Poroschenko im Interview im ukrainischen TV. Er warnt vor einem Krieg mit Russland.

In einem TV-Interview warnte der ukrainische Präsident vor einem „umfassenden Krieg“ mit Russland. Will Poroschenko sein Volk für NATO-Interessen opfern?

Von Marco Maier

Präsident Petro Poroschenko sagte am Dienstag in einem ukrainischen Fernsehinterview, dass die Gefahr eines „umfassenden Krieges“ mit Russland unmittelbar bevorstehen könnte, da die Spannungen nach dem Zwischenfall in der Nähe der Straße von Kertsch am Sonntag ansteigen. Poroschenko verurteilte das, was er als rasch wachsende russische Militärpräsenz an der Grenze zur Ukraine bezeichnete, mit den Worten: „Die Anzahl der russischen Panzer an Stützpunkten an unserer Grenze hat sich verdreifacht“, so die AFP.

Der ukrainische Präsident fügte hinzu, dass „die Anzahl der Einheiten, die entlang unserer Grenze – und darüber hinaus – stationiert wurden in ihrer gesamten Länge dramatisch zugenommen hat“. Er schlussfolgerte daraus, dass der militärische Aufbau bedeutete, dass dem Land „ein umfassender Krieg mit Russland droht“.

Während Poroschenko keine spezifischen russischen Truppenzahlen anführte, behauptete er, die Geheimdienstberichte wiesen darauf hin, dass Moskau seine Truppen entlang der Grenze seit der „Annexion“ der Krim im Jahr 2014 verdreifacht habe. Unter Bezugnahme auf Medienberichte über geplante russische Militärübungen, argumentierte er, dass „Gespräche über mögliche Übungen diese Erhöhungen nicht rechtfertigen.“

„Ich möchte nicht, dass jemand denkt, das macht Spaß und Spiele“, fügte er hinzu. Trotz seines Sarkasmus ist es zweifelhaft, dass jemand die dramatisch eskalierenden Ereignisse im Schwarzen Meer als weniger gefährlich betrachtet und das Potenzial für einen Kriegsausbruch birgt.

Angesichts dessen, dass die NATO ihre Präsenz im Schwarzen Meer ausbaut und auch die Waffenlieferungen an die Ukraine zunehmen, darf man davon ausgehen, dass die Ukraine jenes Spiel wiederholt, welches Polen vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieg spielte. Damals dachte man in Warschau auch, dass das Bündnis mit Großbritannien sozusagen eine Freikarte für unablässige Provokationen gegenüber Deutschland sei – und sollte Berlin Warschau den Krieg erklären, würden die Deutschen angesichts einer britischen Kriegserklärung die NS-Führung stürzen und die polnischen Truppen innerhalb einer Woche in Berlin stehen.

Das Ergebnis ist bekannt: Die Polen hatten von allen Nationen prozentual den höchsten Blutzoll zu entrichten. 16,5 Prozent der Bevölkerung (Soldaten und Zivilisten) starben. Die Sowjets hatten 14 Prozent ihrer Bevölkerung verloren, die Deutschen knapp zehn Prozent, die USA hingegen nur 0,32 Prozent. Und nun will die ukrainische Führung das eigene Volk offensichtlich in dieselbe vernichtende Situation bringen und das Land zu einem Hauptschauplatz eines militärischen Showdowns zwischen der NATO und Russland machen.

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