Der finnische Premierminister warf Russland vor, während der NATO-Kriegsspiele in Norwegen das GPS in Nord-Skandinavien sabotiert zu haben. Die Kriegstrommeln schlagen weiter.

Von Marco Maier

Juhu Sipilä, der konservative Premierminister Finnlands, warf gegenüber dem finnischen Radiosender „Yleisradio Oy“ (Yle) den Russen vor, während der NATO-Kriegsspiele (Trident Juncture) in Norwegen die GPS-Systeme sabotiert zu haben, so dass sie teilweise komplett ausgefallen sind.

Letzte Woche gab Air Navigation Services Finland (ANS Finland) für den gesamten Luftverkehr eine Warnung heraus, in der vor massiven GPS-Unterbrechungen in der nördlichen Region des Landes gewarnt wurde. Auch Norwegen gab eine gleichlautende Warnung während der NATO-Kriegsspiele heraus.

„Es ist möglich, dass Russland die unterbrechende Partei dort war. Es ist bekannt, dass Russland solche Fähigkeiten besitzt“, so Sipilä zu Yle. Er bezog sich dabei wohl auf Meldungen aus Syrien, wo die Russen mittels elektronischer Kriegsführung dafür sorgten, dass die US-Truppen, die Israelis und deren Verbündeten teilweise technisch völlig blind unterwegs waren.

Die Kriegsübungen wurden hauptsächlich in Norwegen durchgeführt, aber die Feldübungen erstrecken sich auf den Nordatlantik und die Ostsee sowie auf Finnland, Schweden und Island. An der wichtigsten Phase der Übung, dem LIVEX, die zwischen dem 25. Oktober und dem 7. November stattfand, nahmen rund 29 NATO-Mitglieder und die Partnerländer Finnland und Schweden teil. Die Beteiligung Finnlands an der „Trident Juncture“-Übung der NATO wurde als ein Schritt gesehen, der die finnische Hauptstadt Helsinki in Richtung Washington drängt – ein Schritt, der Russland nicht gerade erfreute.

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„Aus technologischer Sicht ist es relativ einfach, ein Funksignal zu stören, und es ist möglich, dass Russland dahintersteckt“, sagte Sipilä und fügte hinzu, dass Russland die Fähigkeiten dazu habe. „Es ist eine Message an alle Parteien, die an der militärischen Übung teilnehmen“, warnte er. Sipilä sagte, dass GPS-Jamming ein ernstes Risiko für die kommerzielle Luftfahrtindustrie darstellt, dass es die Wahrscheinlichkeit von zivilen Luftverkehrsunfällen erhöht und dass Finnland bereit ist, mit derartigen Störungen fertig zu werden.

Moskau bestreitet die Vorwürfe, mit den Störungen des GPS-Systems etwas zu tun zu haben. Aber man sei es schon gewohnt, ständig grundlos für irgendwelche Verbrechen verantwortlich gemacht zu werden. Indessen gibt es bislang noch keine Bestätigung dafür, wer oder war tatsächlich für die GPS-Störung verantwortlich war. Aber schlussendlich ist es auch egal, ob es nun Russland war oder eine False-Flag-Aktion der Amerikaner, die das GPS-System kontrollieren – die Kriegstrommeln schlagen weiter.

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3 thoughts on “NATO-Kriegsspiele: Finnland wirft Russland GPS-Blackout vor”

  1. Wenn es so leicht wäre, GPS zu stören?!
    Sehr viele neue Wunderwaffen sehen durch diese Brille.
    Eine Störung hätte einen ähnlichen Effekt, wenn Brillenträger im Winter in einem warmen Raum treten und ganz schnell irgendwohin müssen, sich die Brille aber nicht absetzen können.
    Da ist es schon für das Bauwesen ärgerlicher, wenn die während eines US-Krieges auf GPS setzen.
    Ein Witz über Genauigkeit der Berufe. Dreher 1/100 mm, Tischler 1 mm, Maurer – das Grundstück zu treffen.
    Also gefühlt : Zweck-News. Die Obrigkeit hat ja schon „Falschnachrichten“ = „fake news“ anektiert.
    Was die Obrigkeit kann, kann ich auch – neue Worte einführen.

  2. Das läßt erahnen, daß hinter dem aufwenigen Zirkus immer ein Faktor X als Unbekannter und vermummter Begleiter im Schatten verbleiben.
    Sicher ist nix.

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