Chinesische Flagge.

Das amerikanische Empire wird zusammenbrechen. Deutschland muss sich schon jetzt um eine Neuorientierung kümmern. China spielt hier eine große Rolle.

Von Dr. Hans-Jürgen Klose

Vor einigen Jahren zog der durch den amerikanischen Flugzeugträger „Kitty Hawk“ angeführte Konvoi zu Demonstrationszwecken zwischen Taiwan und Japan durch das ostchinesische Meer, als plötzlich unerwartet mitten im Konvoi ein chinesisches U-Boot auftauchte. Es gab den üblichen diplomatischen Protest der Amerikaner, aber der Vorfall hat der Navy gezeigt, dass ihre Vormachtstellung im asiatischen Raum zu Ende geht. Keine der amerikanischen Beobachtungsstationen hatte das chinesische U-Boot vorher orten können. Dass China nun erstmals in seiner langen Geschichte militärische Seemacht wird, schränkt die Truppenpräsenz der USA ein. Taiwan hat inzwischen einen Großteil seines Handels aufs chinesische Festland festgelegt.

Auch in Deutschland beginnt man sich neu zu orientieren. Vor allem für die strukturschwächeren Gebiete ergeben sich jetzt ungeahnte Möglichkeiten. So weiß auch Sachsen-Anhalt, wo in der Wirtschaft in Zukunft die Musik spielt. Die Kooperation mit der Magdeburger Partnerstadt Harbin in Nordchina ist ein neuer Meilenstein deutsch-chinesischer Handelsbeziehungen. Gerade die neuen Bundesländer sollten den Kontakt zu China jetzt suchen. Die westliche Partnerschaft zu den USA und deren Firmen ist aufgebraucht. Selbst kleine fast vergessene Standorte wie das niedersächsische Hameln haben eigenständige Kontakte zur „Investment Promotion Agency“ des chinesischen Handelsministeriums um Mittelstandskontakte auszubauen. Duisburg im Ruhrgebiet hat inzwischen Vertreter chinesischer Interessengruppen als Dauergäste bei sich. China ist inzwischen für Deutschland der drittgrößte Handelspartner, wohingegen die USA und die EU mit China über Kreuz liegen. Es sollte jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine eigene Chinapolitik der Deutschen verpasst werden. China giert nach deutschen Waren und wir haben einen exzellenten Ruf im Reich der Mitte.

Wenn ich in Artikeln öfter in Bezug auf geopolitische Zusammenhänge auf die Bedeutung von Raum und Zeit verweise, dann ist China mit seinem kontinuierlichen Bestand das Paradebeispiel für die diesem Volk eigene Fähigkeit „Zeit“ zu beherrschen. Für Europäer und erst recht für Amerikaner klingt das nur philosophisch – China hat eine Philosophie auf der alles aufbaut – egal ob in den Zeiten der Dynastien, im Kommunismus oder jetzt im Kapitalismus- die Philosophie ändert sich nicht. Darüber gibt es dort auch keinen Streit. Das Land hält über die Zeiten zusammen.

Chinas riesige Bevölkerung ist zum großen Teil im Kernland auf engem Raum zusammengepfercht. Die Nordchinesische Ebene war vor 4000 Jahren schon die Geburtsstätte der chinesischen Kultur. Wie kein anderes Land ist China in seiner Fläche konstant geblieben. Das Kernland ist fruchtbares Ackerland, das zwei Ernten pro Jahr erlaubt. Aber hier stößt China jetzt an seine inneren Grenzen – 40 Prozent der Ackerflächen sind mit Insektiziden und Pestiziden verseucht. Das Großprojekt Drei-Schluchten-Staudamm hat zudem durch Abfallen des Grundwasserspiegels weite Flächen veröden lassen. Wenn Deutschland schon landwirtschaftliche Überflüsse produzieren muss, dann ist China mit seiner unersättlichen Bevölkerung der sicherste und beste Abnehmer.

