UN-Bericht: Der IS erholt sich in US-Zonen in Syrien

Geht es den USA wirklich um die Bekämpfung des IS? Wenn man den Bericht eines UN-Überwachungsteams hernimmt, darf man stark daran zweifeln.

Von Marco Maier

Jeder der sich ohne ideologische Scheuklappen ein wenig mit dem „Islamischen Staat“ und der Rolle der USA bei der Destabilisierung des Nahen Ostens beschäftigt hat, der weiß: Die islamistische Terrormiliz wurde immer wieder massivst von den Amerikanern unterstützt, weil sie bei der Bekämpfung schiitischer (also vom Iran unterstützten) Milizen und beim Versuch des Regime-Changes in Syrien hilfreich war. Zumindest so lange, bis die Russen das Ruder in Syrien in die Hände nahmen und große Erfolge bei der Extremisten-Bekämpfung erzielten.

Doch bis heute behauptet die US-Politik offiziell immer wieder, dass man gegen die IS-Milizen im Anti-Terror-Kampf militärisch vorgehe. Eine Behauptung, die schon oft genug durch Berichte vor Ort widerlegt und nun auch durch einen Bericht des Überwachungsteams des UN-Sicherheitsrats als glatte Lüge enttarnt wurde. So heißt es in der Zusammenfassung des Berichts:

„Der Islamische Staat im Irak und in der Levante (ISIL), der im Jahr 2017 im Irak und im größten Teil der Syrischen Arabischen Republik militärisch besiegt worden war, versammelte sich Anfang 2018 [wegen eines] Verlusts der Kräfte im Osten der Syrischen Arabischen Republik, die ISIL den Zugang zu Ressourcen verlängerte und ihm die Möglichkeit gab, sich auf die nächste Phase seiner Entwicklung zu einem globalen, verdeckten Netzwerk vorzubereiten.“

Auf gut Deutsch: In den von den USA kontrollierten Gebieten in Syrien haben die IS-Milizen einen Rückzugsort gefunden, in dem sie sich von den Niederlagen erholen können. Selbst Erdöl wird von den IS-Kämpfern abgepumpt und verkauft – und das faktisch unter dem Schutz des US-Militärs. Und Karten des östlichen Syriens zeigen deutlich, dass die vom IS als Rückzugsorte ausgesuchten Gebiete im US-kontrollierten Areal seit November 2017 unangetastet blieben, während die IS-Gebiete in den von der syrischen Regierung kontrollierten Territorien deutlich kleiner wurden.

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Darüber hinaus heißt es im UN-Bericht, dass der IS von den syrischen Gebieten an der Grenze zum Irak immer wieder Angriffe auf das Nachbarland durchführte, sowie auf benachbarte Gebiete in Syrien selbst. Ein Umstand, den man nicht außer Acht lassen sollte. Und: Als die syrischen Regierungstruppen bei Abu Kamal versuchten, IS-Stellungen anzugreifen, wurden sie von US-Kampfflugzeugen attackiert. Warum schützen die Amerikaner die IS-Milizen dort?

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