Donald Trump. Bild: Flickr / Gage Skidmore CC BY-SA 2.0

US-Präsident Donald Trump gilt als „Elefant im weltpolitischen Porzellanladen“, doch im Grunde genommen macht er nur das, was Washington immer schon tat: US-Interessen über alles stellen.

Von Marco Maier

Donald Trump und dessen neokonservative Administration haben seit seinem Amtsantritt kaum einen Anlass ausgelassen, die eigenen Partner, Alliierten und Vasallen zu brüskieren. Alleingänge aus der Position der Stärke heraus und eine eigenwillige Rosinenpickerei was internationale bzw. multilaterale Abkommen betrifft inklusive. Doch die Empörung darüber ist eigentlich pure Heuchelei.

Denn schon seit vielen Jahrzehnten gilt in der US-amerikanischen Politik die Devise, dass die eigenen nationalen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen im Vordergrund stehen, gefolgt von jenen Israels. Alles Andere spielt faktisch nur eine untergeordnete Rolle. Das war schon früher so und hat sich nicht wirklich geändert. Trump ist lediglich einfach nur deutlich undiplomatischer und direkter in seinen Forderungen, die unter dem alten Establishment noch eher indirekt erhoben wurden.

Und wenn Trump hingeht und die NATO-Staaten dazu auffordert, gefälligst mehr Geld ins Militär zu stecken, dann hat das nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass die USA so viel für die „Sicherheit“ Europas ausgeben würden. Nein, es geht darum, dass das US-Imperium völlig überdehnt ist und die militärische Aufrüstung der europäischen Aliierten es den Amerikanern erlauben, sich auf den ostasiatischen Raum zu konzentrieren. Dort wartet nämlich der Gegner China und die Europäer dürfen sich im Weltkriegsfall gegen Russland verheizen lassen.

Das Perfide an der US-Taktik ist, dass sie es in all den Jahrzehnten in denen sie sich über das Völkerrecht, internationale Verträge und Abkommen, sowie die Interessen ihrer Alliierten hinwegsetzten, schafften, ihnen einzureden dass dies auch gut für sie selbst wäre. Und dank der medialen Propaganda hat sich dieses Denken auch in den Köpfen vieler Menschen festgesetzt. Dabei ist gerade für die Europäer diese „transatlantische Partnerschaft“ in weiten Teilen nur ein relativ einseitiges Geschäft gewesen. Mit Großbritannien und Frankreich gibt es da auch zwei Atommächte und ein (west-)europäisches Verteidigungsbündnis hätte auch zu Zeiten des Kalten Krieges ausgereicht, da die Spannungen ohne die US-Einmischung wahrscheinlich nicht so groß gewesen wären.

Und heute? Da lassen sich die Europäer (erneut) gegen Moskau in Stellung bringen. Dabei müsste eine nachhaltige europäische Sicherheitspolitik auf normale, gute Beziehungen zu den anderen Großmächten – also den USA, Russland und China – beruhen und unter Berücksichtigung der geopolitischen Verhältnisse vor allem eine Position des Ausgleichs einnehmen. Doch selbst heute, mit all den Spannungen mit Washington, bleiben die Transatlantiker in Europa stark. Und warum das? Weil die Indoktrinierung durch die ganzen Denkfabriken und Vereine nach wie vor anhält und die USA immer noch ein Orientierungspunkt sind.

Wir müssen uns dennoch bewusst sein, dass die extrem nationalistische Politik Donald Trumps nur ein ungefiltertes Bild dessen ist, was Washington schon seit „Ewigkeiten“ durchzieht. Trump hat den USA nur die Maske vom Gesicht gerissen und setzt einfach auf extremen Unilateralismus, wo sich die meisten seiner Amtsvorgänger zumindest für die Öffentlichkeit noch darum bemühten, den Menschen einen multilateralen Westen zu verklickern. Nun jedoch scheint es tatsächlich zu einem größeren Riss durch den Atlantik zu kommen. Bleibt die Hoffnung, dass dies auch bei einem Trump-Nachfolger anhält, der wieder der alten globalistischen Linie folgt.

11 KOMMENTARE

  1. Schauen Sie sich doch in unserer westlichen Kultur um, er tut nur das was jeder Einzelne tagtäglich tut. An sich selbst denken, ohne Rücksicht auf Verluste.

  2. Trump zeigt heute wieder das deutsche Gesicht Amerikas, was nach den beiden Weltkriegen abhanden gekommen ist, denn die Deutschamerikaner dominieren mit 42% noch immer das Geschehen und wenn sie vernünftig sind und das Sterben ihrer alten Heimat mit ansehen müssen, dann sollten sie uns helfen, denn auch im amerikanischen Bürgerkrieg haben sie verhindert, daß die Sklavenhalterei der Südstaaten unterbunden wird und somit hatten sie und haben immer noch Einfluß auf das Geschehen, sowohl im eigenen Land, als auch hier bei uns in Europa.