Dass unsere Politiker China ständig in puncto Menschenrechte schulmeistern müssen, tut einem inzwischen selbst schon weh. Das westliche Denken kreist ständig um die Rechte des Einzelnen – für China ist das als politische Grundlage undenkbar. In China ist alles auf Zusammenhalt der Han-Chinesen aufgebaut – für Chinesen ist das Denken der Partei auch das was das Volk größtenteils befürwortet.

7 KOMMENTARE

  1. Neuorientierung für die Zeit nach Amerika.

    Schon der Titel ist supergut gewählt.
    Das ist mal eine Vision, die den Puls höher schlagen lässt.
    Von mir *****.

  2. Neuorientierung für die Zeit nach „was“?
    Der Sozialismus hat noch nie eine positive Entwicklung betrieben. Neuorientierung oder Neuentwicklungen schon gar nicht. Lediglich vorhandenes Vermögen wird verplant, umverteilt bis zur kollektiven Verarmung. Da die Chinesen(KP-Ch) ihrerseits primär geklauter Kenntnis deren Kopien die Märkte überschwemmen, müßte Europa als „Großdeutscher Sozialistischer Recht$staat“ jene Ausbeute des menschlichen Überlebenswillen noch weiter unterbieten. Die EU-Sozen(sozialistische Internationale/UNO) tönen einerseites: „Wir brauchen Facharbeiter“; und verschweigen zugleich welch billige monotone Tätigkeiten ‚Facharbeiter‘ verrichten sollen. Altkanzler Helmut Schmidt sprach seinerzeit bereits die Sozenformel, Zitat: „Jeder ist ersetzbar!“. Gerade im Sozialismus dienen permanente Neiddebatten dazu, z.B. „wer denn künftig ersetzbar sei?“. Haben wir die Sozen jemals anders gekannt?
    Mit Blick auf die Sachlage postet hier nun Autor Genosse Hans-Jürgen Klose, der „Großdeutsche Sozialistische Recht$staat“ möge im Schatten des chinesischen Imperium (welches kürzlich noch Entwicklungshilfen bezog), untergeordnete Marktnischen pflegen. Mit Blick auf die USA steht „American first“ plakatiert. Anders als in Europa gibt es dort entgegen den Sozen keine Untergangsstimmung. Ganz im Gegenteil, die US-Wirtschaft behauptet sich und nimmt den Europäern ihre Marktanteile durch die chinesische Hintertür ab. So what!

    Ist Autor Toni-Ketzer aufgrund vorgenannten jetzt ein rechtspopulistischer Reichbürger?

    • Welche Alternativen haben wir anzubieten?
      Raffen und Kaufen?
      CO2 Sparen und Wachstum?
      Autobahnen bis nur noch Hubschraubereinsatz die „Esel“ füttert, die nicht ausgerückt sind?

  3. Hallo Toni-Ketzer, Sie sind der erste der mich in die Nähe von Sozialisten bringt. Sie haben mich nicht verstanden. Wir brauchen alternative Handelspartner, keine Politlehrer. Der „chinesische Sozialismus“ funktioniert ohnehin nur in China. Wir werden sehen, dass die US-Handelspartner einer nach dem anderen aussteigen werden. Zudem wird es Zeit, dass wir unsere Unternehmen von US-Richtern nicht ausbluten lassen. China hat einen Riesenmarkt. Natürlich wäre mir Russland lieber, aber da zerschlägt unsere Regierung seit einiger Zeit das Porzellan. Auf der Suche nach Handelspartnern ist mir Türkei und Südamerika nicht so lieb, deren Währungen wenig stabil sind. Der gesamte Nahe Osten und Afrika sind weit davon entfernt realistische Abnehmer zu sein. Aber Danke für den Links-Verdacht- war bisher immer umgekehrt.

