Bootsmigranten im Mittelmeer. Bild: Freedom House / public domain

Über die Türkei gelangen immer mehr Asylbewerber nach Zypern und somit in die EU. Das Land sieht sich damit überfordert und beschuldigt Ankara, den Verpflichtungen nicht nachzukommen.

Von Michael Steiner

Im Vergleich zum Jahr 2017 ist die Zahl der Asylanträge in Zypern laut Außenminister Nikos Christodoulides um ganze 55 Prozent angestiegen. Gegenüber der „Welt“ betonte er, dass es sich hierbei überwiegend um Syrer handle und die Türkei die Hauptschuld daran trage. Nun befänden sich jeweils rund 7.000 Asylberechtigte und Asylsuchende im Inselstaat.

„Der wichtigste Ausgangspunkt für die irregulären Migrationsströme ist die Türkei. In dieser Hinsicht verschärft das Versagen der Türkei, den Verpflichtungen aus dem EU-Türkei-Abkommen nachzukommen, um neue Migrationsströme zu verhindern, die Situation“, so der zyprische Außenminister. Hinzu komme, „dass die mit Blick auf Zypern fehlende Umsetzung des Rückabnahmeabkommens zwischen der EU und der Türkei uns der Möglichkeit beraubt, Drittstaatenangehörige, die keinen Schutz benötigen, zurückzuschicken.“ Christodoulides forderte die EU-Länder auf, zusammen mit den Partnern in Afrika die Ursachen der Migration stärker anzugehen und die Zusammenarbeit zu vertiefen.

„Das war von Beginn der Migrationskrise an die klare Position Zyperns“, sagte er. Zyperns Innenminister Konstantinos Petrides erklärte, sein kleines Land stoße durch die Zuzüge an seine Grenzen: „Man muss bei einem Land unserer Größe realistisch sein bei den Aufnahmekapazitäten, aber auch hinsichtlich der Möglichkeiten die Menschen zu integrieren“, sagte Petrides der „Welt“. Mit Blick auf die Verteilung von Flüchtlingen in der EU, „übertrifft Zypern deutlich seinen gerechten Anteil“, so Zyperns Innenminister.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here