Recep Tayyip Erdogan. Bild: Flickr / World Humanitarian Summit CC BY-ND 2.0

Die Türkei droht „Seebanditen“ in den Gewässern um Zypern mit Waffengewalt, sollten sie trotz Verträgen mit der zypriotischen Regierung nach Gas bohren. Das kann zu einem Krieg führen.

Von Marco Maier

Ankara wird nicht zulassen, dass sich „Seebanditen“ frei bewegen und die umstrittenen Erdgasreserven vor Zypern ausbeuten, drohte der türkische Präsident, während er ein neues Kriegsschiff losgeschickt hat, um die Konkurrenten militärisch herauszufordern, sollte dies erforderlich werden.

„Wir werden keine Versuche akzeptieren, die natürlichen Ressourcen im östlichen Mittelmeerraum durch den Ausschluss der Türkei und der türkischen Republik Nordzypern (TRNC) zu nutzen“, sagte Erdogan laut der Daily Sabah am Sonntag. Ankara behauptete, die Türkei habe keine Ambitionen, „Territorien zu annektieren“, und versprach, „die Rechte unseres Landes und unserer Brüder“ zu schützen.

„Diejenigen, die dachten, sie könnten trotz dieser Maßnahmen Schritte im östlichen Mittelmeerraum oder in der Ägäis unternehmen, haben das Ausmaß ihres Fehlers verstanden. Wir werden nicht zulassen, dass Banditen in den Meeren frei herumstreunen, genau wie wir die Terroristen in Syrien zur Kasse gebeten haben“, sagte Erdogan bei einer Zeremonie, bei der die TCG Burgazada-Korvette der türkischen Marine übergeben wurde.

Seit im Jahr 2011 vor der Küste der geteilten Insel Zypern große Erdgaslagerstätten gefunden wurden, kommt es immer wieder zu Disputen. Die Türkei, welche den Nordteil der Insel seit 1974 besetzt hält und dort die international nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern ausrief, geht hierbei immer wieder gegen die international anerkannte griechisch dominierte Republik Zypern vor, die auch EU-Mitglied ist. Dabei liegen die Gaslagerstätten vorwiegend südlich und südöstlich der Insel, in Richtung Ägypten, Israel und Libanon.

Nikosia hatte Abkommen zur Exklusiven Wirtschaftszone mit Ägypten (2003), dem Libanon (2007) und Israel (2010) geschlossen. Diese werden von Ankara allerdings nicht anerkannt, da die Türkei auf Teile der Gewässer Ansprüche erhebt und sich ausgeschlossen fühlt.

Inzwischen – nach bereits einem Vorfall zwischen der türkischen Marine und einer griechischen Fregatte – befürchtet man deshalb sogar schon einen Krieg zwischen den beiden NATO-Ländern, der auch die anderen Anrainerstaaten in den Konflikt hineinziehen könnte.

Um dies zu vermeiden hat Nicos Anastasiades, der Präsident der Republik Zypern, erst am Freitag Ankara ein Angebot gemacht, bei der Ausbeutung der Gas- und Ölressourcen im östlichen Mittelmeer zu kooperieren und forderte dabei erneut die Wiedervereinigung der geteilten Insel.

5 KOMMENTARE

  1. Wie sich die Geschichte doch wiederholt, denn solche Typen hatte wir ja schon öfters, wobei ihre Worten Taten folgten und das könnte auch hier so sein und mal sehen wie es dann ausgeht, oder wird heutzutage Faschismus anders eingeteilt in guten oder bösen Faschismus, oder wie wäre es zu erklären.

  2. Ja die zypriotische regierung welche seinerzeit von den Zionisten erschaffen wurde ist natürlich anerkannt.

    Aber die Krim die sich zu Russland bekennt nicht. komisch komisch

  3. Welch ein dämmlich oberflächlich antitürkischer Artikel! Dass die türkistämmigen Inselbewohner um den gemeinsamen Inselrohstoff beraubt werden steht mit keinem Satz drin.

  4. Die Türkei hat recht. Was soll das ? Die Griechen schließen mit allen Anrainer Staaten Verträge ab und versuchen die Türkei zu über gehen.

  5. Dann sollen sie mit Waffengewalt zuschlagen.Zwei NATO-Fuzzys im Krieg.Sehr gut.Schlagen sich gegenseitig die Köpfe ein.Das ist gut.So werden diese Papiertiger geschwächt.Die Tage des westlichen Imperialismus sind gezählt.Mögen sie alle zur Hölle fahren-Völker hört die Signale.Auf zum letzten Gefecht!

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