Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Weil viele Asylbewerber gegen abgelehnte Bescheide klagen, bleibt die Belastung an den deutschen Verwaltungsgerichten weiterhin hoch. In diesem Jahr werden es rund 100.000 Fälle sein.

Von Michael Steiner

Obwohl die Zahl der neu ankommenden Asylbewerber zurückgeht, ist noch lange keine Entlastung an den deutschen Verwaltungsgerichten in Sicht. „Wir gehen derzeit davon aus, dass im gesamten Jahr 2018 etwa 100.000 neue Asylverfahren bei den deutschen Verwaltungsgerichten eingehen“, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Verwaltungsrichter (BDVR), Robert Seegmüller, den Funke-Zeitungen.

Die Klagen und Eilverfahren aufgrund von negativen Asylbescheiden durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) machen 2018 demnach etwa die Hälfte aller Gerichtsverfahren vor deutschen Verwaltungsgerichten aus. Von den rund 1700 Verwaltungsrichtern in Deutschland sind laut Seegmüller demnach etwa die Hälfte mit diesen Asylverfahren befasst.

„Das bedeutet, dass die Zahl der bei den Verwaltungsgerichten anhängigen Verfahren im Jahr 2018 – anders als in den Vorjahren – voraussichtlich nicht weiter ansteigen wird. Zu einem substantiellen Abbau des Bergs von fast 400.000 Verfahren, der sich bei uns seit 2015 aufgebaut hat, wird es aber wohl nicht kommen“, so Seegmüller weiter.

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Da in den kommenden zehn Jahren wohl rund die Hälfte der deutschen Verwaltungsrichter in den Altersruhestand gehen wird, dürfte sich die Lage an den Verwaltungsgerichten künftig nicht entspannen, zumal es an entsprechendem Nachwuchs fehlt und auch in Zukunft weiterhin viele Asylbewerber nach Deutschland kommen werden, von denen nicht wenige einen ablehnenden Asylbescheid erhalten werden dürften.

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