Die Schulden der privaten Haushalte in den USA haben eine Rekordverschuldung und auch bei den Zahlungsausfällen sieht es weiterhin eher schlecht aus.

Von Marco Maier

Das ganze Gerede von der starken wirtschaftlichen Erholung der USA und dass es dem Land so gut wie schon lange nicht mehr geht erweist sich zunehmend als Propaganda. Die – ohnehin massiv geschönten – öffentlichen Zahlen und Wirtschaftsdaten zeigen nicht wirklich auf, was in den USA tatsächlich abgeht. Nicht nur, dass immer mehr Amerikaner obdachlos sind und immer mehr Berufstätige sich keine Wohnung mehr leisten können, so dass sie in Trailerparks leben – auch bei den Schulden sieht es schlimm aus.

Die Gesamtverschuldung der privaten Haushalte erreichte ein neues Rekordhoch und stieg im dritten Quartal des Jahres 2018 um 219 Milliarden USD (1,6 Prozent) auf 13,512 Billionen USD. Dies war laut dem jüngsten US-amerikanischen Schuldenbericht der NY Fed der größte Anstieg seit 2016. Es war auch das 17. Quartal in Folge, in der die Verschuldung der privaten Haushalte zunimmt und die Gesamtsumme jetzt um 837 Mrd. USD über dem vorherigen Höchststand von 12,68 Billionen US-Dollar im Vergleich zum dritten Quartal 2008 liegt. Die Gesamtverschuldung der privaten Haushalte liegt jetzt 21,2 Prozent über dem Tiefstand nach der Finanzkrise, der im zweiten Quartal 2013 erreicht wurde.

Die Hypothekenforderungen – die größte Komponente der Verschuldung der privaten Haushalte – stiegen im dritten Quartal um 141 Milliarden US-Dollar auf 9,14 Billionen US-Dollar. Die Kreditkartenschulden stiegen um 15 Milliarden auf 844 Milliarden Dollar, die Verschuldung für Autokredite erhöhte sich im Quartal um 27 Milliarden US-Dollar auf 1,265 Billionen US-Dollar, und die Verschuldung von Studentendarlehen erreichte ein Rekordhoch von 1,442 Billionen US-Dollar, ein Anstieg von 37 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal.

Aber auch bei den Zahlungsverzügen sieht es nicht gut aus. Zwar hat sich die Zahlungsmoral bei den Kreditkartenschulden gegenüber den Zeiten der Finanzkrise verbessert und liegen nun sogar unter dem Vorkrisenniveau – doch gerade bei den Studentenkrediten steigt die Ausfallsrate weiter an. Bei den Hypotheken ist zwar seit der Finanzkrise eine Verbesserung eingetreten, was aber vor allem daran liegt, dass viele Amerikaner sich gar kein Haus mehr leisten können und so auch keines kaufen. Negativ ist auch die Entwicklung bei den Autokrediten – da bewegt man sich wieder auf das Krisenniveau zu.

Aber: Sollte es zu einer „Korrektur“ bei den Immobilienpreisen kommen, wird es auch bei den Hypotheken wieder schlimm. Und eine solche „Korrektur“ ist schon längst überfällig, da sich bereits mehrere Immobilienblasen gebildet haben. Und dann wird es eng.

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