Bild: Wikimedia / Jamie Adamas CC BY-SA 2.0

Aktuell gibt es keine zentrale Behörde, die den europäischen Glücksspielmarkt als Ganzes regelt. Stattdessen ist jedes Land selbst für die Erstellung der Regelungen und Lizenzen für den Glücksspielmarkt zuständig. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind immens, zudem werden solche Regulierungen häufig geändert und angepasst, sodass es sowohl für Anbieter als auch für Kunden nicht immer einfach ist, die Regeln zu durchschauen und sich über die Gesetzlage stets im Klaren zu sein. Während das legale Angebot von Glücksspiel in Deutschland allein den staatlich geführten Einrichtungen gestattet ist, ist das Spielen im Internet im nicht-regulierten Bereich dennoch möglich.

Die Glücksspiellizenz

Jeder, der Glücksspiel anbieten möchte, benötigt hierzu eine Lizenz. Prinzipiell kann ein Anbieter von Glücksspielen in dem Land eine Lizenz erhalten, in dem er ansässig ist, sofern die benötigten Voraussetzungen erfüllt sind. Problematisch ist dies allerdings, wenn in dem jeweiligen Land das Glücksspiel verboten bzw. durch den Staat monopolisiert wurde. In solchen Fällen kommt den Anbietern von Glücksspielen im Online-Casino das Gesetz des Europäischen Gerichtshofs gelegen. Dieser lehnt derartige Staatverträge ab, wodurch Spielern, die in jenen Ländern online spielen, in den seltensten Fällen eine Verfolgung droht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die örtlichen Verbote gegen die Dienstleistungsfreiheit der EU verstoßen würden, die es lizenzierten Unternehmen erlaubt, in der gesamten EU ihre Leistung anzubieten.

Deutschland

Die Regelungen bezüglich des Glücksspiels sind in Deutschland nur schwer zu durchschauen, da hier das Glücksspiel nicht auf Bundes-, sondern auf Länderebene reguliert wird. Während zwischen 2008 und 2012 das Glücksspiel in Deutschland untersagt war, wurde 2012 der Glücksspielstaatsvertrag von den Bundesländern unterzeichnet. Dieser erteilt dem Staat alleiniges Monopolrecht für das Angebot von Glücksspiel. Somit sind staatliche Spielbanken, wie die Spielbank Hohensyburg – Deutschlands größte Spielbank gelegen in Dortmund – hierzulande zwar erlaubt, Lizenzen werden an Online-Anbieter in Deutschland jedoch nicht erteilt.

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Vereinigtes Königreich

Das Vereinigte Königreich umfasst einen der größten und ältesten Glücksspielmärkte Europas. Bereits im 18. Jahrhundert wurde das Glücksspiel hier erstmalig durch Gesetze geregelt, inzwischen hat es sich zu einem wichtigen Industriezweig des Landes entwickelt. 2005 erfolgte hier der „Gambling Act“, durch den die Glücksspielkommission das Recht erhielt, die Glücksspielaktivitäten im Vereinigten Königreich zu regulieren und zu kontrollieren. Sowohl das Spielen offline als auch online wird hierdurch geregelt, zudem werden durch die Kommission Glücksspiellizenzen an Anbieter erteilt, die Wetten, Casinospiele und Lotterien anbieten. Seit 2014 muss jeder Anbieter im Vereinigten Königreich zunächst eine Lizenz erwerben, bevor er in den Markt eintreten darf.

Frankreich

Die Franzosen sind dafür berühmt, die Grundsteine für das heutige Blackjack (Vingt et Un) gelegt zu haben, außerdem haben sie bereits im 18. Jahrhundert das Roulette popularisiert. Bis heute ist das Glücksspiel hierzulande sehr beliebt und einige der Casinos im Süden Frankreichs feiern internationale Bekanntheit. Wie auch in Deutschland, liegt das Monopolrecht für Glücksspiel beim Staat. Aktuell besitzt der Staat 72 Prozent des Kapitals des Spielbetriebs „Française des Jeux“. Nun soll eine Privatisierung des Glücksspiels in Frankreich erfolgen, die mit einer Veränderung der Gesetzeslage einhergehen würde. Während zunächst das Anbieten von Online-Casinos in Frankreich untersagt war, wurde 2010 die „ARJEL“ ins Leben gerufen – eine unabhängige Behörde, die für die Regulierung des Online-Glücksspielmarktes und die Lizenzvergabe zuständig ist. Diese bezieht sich allerdings ausschließlich auf Poker, Sport- und Pferdewetten, Online-Casinos blieben weiterhin untersagt.

Schweiz

In der Schweiz wird gerne Glücksspiel betrieben: Über 50 Prozent der Einwohner vergnügen sich zumindest gelegentlich mit Lotterien, Sportwetten, Poker und Casinospielen. Für den Großteil des 20. Jahrhunderts war das Glücksspiel in der Schweiz allerdings untersagt, bis 1993 das Glücksspielgesetz Casinospiele mit beschränkten Einsätzen und 2000 mit unbeschränkten Einsätzen erlaubte. Die Schweiz unterteilt das Glücksspiel in zwei Bereiche: Die Spiele, die auf dem Zufall basieren, und jene, die dem Spieler Fähigkeiten abverlangen. Erstere dürfen in der Schweiz lediglich im landbasierten Casinohaus gespielt werden, Online-Glücksspiel ist hierzulande gänzlich verboten. Aktuell gibt es keine Behörde, die sich dem Onlinemarkt widmet. Nachrichten zufolge soll die Schweiz 2019 ein neues Gesetz verabschieden, durch das auch der Online-Bereich legalisiert werden soll.

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Die Gesetze bezüglich des Glücksspiels fallen in den Ländern des europäischen Kontinents sehr unterschiedlich aus. Während in einigen Ländern viele Freiheiten bestehen, wird in anderen der Markt streng reguliert und eingeschränkt. Die Gesetzeslage ist im stetigen Wandel, sodass es spannend bleibt, wie sich die Zukunft des Glücksspiels in Europa entwickeln wird.

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