US-Soldaten in ostafghanischen Provinz Khost. Bild: Flickr / ResoluteSupportMedia CC BY 2.0

Der US-amerikanische Kommandeur in Afghanistan gab in einem Interview zu, dass der Krieg gegen die Taliban komplett gescheitert ist und die USA dort militärisch nicht gewinnen können. Er fordert eine politische Lösung ein.

Von Marco Maier

Seit rund 17 Jahren, kurz nach „9/11“, befinden sich die US-Truppen bereits in Afghanistan. Das vorgebliche Ziel, die Taliban vernichtend zu schlagen, wurde nicht erreicht. Im Gegenteil: Die Islamistenmiliz scheint inzwischen stärker zu sein als jemals zuvor, hinzu kommen noch Nester des „Islamischen Staates“, die sich neu gebildet haben.

In seiner Rede bei NBC News letzte Woche machte General Austin Scott Miller seine ersten öffentlichen Äußerungen, nachdem er die amerikanischen Operationen übernommen hatte, und schockierte mit seiner aufrichtigen Einschätzung, dass der afghanische Krieg nicht militärisch gewonnen und der Frieden nur durch direkte Beteiligung und Verhandlungen mit den Taliban erreicht werden kann – genau jener Terrorgruppe, die die US-Streitkräfte bei ihrer ersten Invasion im Jahr 2001 besiegen wollten. „Dies wird nicht militärisch gewonnen werden“, sagte General Miller. „Das wird zu einer politischen Lösung.“

Miller erklärte NBC: „Meines Erachtens ist den Taliban auch klar, dass sie militärisch nicht gewinnen können. Wenn Sie also feststellen, dass Sie nicht irgendwann militärisch gewinnen können, dann ist es nur Kämpfen. Die Leute fragen nach dem Grund. Sie warten also nicht unbedingt auf uns, aber ich denke, jetzt ist es an der Zeit, den politischen Teil dieses Konflikts durchzuarbeiten.“

Er gab das Interview vom Hauptgebäude des Resolute Support in Kabul. „Wir sind mehr in einer offensiven Einstellung und warten nicht auf die Taliban, die [uns] schlagen“, sagte er. „Das war also eine Anpassung, die wir frühzeitig vorgenommen haben. Wir mussten es wegen der Menge an Opfern, die absorbiert wurden.“

Im letzten Sommer wurde bekannt, dass sich Beamte des US-Außenministeriums mit den Taliban-Führern in Katar getroffen haben, um lokale und regionale Waffenstillstände und ein Ende des Krieges zu diskutieren. Es scheint jedoch keine signifikanten Früchte in den Gesprächen zu sein, da die Taliban jetzt mehr Territorium kontrollieren als je zuvor in den letzten Jahren.

Solche kontroversen und wackligen Verhandlungen kommen zustande, da die Vereinigten Staaten insgesamt weit mehr als 840 Milliarden Dollar für den Krieg gegen die Taliban ausgegeben haben. Das Unternehmen wird zunehmend unfinanzierbar, so dass andere Lösungen gefunden werden müssen.

Miller sagte gegenüber NBC: „Ich fühle mich natürlich gezwungen, die Bedingungen für ein politisches Ergebnis festzulegen. Also Druck von diesem Standpunkt aus, ja. Ich möchte nicht, dass jeder denkt, dies sei für immer.“

Er betonte weiter: „Dies ist meine letzte Aufgabe als Soldat in Afghanistan. Ich glaube nicht, dass sie mich mit einem anderen Dienstgrad wieder hierher schicken. Wenn ich dieses Mal gehe, würde ich gerne Frieden und ein gewisses Maß an Einheit sehen, wenn wir vorankommen.“

5 KOMMENTARE

  1. “ . . . komplett gescheitert ist und die USA dort militärisch nicht gewinnen können.“

    Dafür mußten sie zuerst Harvard University oder of Oxford studieren und mit dem Indoktrinierten satanischen Equipment in der Praxis an die Wand zu fahren.
    Ich geb dir Frieden unter meinen Bedingungen, ha, ha, haa.
    Eine dicke Brille, eine volle Haarlege oder eine fettglänzende Glatze allein sind eben noch keine Garantie, daß unter dem Skalp alles seine Richtigkeit hat.

  2. die Amis lernen es auf den Schmerzhaften weg.an dem Land und dessen Bewohnern haben sich schon viele Imperien die Zähne aus gebissen angefangen von Alexander dem Großen über Rom und Groß Britanien bis zur Soviel Union jetzt ist eben die Nato und die USA an der reihe.

  3. Könnten schon, aber dann müßten sie das ganze Land platt machen und damit ist auch niemand gedient, also raus aus diesem Land und sie sollen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, man muß sie ja auch nicht mehr unterstützen, denn die sind ehedem für die nahe Zukunft verloren, da hilft nur noch Verweigerung aber keine Einmischung mehr.

  4. Die Taliban machen diese Rechnung nicht, welcher Blutzoll für einen Sieg zu zahlen ist. Sie wollen Talibanistan, und das kriegen sie auch, auch wenn es noch 5 Jahre dauert. Sie brauchen die dumm-gehaltenen Frauen und Mädchen für ihre Vermehrung und die islamistische Weltherrschaft. Islamisten,
    die im Krieg für Allah sterben, kommen ins Paradies, wo 72 Jungfrauen auf sie warten. Ihr denkt, die
    Taliban seien die 30.000 bewaffneten Kämpfer ? Ha ha – habt Ihr die 300.000 Spione vergessen, die jede Bewegung über ihre Mobiltelefone melden ? Die Taliban wollen, dass alle Ausländer das Land verlassen, und dazu gehören auch u.a. die schiitischen Minderheiten der Hazaras und Tadschiken. Wenn die NATO das Land verlässt, werden die Frauen, Mädchen und Kinder das zu bezahlen haben.
    Eine neue Fluchtbewegung ist unvermeidlich.

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