Der Elefant im französischen Porzellanladen

US-Präsident Donald Trump verprellte die Franzosen und auch die anderen Europäer mit seinem mangelhaften Geschichtswissen und dem üblichen überheblichen Gehabe der amerikanischen Konservativen gegenüber Europa.

Von Eric Margolis / Antikrieg

Auf die Frage, ob die sehr kritischen Tweets von Präsident Donald Trump über den französischen Präsidenten Emmanuel Macron unangenehm und unelegant seien, antwortete Macron elegant: „Sie haben alles gesagt“.

Ja, sie waren unangenehm und unelegant, gelinde gesagt. Schlimmer noch, Trumps Tweet-Feuerwerk kam am selben Tag, an dem Frankreich der Ermordung von 130 Parisern durch Bewaffnete im Jahr 2015 gedachte. Ein hochrangiger französischer Pressevertreter behauptete, Trump „mangle es an allgemeinem Anstand“. Indem er die Sache noch verschlimmerte, weigerte sich Trump, an einem Grabmal für amerikanische GIs aufzutauchen, die in der blutigen Belleau Wood-Schlacht von 1918 getötet wurden. Am nächsten Tag besuchte er eine andere Gedenkstätte in der Nähe von Paris.

Ein großer Fauxpas, Monsieur le President Trump. Sie brauchen einige außenpolitische Profis anstelle der Amateur-Ideologen, die einen riesigen Schaden an den Angelegenheiten und am Image der Nation angerichtet haben.

Dieser Streit entstand, nachdem Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Europäischen Parlament in Straßburg gesprochen und eine gemeinsame europäische Armee zur „Ergänzung“ der NATO gefordert hatten.

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Zuvor hatte Bundeskanzlerin Merkel erklärt, dass Europa beim Schutz nicht mehr länger auf die Vereinigten Staaten von Amerika angewiesen sein könne. Merkels offenes Gespräch war eindeutig ein Schlag ins Gesicht des reizbaren Trump, dessen aggressive Politik die USA in die Konfrontation mit Russland, China, Iran, der Türkei, Venezuela, Kuba und einem Großteil der muslimischen Welt gebracht hat.

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In der Tat erklärten Deutschland und Frankreich, die beiden Großmächte Europas, sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ihre Unabhängigkeit von der US-Hegemonie. Viele Europäer – und sicherlich auch Deutsche – halten ihre Nationen immer noch für militärisch und politisch vom amerikanischen Imperium besetzt. Wie sonst könnte die Spionagebehörde der US-National Security (NSA) damit durchkommen, Angela Merkels Handy ohne deutschen Protest abzuhören?

Welchen Grund gibt es angesichts der militärischen und finanziellen Schwäche Russlands (ein Verteidigungsbudget von weniger als einem Zehntel der USA) für eine starke US-Militärpräsenz von Spanien bis zur Ostsee und zum Schwarzen Meer? Es gibt noch US-Militärstützpunkte in Italien, Spanien, Portugal, Deutschland (34 Stützpunkte), Belgien, Holland, Großbritannien, Türkei, Dänemark, Bosnien, Bulgarien, Rumänien, Kosovo, Griechenland und bald Polen.

Große Teile Europas sind nach wie vor militärisch von den USA besetzt. Erstaunlicherweise verfügt die Europäische Union, die wichtigste Wirtschaftsmacht der Welt, nur über eine sehr geringe Fähigkeit zur Selbstverteidigung. Stattdessen betreiben und finanzieren die USA den Löwenanteil der NATO. So wie im alten Kalten Krieg der Warschauer Pakt von Moskau aus gesteuert wurde, so wird die NATO von Washington aus geführt und ist ein wichtiger Bestandteil der Weltmacht der Vereinigten Staaten von Amerika.

Nationen, die keine eigenen Streitkräfte haben, haben sehr wenig Souveränität. Costa Rica ist eine charmante Ausnahme. Großmächte wie Frankreich, Großbritannien und Deutschland müssen einen guten Teil ihrer eigenen Streitkräfte kommandieren oder sich zu einer gemeinsamen Streitmacht zusammenschließen. Das ist es, was Merkel und Macron zu Trumps Empörung vorschlugen.

In den 1950er Jahren stimmten die Europäer der NATO zu, aus Angst vor einer Wiederholung der Schrecken zweier europäischer Kriege ebenso wie aus der Angst vor einer sowjetischen Invasion, die damals sehr real war. Sogar die Schweizer bauten Festungen, um eine Invasion der sowjetischen Roten Armee zu verhindern, und Frankreich begann mit den Arbeiten zur Modernisierung und Verstärkung der Verteidigung der Maginot-Linie.