  3. Trumps angeblicher Kampf gegen den DEEP STATE (Rothschild, Soros & CO) ikann ich nicht wirklich glauben

    Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein um von einem wirklichen Sieg zu sprechen:

    1) Die USA müssen mit Russland und China, sowie anderen Staaten einen wirklichen Frieden schließen.

    2) Die diktatorischen Vorherrschaft der USA muss sich in eine echte Partnerschaft wandeln.

    3) Die NATO muß aufgelöst endgültig und ersatzlos werden

    4) Die Besatzung Deutschlands durch die USA muß beendet werden.

    5) Alle dies führenden Köpfe und deren weltweite Helfer in Politik und Presse müssen aufgespürt und unschädlich gemacht werden….und das sind auch viele Politiker in Europa.

    DAS IST NOCH LANGE NICHT IN SICHT !!

  4. Zitat von James Baker III., ehemaliger US-Außenminister:

    Wir hätten unmöglich unseren Menschen klarmachen können

    Wir machten aus Hitler ein Monstrum, einen Teufel. Deshalb konnten wir nach dem Krieg auch nicht mehr davon abrücken. Hatten wir doch die Massen gegen den Teufel persönlich mobilisiert.

    Also waren wir nach dem Kriege gezwungen, in diesem Teufelsszenario mitzuspielen.

    Wir hätten unmöglich unseren Menschen klarmachen können, daß der Krieg nur eine wirtschaftliche Präventivmaßnahme war…..DAS SAGT DOCH ALLES ÜBER DIE POLITIK DER USA !!

  5. RT schreibt

    Völkerrecht und Vertragstreue nach Washingtoner Art – Unliebsame Abkommen einfach kündigen

    Der US-Sicherheitsberater John Bolton kündigte jüngst an, dass sich die USA aus zwei internationalen Abkommen zurückziehen werden. Das Wiener Protokoll und der Freundschaftsvertrag waren nicht die ersten multilateralen Abkommen, von denen sich Washington verabschiedet hat.

    Der Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, hat am Mittwoch angekündigt, dass sich die USA aus dem Fakultativprotokoll des Wiener Abkommens zurückziehen werden. Die Vereinigten Staaten wollen sich durch diesen Schritt der Rechtsprechung des Internationalen Gerichtshofs entziehen…ALLES LESEN !!

  6. Der Truppenstationierungsvertrag ist durch die Bundesrepublik mit zweijähriger Frist kündbar.

    Allein Deutschland hat keine visiönären Politiker mit Eiern in der Hose, welche das durchziehen würden.

    Die sind fast alle Atlantiker. Sogar der Nachwuchs meint dass die USA ein gutes Lnad wären.

    Eine hohe Zahl der damals Ausgewanderten waren schlicht Verbrecher die man in Europa los haben wollte ….das ist bis heute so geblieben !!

  7. Vollkommener Schwachsinn: die „US-Einmischung“ zu Zeiten des kalten Krieges stand zu keiner Zeit hinter der der Sowjetunion zurück, ganz im Gegenteil! Die SU hätte sich in ihrer Hemisphäre derlei Unabhängigkeit und erst Recht Feindseeligkeit verboten und wäre brachial dagegen vorgegangen! Das eigentliche Problem bestand und besteht eher darin, dass die USA viel zu butterweich waren: es gibt nichts masochistischeres als ein gutmütiger Hegemon! Schon die ungleich repressivere Sowjetunion ist ja an ihrem (letztlich selbstmörderischen) Supermacht-Anspruch gescheitert: die Blockfreien haben sich immer nur an den Höchstbietenden verhökert und die Alliierten mussten auch immer bei der Stange gehalten werden: der Hegemon selber zahlt zumeist nur drauf! Als Amerikaner würde ich diesen masochistische Anspruch auf Weltpolizei schnellstens aufgeben und sämtliche US-Basen und ausserterritoriales militärisches Engagment sofort beenden: damit lässt sich der Militärhaushalt wahrscheinlich halbieren. Umgekehrt würde ich als Russe dasselbe hinsichtlich Syrien etc. von Putin erwarten (auch wenn ich natürlich grundsätzlich Assad als das geringeste Übel da unten betrachte und den diesbezüglich Russen dankbar bin) .. aber darüber steht wohl das russische Ego!

  8. Die westliche Welt degneriert bei einer Fertilitätsquote von 1,4 % – die Kultur hängt an den Menschen und werden diese ersetzt dann ersetzt man auch die Kultur – !

  9. Trump hilft uns bei der Abkopplung von der Indoktrination indem er das wahre Gesicht der USA so deutlich erkennbar macht, dass es wirklich jeder kapiert und sich allmählich der US-Indoktrination entzieht. Dieser Prozess der Abkopplung braucht jedoch seine Zeit.

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