US-Präsident Donald Trump hat den Abzug von rund 7.000 Soldaten aus Afghanistan angekündigt. Dafür dürften Blackwater-Söldner einmarschieren.

Von Marco Maier

Der Rücktritt von Mattis kommt zu jenem Zeitpunkt, als Präsident Donald Trump den Rückzug von 2.000 US-Streitkräften in Syrien und 7.000 US-Streitkräften aus Afghanistan angeordnet hat. Der Verteidigungsminister zeigte großes Unverständnis über Trumps Entscheidungen und wollte dies nicht mittragen.

Doch der von Trump angeordnete Truppenabzug hat – zumindest in Bezug auf Afghanistan – auch einen schalen Beigeschmack. Denn offenbar sollen im Gegenzug für die abgezogenen Soldaten Söldner an den Hindukusch entsandt werden.

In diesem Monat, in der Januar / Februar-Printausgabe des Waffen- und Jagdmagazins „Recoil„, veröffentlichte die frühere Sicherheitsfirma Blackwater USA eine ganzseitige Anzeige in ganz Schwarz mit der einfachen Nachricht: „Wir kommen“.

Wenn Blackwater zurückkehrt, wäre dies die Rückkehr eines privaten Sicherheitsunternehmens, das aus dem Irak verbannt, aber mit einem neuen Branding versehen wurde und nie wirklich wegging. Bis zum Jahr 2016 wurde Blackwater mehrmals umbenannt und umstrukturiert. Damals hieß es Constellis Group, als es von der Apollo Holdings Group erworben wurde. Reuters berichtete Anfang dieses Jahres, Apollo habe Constellis zum Verkauf angeboten, aber im Juni wurde der Verkauf eingestellt.

Ein Vertreter von Constellis erklärte der Military Times am späten Freitag gegenüber, dass das ehemalige Blackwater-Schulungszentrum im Zuge des Kaufs von 2016 erworben worden sei, dass es jedoch keine Verbindung zur ehemaligen Sicherheitsfirma habe. Es hat den Gründer und ehemaligen CEO von Blackwater, Erik Prince, nicht behalten und hat keine aktuellen Verbindungen zu ihm oder der ehemaligen Führungsstruktur des Unternehmens.

Die Recoil-Anzeige deutet darauf hin, dass Blackwater von selbst wiederauflebt, aber es war nicht klar, in welcher Form. Die Public-Affairs-Firma, die sich um Princes Medienengagements kümmert, sagte der Military Times am Freitag, er könne nicht mehr als das sagen, was in den Medien „zu diesem Zeitpunkt“ zu sehen war.

Prince hat seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump desseb Regierung umworben, und betont dass der 17-jährige afghanische Krieg niemals durch einen traditionellen Feldzug gewonnen werden kann. Prince hat auch argumentiert, dass der logistische Fußabdruck, der erforderlich ist, um das nunmehr mehrere Billionen Dollar teure Unternehmen zu unterstützen, zu lästig geworden ist. Während des Sommers und bis zum Herbst hat sich Prince intensiv mit den Medien beschäftigt, um die Privatisierung des Krieges voranzutreiben.

3 KOMMENTARE

  1. Nun ja… feindliche Kombatanten nennt man das ja wohl. Das sind keine Soldaten, im Extremfall sogar als Terroristen anzusehen, und die dürfen dann auch entsprechend behandelt werden. Und fallengelassen, falls notwendig.

    Man bedenke… Afghanistan ist so ziemlich das beschissenste Gebiete – geographisch gesprochen -, dass man besetzen kann. Ringsum nur Länder, die den USA nicht unbedingt treu sind, wenn nicht sogar spinnefeind. Kein Zugang zu einem Meer. Die Logistik (ink. diplomatischer Kraftanstrengungen), eigene Truppen in so einem Land zu versorgen, ist horrend.

    Aber wenn ich die regulären Soldaten da raushole und durch Söldner ersetze, deren Schicksal mir eigentlich sonst wo vorbeigehen kann, bin ich gleich auf einen Schlag viele Sorgen los.

  2. Was soll das werden? Eine Neuauflage der Ost-Indien-Kompanie? Leute wie Prince verkörpern das wahre Gesicht (hinter) unserer „westlichen Wertegemeinschaft“, dass mehr und mehr zu einer Fratze verkommen ist.

    Im letzten Jahr war vom ehemaligen Blackwater-Chef zu hören, man möge eine (US)Vizekönig in Afghanistan installieren, der für Söldner wie auch die anderen NATO-Soldaten, für Verträge und Politik verantwortlich sein solle, unterstellt nur dem US-Präsidenten. Zur Kostendeckung solle man Bodenschätze heranziehen.

    O-Ton Prince. – “ Es gibt dort Werte in Höhe von einer Billion (1000 Milliarden sind hier gemeint) Dollar……….und dazu noch Erdgas- und Ölvorkommen im Werte von einer weiteren Billion Dollar.“ Es wird nicht überraschen, wenn seine Pläne bald Realität werden.

  3. Söldnertruppen sind doch keine Erfindung der Neuzeit, die größte davon wurde im dreißigjährigen Krieg durch Wallenstein, ein Kriegsunternehmer, gestellt und das hat doch funktioniert nach seiner Devise, der Krieg ernährt seine Soldaten und die Interessen seines Herrn wurden gewahrt und hat solange funktioniert, bis er zwischen die eigenen Fronten geraten ist und deshalb ist es für den Gegner völlig unerheblich, wer ihn angreift, der Zweck heiligt die Mittel, das war schon immer so und dazu gibt es noch viel mehr Beispiele, es ist nur eine andere Art der Auseinandersetzung, aber mit gleicher Wirkung und trotzdem staatlich legitimiert.

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