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Der wütende Trump feuerte zurück, indem er Frankreich daran erinnerte, dass es in zwei Weltkriegen von den Vereinigten Staaten gerettet wurde, große wirtschaftliche Probleme hatte und den Deutschen nicht vertrauen konnte. Dies ist ein beliebtes Thema bei Frankreich hassenden ungebildeten Konservativen und Neokonservativen. Ich vermute, dass ihr Hass auf Frankreich dadurch entsteht, dass sie von unhöflichen Kellnern in Pariser Restaurants als Touristen schlecht behandelt und von versnobten Franzosen als unkultivierte Flegel und Bauern verspottet werden. Trumps Kernanhänger – evangelische Christen – betrachten Franzosen und andere Europäer meist als degenerierte, gottlose Christenhasser.

Sie vergessen bequemerweise, oder wissen nicht, dass französische Soldaten und Matrosen während der amerikanischen Revolution entscheidende Siege über die britischen Streitkräfte brachten. Eine Hauptursache für die Französische Revolution war der Staatsbankrott, der durch die hohen Ausgaben König Ludwigs für militärische Hilfe für den Unabhängigkeitskrieg der USA verursacht wurde.

Wenn ich in Metz in Frankreich, bin, begrüße ich immer die Statue des Marquis de Lafayette, der die französischen Streitkräfte bei der Unterstützung der amerikanischen Revolution führte. Ohne französische Hilfe könnten die Amerikaner heute in das schreckliche Brexit-Durcheinander verstrickt sein.

Die NATO bietet Washington einen enormen geopolitischen Einfluss und enorme Mengen an militärischen Verkäufen. Kein Wunder, dass die USA wüten, wenn von einem unabhängigen europäischen Militär die Rede ist. Die Idee greift die amerikanische Herrschaft über Europa und die Nutzung der NATO an, um ihren Willen dem Nahen Osten, Afrika und Westasien aufzuzwingen.

Ironischerweise haben Trumps offensichtlicher Hass auf Europa und die Forderungen seiner neokonservativen Prätorianer, dass die Vereinigten Staaten von Amerika die ganze Welt dominieren sollen, Europa dazu veranlasst, sich von seiner alten Unterwürfigkeit gegenüber Washington abzuwenden und über echte Unabhängigkeit zu sprechen. Aber der Aufbau echter euro-bewaffneter Streitkräfte wird erschreckend teuer und politisch belastet werden. Wenn man beobachtet, wie sich die EU um Agrargesetze und andere wirtschaftliche Fragen streitet, ist das wenig vertrauenerweckend. Aber die EU muss über eigene Verteidigungsfähigkeiten verfügen, wenn sie der permanenten Knechtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika entkommen will.

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6 Kommentare

  1. Tatsache ist doch, daß es sich bei allen europäischen Staaten im Westen nur um Mittelmächte handelt und hätten die Amerikaner in den letzten Weltkriegen nicht eingegriffen, dann würde heute die Landkarte völlig anders aussehen und der Versuch der Europäer, sich über die Brüsseler EU zu emanzipieren ist doch bislang gescheitert, denn bei diesem egoistischen Haufen ist auch nichts anderes zu erwarten und die Amerikaner waren zum einen die Gewinner, indem sie ihre Vorposten ausbauen konnten, aber gleichzeitig enorme Kostensteigerungen im Militärbudget zu verzeichnen hatten, weil die Natomitglieder nicht einmal willens waren ihre eigene Verteidigung in angemessenem Rahmen zu finanzieren und der neue Präsident hat seinen Finger auf diese Wunde gelegt und nun sind sie beleidigt und meinen eine eigene und unabhängige Armee sei preiswerter, wobei noch nicht einmal die Frage gelöst ist, wer dann den Oberbefehl inne hat, vermutlich wollen die Franzosen den Koch stellen und die Deutschen dürfen kellnern, dann können sie auch gleich in der Nato bleiben und das wäre im Ernstfall effizienter und somit bleibt Europa in gemeinsamer Sache ein in sich zerstrittener Haufen und die anderen freut`s, könnnen sie doch in dieser Zeit ihr eigenes Süppchen kochen.

  2. Eine EU Armee wäre die schlechtere Variante der NATO.
    Die Staaten, die diese EU Armee wollen,
    sind nicht bereit die eigenen Grenzen zu schützen, aber sehr willig Angriffskriege zu führen und gewaltsam gegen Nicht-Willige in Europa vorzugehen

  3. „In den 1950er Jahren stimmten die Europäer der NATO zu, aus Angst vor einer Wiederholung der Schrecken zweier europäischer Kriege ebenso wie aus der Angst vor einer sowjetischen Invasion, die damals sehr real war.“
    Käse!
    Die Generation Deutschen nach Hitler hat sich einen Bären aufbinden lassen.
    Greenhörner eben.

