlosigkeit, nachdem die USA in letzter Sekunde, als Schnäppchenjäger in die Waagschale hopsten war es geschuldet den Wahnsinn zu beenden. Beide Seiten wollten nicht mehr. Der Ami als unversehrter nur mit Massen überschüttender Endgamer, hatte ohne den Finger zu krümmen Deutschland kastriert. Das Oelproblem war sicher trotzdem nicht von der Hand zu weisen.

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