Die Saudis haben deutlich gemacht, was sie von Pompeos und Mattis‘ Aufforderung nach Friedensgesprächen im Jemen halten: nämlich gar nichts. Sie haben großflächige Bombardements durchgeführt.

Von Marco Maier

Angesichts der wachsenden Spannungen zwischen der Saudi-Führung und den USA, die auch darin begründet sind, dass die CIA einen Putsch gegen Kronprinz Mohammed bin Salman unterstützt, scheint man in Riadh einen Dreck darauf zu geben, was der frühere CIA-Chef und nunmehrige US-Außenminister Mike Pompeo und US-Verteidigungsminister Jim Mattis in Sachen Jemen-Krieg – nämlich einen baldigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen – fordern.

So hat die saudische Luftwaffe in den letzten 48 Stunden einen massiven Angriff auf das Gouvernement Sana’a entfesselt, berichtet Al Masdar News unter Zitierung jemenitischer Quellen. Laut den Berichten aus Sana’a bombardierte die saudische Luftwaffe die Hauptstadt und ihre Umgebung schwer und traf auf eine Reihe von Orten, die angeblich eine Houthi-Präsenz haben. Die Reihe von Luftangriffen traf auch auf zivile Nachbarschaften, einschließlich der Gegend um den internationalen Flughafen Sana’a – alle führten zu einer unbekannten Zahl von Opfern.

Wenn man bedenkt, dass US-Verteidigungsminister Mattis zuvor noch in Washington mitteilte, dass Saudi-Arabien und die Alliierten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bereit für einen Deal seien und Gespräche in Schweden zwischen der von den Saudis geführten Koalition und den Houthi-Rebellen durch den Sonderbotschafter der Vereinten Nationen, Martin Griffiths, arrangiert worden seien, ist dies schon ein knallhartes Vorgehen der Saudis.

Laut den Vereinten Nationen stehen 14 Millionen Jemeniten – also rund die Hälfte der Bevölkerung – kurz vor dem Hungertod, da die Saudi-Koalition sämtliche Seehäfen blockiert und auch Lieferungen per Luft unmöglich sind, das Land jedoch von Nahrungsmittelimporten abhängig ist. Zudem gibt es rund drei Millionen Binnenflüchtlinge im Jemen, die vor den Kampfhandlungen und großflächigen Bombardements fliehen mussten.

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