Italien: Die Angst vor der tickenden vulkanischen Zeitbombe geht um

Beim Vesuv und den Phlegräischen Feldern rumort es derzeit. Die Angst vor einem gewaltigen Ausbruch geht um. Nicht nur Italien, auch der Rest Europas wäre betroffen.

Von Marco Maier

Selbst der „Spiegel“ kommt nicht darum herum, über die hohe Ausbruchsgefahr der Phlegräischen Felder zu berichten. Ein rund 150 Quadratkilometer umfassender Supervulkan im Süden Italiens, der in den letzten Monaten und Jahren deutlich an Aktivität gewonnen hat – und mit Aufwölbungen von bis zu 40 Zentimetern das Interesse der Vulkanologen erweckte. Denn: Beim letzten großen Ausbruch im Jahr 1538 war es laut den Forschern ähnlich.

Aber das ist nicht das einzige Indiz für einen baldigen Ausbruch. Auch anhand von Gesteinsproben, Untersuchungen des Geländes und Modellberechnungen warnen die Wissenschaftler im Fachmagazin „Science Advances“ davor, dass sich in der letzten Zeit offenbar sehr viel Magma angesammelt haben könnte und dort nun ein enormer Druck herrsche. Eine höchst gefährliche Kombination.

Explodieren die Phlegräischen Felder, wären nicht nur Neapel und die anderen Städte in der Region verwüstet – halb Europa würde unter einem enormen Ascheregen leiden und die ganze Nordhalbkugel in einem „vulkanischen Winter“ gehüllt sein. Das heißt: für einige Jahre wäre die Sonneneinstrahlung aufgrund der in die Atmosphäre geschleuderten Partikel und Gase deutlich reduziert und es würde zu Missernten kommen.

Zwar kann niemand sagen, wann es soweit ist, dass den Europäern die Phlegräischen Felder sprichwörtlich um die Ohren fliegen – Berechnungen der Vulkanologen zufolge ist ein Ausbruch während der nächsten zwei bis fünfhundert Jahre jedoch durchaus sehr wahrscheinlich. Und dann werden sich die Menschen in Europa – im wahrsten Sinne des Wortes – warm anziehen müssen.

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