In der US-Politik spiegelt sich der naive Chauvinismus und der Größenwahn eines Volkes wider, welche sie glauben lässt, unbesiegbar zu sein.

Von Dr. Hans-Jürgen Klose

„Das Schicksal beschützt Kinder, Idioten, Betrunkene und die Vereinigten Staaten.“ Dieser Ausspruch des preußischen Staatsmanns Otto von Bismark hatte lange Zeit Gültigkeit. Seit die USA sich immer tiefer zwischen Republikanern und Demokraten spalten, ist es mit dieser Vorsehung vorbei.

Die Überlegenheit der Amerikaner, egal auf welchem Gebiet, ist in der Realität nicht mehr vorhanden. Ob militärisch oder ökonomisch haben andere gleichgezogen. Aber die größte Gefahr sind die USA selber für sich selber. Wir hatten in Südamerika im 16. Jahrhundert einen Inka-Staat, der war so mächtig, kulturell so weit vorne und so kriegerisch, dass es auf dem Kontinent keine Konkurrenz gab. Nach einem kurzen Bruderkrieg und der vorübergehenden Spaltung des Reichs, reichten 180 spanische Soldaten um dieses Reich vom Erdboden verschwinden zu lassen.

Heute ist der American way of life nur noch für 20 Prozent der US-Bürger möglich. Die Unbarmherzigkeit des amerikanischen Finanzwesens schließt immer mehr Staatsbürger aus. Zudem ist ein Teil der Südstaaten mit den Problemen der schwarzen Bevölkerung allein gelassen. Die politische Spaltung des Landes zwischen Demokraten und Republikanern hat schon längst mit Politik nichts mehr zu tun, sondern ähnelt eher den Bandenkriegen rivalisierender Mafia-Clans. Es wird bestochen, unterdrückt und unter Druck gesetzt. Das Land das sich als Hüter der Demokratie verstand, zerbricht an seinen hausgemachten Problemen.

Die Größe und Weite des Landes hat zu einer Gigantomanie geführt, die einem unbeteiligten Europäer fast kindlich anmutet. Alles ist das Größte, das Beste, das Schnellste. Aber die höchsten Wolkenkratzer stehen schon längst nicht mehr in den USA und die besten Waffen sind heute nicht mehr die mit der gewaltigsten Feuerkraft. Asymmetrische Kriegsführungen zeigen wie verletzlich selbst die letzten Entwicklungen der amerikanischen Rüstungsindustrie sind. Mit importierten Panzerfäusten, die von einem Rekruten bedient werden können, zeigen islamistische Guerilla wie der Superpanzer M1A2 Abrams wie eine Konservenbüchse geknackt wird. Fast 100 Jahre haben amerikanische Militärs Tapferkeit und militärisches Genie durch Masse ersetzt gehabt – Masse an Bomben, Masse an Panzern, Masse an Flugzeugen und Kriegsschiffen.

Als 1962 das kleine Kuba die Großmächte fast in einen Atomkrieg zog, hat man daraus keine Lehren gezogen. Schon 500 v.Chr. schrieb der chinesische Militärstratege Sunzi „Der klügste Krieger ist der, der niemals kämpfen muss.“ („Die Kunst des Krieges“). Amerikaner müssen anscheinend immer kämpfen. Vietnam und Afghanistan haben anscheinend nicht gereicht. Spätestens seit Eintritt der Amerikaner in den 2. Weltkrieg ist von Kriegskunst keine Rede mehr, das hat sich seit Gründung der NATO noch weiter verschlechtert.

Die schlimmsten Krisenpunkte sind dabei von den USA noch gar nicht berührt worden. Der Vertrag zwischen Taiwan und den USA hat Taiwan unter den Schutz der Vereinigten Staaten gestellt, für den Fall dass China Truppen nach Taiwan verlegen sollte. Taiwan hat aufgehört den großen Bruder zu reizen und genießt inzwischen die guten Handelsbeziehungen zu ihm. Mit der Marktöffnung der Volksrepublik sind Taiwan und China ideologisch nicht mehr weit voneinander entfernt – die USA verlieren auch hier zunehmend an Einfluss, aber der ist weder mit der Navy noch mit Handelsblockaden zurückzugewinnen. Souveränität zeigt sich in Fairness.

4 KOMMENTARE

  1. Jene Darstellung militärische Kräfte der USA, seitens Dr. Hans-Jürgen Klose sollte kommentiert werden.
    Man liest über den Kriegsdurst der USA. Wobei militärische Stärke unter kranke Geister überhaupt keine Sicherheitsgarantie bietet. Somit sind Waffengänge unvermeidlich. Als Aufgabe des Friedenswillen gilt primär die eigentlichen Ursachen für militärische Stärken zurückzubauen. Somit galt nach dem kalten Krieg politisch, wirtschaftlich und militärisch, insbesondere Russland einzubinden. Andere z.B. vorderasiatische Staaten hingegen kauften russische Waffenbestände aus Zeiten des kalten Krieg. Kinder lernten neben lesen des Koran bedienen einer Kalaschnikow. Wo Russland in aller Ruhe westliche Militärtechnik studierte und diese dann heimlich verbesserte. Die USA und Bündnisse hingegen konzentrierten sich auf dem seitens Sozen inszenierten politischen Kampf gegen Vernunft und den Terrorismus. Heute ca.30Jahre nach dem kalten Krieg demonstrieren die Russen nach alten Muster, neue militärische Stärke. Man sehe frei dem KGB-Motto: „Ein Geheimdienstler hat seine Zunge nicht, um seine Gedanken auszudrücken, sondern um sie zu verschleiern“. Es tönt seitens Russland unverhohlen, Zitat: „Wir setzen unsere Außengrenzen dort hin, wo wir es wollen“. Das werter Autor Dr. Hans-Jürgen Klose ist eine offene Kriegserklärung an den Friedenswillen.

  2. Trump und Q-Anon scheinen die Menschen wieder einander näher kommen zu lassen und das ist keineswegs verwerflich!
    Teile-und-Herrsche muss aufhören! Seit 100 Jahren wird die Welt geknebelt. Ob das vielleicht mit dem sich selbst auserwähltem Volk zu tun hat?!

  3. Die Amis können garnichts! Fast alles an Technik kommt von Einwanderern oder wurde geklaut! Haben die überhaupt mal einen ihrer Kriege eigenständig gewonnen??? Nein! Allein bekommen die hochtechnisierten us Streitkräfte nichts hin! Ohne ihre tausenden a-Bomben wären die nicht’s!

  4. Wer einmal in den USA in einer der Bretterbuden gewohnt hat, die die Amis Häuser nennen, und sich darin das plumpe Equipment (Waschbecken Herd etc.) angesehen hat oder wer einmal den Kabelsalat mit den Kondensatoren an Telegraphenmasken gesehen hat, der muß sich zumindest unterbewusst fragen: „Das soll das weltbeherrschende Imperium sein?“. Dann erlebte ich die Oberflächlichkeit der Amerikaner und nach neun Wochen hatte ich nur noch einen einzigen Wunsch: „RAUS AUS DIESEM LAND!“.
    Den Ausführungen auf dieser Seite kann ich absolut folgen und sehe die Sache ebenso. Beängstigend ist nur noch die Gefahr, das irgend einer dieser Mafiosos, zum Zweck der innerpolitischen Stabilisierung, einen weiteren Krieg anfängt, der dann zu einem FLächenbrand führt. Zuzutrauen ist es jedenfalls beiden Lagern und an einen Gott, der uns vor dem Antichrist „USA“ schützt, glaube ich nicht.

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