Saudi-arabische Armee.

Das ganze Gezeter rund um den ermordeten Khashoggi soll über die Tatsache hinweg täuschen, dass es sich hierbei um eine ganz andere Sache handelt. Hier geht es um Waffendeals und Geheimdienstarbeit im Nahen Osten.

Von Dr. Hans-Jürgen Klose

Die Öffentlichkeit übersieht völlig das politische Gewicht des internationalen Waffenhandels, dort werden oft politische Grenzen selbst zwischen verfeindeten Staaten unterlaufen. Es geht um eine eingebürgerte Form einer eigentümlichen Beziehungspflege zwischen Nationen, natürlich auch um Milliardenbeträge, aber vor allem um das Speisen von Krisen in Ländern in denen die jeweiligen Geheimdienste die Gewichte so verschieben, dass dort am Ende eine „nützliche Politik“ betrieben werden kann.

83 Prozent aller Deutschen lehnen in Umfragen Waffenhandel ab. Dennoch ist die Bundesrepublik der drittgrößte Waffenexporteuer der Welt. 60 Prozent des deutschen Exportvolumens geht dabei in „unsichere Drittländer“ in denen Menschenrechte verletzt werden oder Bürgerkriege toben. So wurden zum Beispiel Waffen für Syrien von deutschen Firmen über die Ukraine über geschickte Reimporte an Assad-Feinde verkauft.

Das dumme Gezerre wegen des Todes von Khashoggi in der saudischen Botschaft der Türkei, darf niemanden darüber hinwegtäuschen, dass es auch hier um Waffenhandel ging. Denn Adnan Khashoggi, der Cousin des „Journalisten“ Khashoggi, der der größte und erfolgreichste Waffenhändler der Welt war, hatte in der Vergangenheit diese verwandtschaftlichen Dienste mehr als einmal in Anspruch genommen. Ich kann das so sagen, weil ich einige Zeit in der Familie einen mehr als engen Kontakt hatte.

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Dass Prinz Mohammed bin Salman als der saudische Thronfolger jetzt von Trump für die CIA zum Abschuss freigegeben wird, hat mit dem energischen Bemühen des Prinzen um Unabhängigkeit von den USA zu tun – die er schon fast erreicht hat. Die USA versuchen daher unter Einbeziehung der Presse und der Geheimdienste einen Machtwechsel im strategisch wichtigsten Land im Nahen Osten durchzudrücken.

Dass die Türkei die Amerikaner darin jetzt unterstützt, hat mit der neuen Nähe zwischen Trump und Erdogan zu tun. Für die Türkei sind die Saudis eine unliebsame Konkurrenz im Kampf um die Vormachtstellung in der muslimischen Welt des Nahen Ostens.

Wer das nicht glaubt, der erinnere sich an Uwe Barschel oder den schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme – bei beiden ging es um Waffenhandel. Natürlich wurden auch hier beide Morde nicht aufgeklärt – natürlich mischten bei beiden sowohl die eigenen Geheimdienste als auch der Mossad mit. Auch der Mord an Khashoggi wird nie aufgeklärt werden.

Und wieder tut alle Welt empört, wie damals auch. Die anderen Waffennationen machen genau wie Deutschland weiter ihre Deals ohne jeden ethischen Anspruch. Menschenrechte scheinen mit Ethik nichts zu tun zu haben, denn dass unsere Werftarbeiter die Boote für Saudi-Arabien nicht weiter bauen dürfen und in die Arbeitslosigkeit geschickt werden, hat mit dem moralischen Gewissen von Merkel nichts zu tun – hier geht es darum Trump Nibelungentreue zu zeigen.

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