Saudis drohen mit der „Ölwaffe“

Angesichts der wachsenden Spannungen rund um den Fall Khashoggi drohen einige Kreise in Saudi-Arabien bereits mit dem Einsatz der „Ölwaffe“. Offiziell versucht man zu beschwichtigen.

Von Marco Maier

Seit nunmehr 45 Jahren, also seit der Ölkrise durch das arabische Ölembargo 1973, gilt die (ungeschriebene) Regel, das Öl bzw. der Ölpreis nicht mehr als „Waffe“ eingesetzt werden soll. Doch in Saudi-Arabien scheint man wieder daran zu denken, zumal nach der Ermordung des Journalisten Khashoggi im Saudi-Konsulat in Istanbul die Rufe nach einer Sanktionierung Saudi-Arabiens lauter werden.

So schreibt das US-Portal „Bloomberg“ dazu: „Saudi-Arabien, der größte Ölexporteur der Welt, sagte am Sonntag, dass es Vergeltungsmaßnahmen gegen das Verschwinden des Washington Post-Kolumnisten Jamal Khashoggi mit sogar „stärkeren“ Vergeltungsaktionen beantworte. In einem impliziten Bezug zum Ölreichtum des Königreichs hieß es in der Stellungnahme, dassSaudi-Arabien „eine einflussreiche und lebenswichtige Rolle in der Weltwirtschaft“ habe.“

Jeffrey Currie von Goldman Sachs sagte zu „Bloomberg“: „Falls President Trump über einen Ölpreis von 80 Dollar wütend ist, sollte niemand ausschließen, dass der Preis auf 100 und 200 Dollar pro Barrel hochschießt, oder vielleicht sogar diese Zahlen verdoppelt.“ Das wäre nämlich das Resultat einer solchen „Bewaffnung des Ölpreises“, zumal die Saudis nach wie vor weltweit der größe Lieferant des „schwarzen Goldes“ sind und auch einen gewissen Einfluss auf die arabischen Nachbarstaaten hat.

Der Energieminister Saudi-Arabiens, Khalid Al-Falih, hingegen versuchte zu beschwichtigen und betonte, dass sein Land weiterhin ein verantwortungsbewusster Akteur sei und die Ölmärkte stabil halten wolle. Aus der saudi-arabischen Botschaft in Washington hieß es, man werde nichts an der langjährigen Politik ändern, dass Öl und Politik nicht miteinander vermischt werden. Nun, wir werden sehen, was wirklich geschieht.

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