  4. Die Amerikaner halten die deutsche seit 100, und die französische Nation seit 73 Jahren im Würgegriff.

    Zweimal wurden die Deutschen vor ein Siegertribunal geschleift, beim ersten Mal hat man die Abgesandten des Deutschen Reiches mit vorgehaltener Waffe zur Unterschrift des Versailles-Diktats gezwungen, beim zweiten Mal hat man beim IMT in Nürnberg den bis heute größten Zivilisationsbruch der Rechtsgeschichte gegen die deutsche Führung vollzogen.

    Da waren die Franzosen noch als „Sidekicks“ mitbeteiligt, doch die Amerikaner sind die hauptverantwortlichen Richter und Henker des Deutschen Reiches. Statt die Hand zur Versöhnung auszustrecken, reichten sie den Deutschen den Strick. Zusammengenommen haben die amerikanischen Völkermörder im und nach dem Zweiten Krieg mindestens 20 Millionen Volksdeutsche kaltblütig ausgerottet. Wehrlose und unschuldige Menschen, Alte, Frauen und Kinder wurden nach dem Krieg millionenfach der Folter und dem Hungertod preisgegeben, in den „Killing Fields“ von Eisenhower, sowie bei den Vertreibungen im osteuropäischen Raum. Die Amerikaner folgten der Morgenthau-Politik, während man sich selbst die Bäuche vollschlug.

    Im Auftrag der Zionisten, haben Angehörige der amerikanischen Völkermordnation das deutsche und das französische Volk danach entzivilisiert, umerzogen, gehirngewaschen, Deutschland und die Grande Nation mit demokratischen Statthaltern ausgerüstet, den Volkscharakter der Deutschen und der Franzosen zur Unkenntlichkeit entstellt, die Länder mit dem leerzivilisatorischen „American Way of Life“ vollgestopft, die Köpfe und Herzen der Deutschen und Franzosen mit dem aus Hollywood stammenden Schuldkult manipuliert. Dem französischen Philosophen Règis Debray und seinem Buch „Civilisation. Comment nous sommes devenus américains“ zu Folge, beginnt die Chronologie der „Amerikanisierung“ im Jahre 1919 mit der Unterzeichnung des „Vertrags“ von Versailles, wo das Monopol des Französischen als Sprache der Diplomatie gebrochen wurde. Der amerikanische Präsident Woodrow Wilson, der Totengräber des Alten Europas, verlangte damals auch eine englische Version des Schanddiktats. Debrays Chronologie endet in der Gegenwart mit der Wahl Emmanuel Macrons; zum ersten Mal legt ein französischer Präsident beim Abspielen der Marseillaise nach amerikanischem Vorbild die rechte Hand auf sein Herz.

    Was die den Zionisten dienenden Amerikaner und Demokraten aus den einstmals freien und großen Kulturnationen Deutschland und Frankreich gemacht haben, ist so als hätten sie zwei liebreizenden Frauen mit Salzsäure das Gesicht zerstört und sie so lange geprügelt und gefoltert, daß sie sich nurmehr im Rollstuhl fortbewegen können. Für Italien gilt mit Abstrichen dasselbe.

    Leider haben die Franzosen, und noch mehr die Deutschen, ihre Seele und das Leben ihrer Kinder und Angehörigen im Tausch für „konsumistisches Flittergold“ (Dr. Thor von Waldstein) an die USA verkauft. Von daher sollte man sich keinen Illusionen darüber hingeben, daß das französische und deutsche Volk dem angloamerikanisch-zionistischen Würgegriff noch einmal entkommen wird. Dazu müsste das US-Völkermordimperium entweder von alleine in die Knie gehen, oder von China und Russland in die Wüste geschickt werden. Wunschdenken. Aber mit etwas Glück, erhalten die autochthonen Deutschen und Franzosen zukünftig noch ein paar Reservate, in denen sie sich eine Marlboro anstecken dürfen, während sie von Harley-Davidson, McDonalds und dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten träumen dürfen.

    1. Treffender geht nicht.
      Aus der Seele geschrieben, was dieses Mischvolk heute landauf landab nicht begreifen und noch weniger fühlen wird.
      Man könnte es nicht besser auf den Punkt bringen.
      Der Volkscharakter ist es, der als wesentliche Kultursäule bereits abzuschreiben ist.
      Der „Deutsche“ von heute ist mit einem Deutschen aus der Zeit vor 1945 nicht vergleichbar.
      Heute erleben wir ein hybrides, gehirngewaschenes und umerzogenes Produkt aus einer einer Presse und Medienlandschaft von zionistischen Besitzern.
      Ich halte mich kurz, denn ist alles gesagt.
      Danke dafür, wie sie es auf den Nenner gebracht haben.

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