  4. Sehr geehrter Dr. Hans-Jürgen Klose;
    Sicherlich ist hier nicht die geeignete Plattform für ausgiebige Diskussionen.
    Man sollte nicht nur „abwarten“. Anders als im Sozialismus gilt unter Demokraten „handeln bevor man behandelt wird“. Hingeschaut: Die USA bekennen sich offen zur Recht$staatlichkeit. Der Trick jemanden vor ein parteiischen Richter zu zerren, ist Kernstück eines Recht$staat. (Siehe z.B. Monsanto & Bayer) Vom damaligen bürgerlichen Recht gibt es heute im Westen nur noch Fragmente. Das wissen die Russen und Chinesen längst und betreiben Handel mit Unrecht, nämlich bevor sie behandelt werden. Gewiß, wer sich solche als Handelspartner erhofft, kann nur als letzter Sieger vom Platz gejagt werden, (oder sei demütiger Genosse). Die künftige Währung heißt „harte Devise“, wo mit Gold aufgewogen wird. Schon vor „Agenda2010“ machte Autor Toni-Ketzer auf den Werdegang jener fatalen Wirtschaftslage unter Altkanzler H.Kohl bzw. „W.Schäuble(Gr.Gemeinschaft/UNION)“ darauf aufmerksam. Bis heute hinweg wurden immerzu dt.Marktanteile zu börsenfähige Packte gebündelt und verramscht. Nicht nur Russen und Chinesen haben sich bedient. Insbesondere die Chinesen brauchen überhaupt keine dt.Autos und die Russen exportieren z.B. modernste Landtechnik in aller Welt. (Siehe Firma Claas, Lemken, Rabe usw.) Bergbautechnik war seinerzeit billig zu haben, ist heute ausverkauft. Man zahlt mittlerweile in Deutschland Schutzgebühren an die Pharma(mafia), ist abhängig von ‚Wohl und Wehe‘ absolut fremder Interessen. Bäcker, Metzger, Schreiner resignierten schon vor Jahren. Schlimmer kann es eine demokratische Grundordnung kaum treffen. Genosse „Frank-Walter Steinmeier‘ heute: „Für Demokratie gibt es keine Ewigkeitsgarantie“.
    Der gesamte Nahe Osten und Afrika wären schon Handelspartner, hätten diese Vereine ihre Seele nicht dem Islam gewidmet. Es bleibt der Binnenmarkt welcher entgegen der „EU“ unbedingt aufgebaut und geschützt werden sollte. „Back to the roots“ wäre z.B. ein Thema;
    „toni.ketzer@t-online.de“ .

  5. Ein großer Teil unseres Exporterfolges ist in der Tatsache begründet, daß über Vorfinanzierungen und Bürgschaften es überhaupt erst möglich ist, bestimmte Länder zu bedienen und das sehen die Exportunternehmen natürlich gerne, können sie doch das eigentliche Risiko auf den Staat übertragen und der finanziert dann im Ernstfall die Pleite, wobei der Inlandsumsatz nur über teueres Geld auf eigene Rechnung abgewickelt werden kann und das ist der qualitative Unterschied. Wenn man so will ist ein Teil des gesamten Exportvolumens auf Sand gebaut und wenn man dann noch die ungeheueren Staatsschulden von annähernd 3 Billionen EUR hinzurechnet, dann befinden wir uns im Falle eines Crash`s in einer nahezu auswegslosen Situation und dann noch die Millionen Fremden dazu, das kann ja heiter werden und wer diese Politik betreibt ist das Gegenteil dessen was man unter Verantwortung versteht und die Leute werden es erst begreifen wenn der Tag X eintrifft, das tut dann richtig weh und im Vergleich zu früher, werden die Heutigen einen Niedergang weit schlimmer empfinden, denn man kennt ja im klassischen Sinne keine Armut mehr und deswegen dürfte dann auch die Reaktion wesentlich schlimmer ausfallen als in alten Tagen, wo man aus der Gewohnheit heraus das Darben eher noch verstanden hat als heute.

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