Das Nationalratsgebäude in Wien. Bild: Flickr / Drantcom CC BY-ND 2.0

In Österreich ticken die Uhren anders. Der politische Einfluss der „grauen Eminenzen“ spielt eine große Rolle.

Von Dr. Hans-Jürgen Klose

Wer hinter die Kulissen der österreichischen Politik sieht, stellt fest dass die gesellschaftlichen Klassenordnungen aus der Feudalzeit weiter Bestand haben. Und das sowohl in dem, was sich hinter dem ehemals grünen Präsidenten Van der Bellen, als auch im Background von Kurz abspielt. Es wird gepusht und gespendet was das Zeug hält, weil man auf beiden Seiten weiß, wer jetzt gewinnt, hat das Land für sich.

Zurückgezogen in ihren Palais leben die alten Adelskreise ihr beschauliches Leben. Ihr Besitz ist ihnen in den letzten Jahren in Slowenien und Tschechien zurückgegeben worden und dafür geht es diesen beiden Ländern auch gut. Es sind Tausende von Hektar Land die im ehemaligen Böhmen und Mähren und den anderen Gebieten der Habsburger-Monarchie an die altösterreichischen Besitzer zurückerstattet worden. Und bei steigender Prosperität in diesen beiden jungen Staaten steigen auch die Grundstückspreise ordentlich. Die so beschenkten Kreise sind es ja auch von alters her gewohnt in der Politik ein Wörtchen mitzureden – und so trifft man sie in den mondänen Botschaften hinter dem Schwarzenbergplatz, wo sie auch gern gesehen sind.

Die feine Gesellschaft ist gespalten und man gefällt sich darin, das zu pointieren. Wie weit Kurz als Kanzler gehen kann, wird ihm rechtzeitig aus den Kaffeehäusern zugeflüstert. Van der Bellen hat die Kreise der Salonsozialisten hinter sich – natürlich ebenfalls wirtschaftlich gut gepolstert, stammt er doch selbst aus einer internationalen Bankiersfamilie. Da aber auch Salonsozialisten darauf achten dass das Geld im Haus bleibt, kann Kurz mal kurz die Einwanderungspolitik auf den Kopf stellen und wird wenn auch aus anderen Gründen als Orban darin nicht nachgeben.

In dieser Wandlungsphase, in der eine nationale Politik wieder mehr Bedeutung erhält, kann man auf Österreich zählen.

3 KOMMENTARE

  1. Küß die Hand gnädige Frau und guten Tag Herr Kommerzialrat, das sind heute noch die Bezeichnungen der Feudalklasse und eigentlich ist doch auch in Österreich die Stellung der Adligen abgeschafft worden und berühmtestes Beispiel war ja Otto Habsburg und trotzdem benehmen sie sich heute wieder wie die Axt im Walde und haben das räuberische Erbe z.T. wieder zurück bekommen und lassen sich weiterhin mit ihren Adelstiteln begrüßen und beehren und da kann man sehen, welche Macht sie bis heute noch ausüben, denn sonst würde das Recht über ihnen stehen und es wäre aus mit riesigen Besitztümern und Adelsprädikaten, ein Haus mit Gärtlein würde auch reichen und den Rest könnten sie sich ja mit ordentlicher Arbeit dazu verdienen. ohne Grundlage des ererbten, was ja ehedem sehr fragwürdig erworben wurde und das zieht sich durch ganz Europa, wo sie über mehr als ein Jahrtausend Pfründe durch Erbschaften, Kriege, Heiraten ,Verträgen und Unterwürfigkeiten vieles unlauter mit samt dem Volk ergaunert haben und heute noch beim naiven Volk hoch angesehen sind und das ist der eigentliche Skandal und man sollte sie bis auf ein Minimum enteignen, das reicht auch zum Leben und das Vermögen sollte dem Staate anheim fallen um es unter die Armen zu verteilen, wobei diese Forderung eigentlich meiner Lebensphilosophie entgegensteht, aber auf politisch erworbenes Vermögen, aufgrund der Stellung und des Einflusses besteht kein Rechtsschutz, allenfalls auf Privates und das wäre nachzuweisen wie es legal erworben wurde mit dem privaten Vermögen und nicht aus der Staatskasse.

  2. Leutet mir nicht ein, wie man jemanden auf einen Adelstitel neidisch sein kann?
    Wohl nur ein kleiner Lurchi.
    Wohlhabende aus lange zurückliegender Vergangenheit anprangern und bei anrüchigem Reichtum der Neureichen hier und heute weggucken. Was bringt das? Was soll das?
    Ist doch billig.

    Es gibt genügend aus der Gegenwart, was dringend der Hinterfragung bedürfte.
    Dabei wird aber über ganz übel riechende Haufen drüber hinweg gestiegen oder bieder und devot unter unter die Teppiche gekehrt.
    Ich an solcher Stelle würde mich erst mal selbst berappeln, meinen eigenen Status überdenken und zweitens die Rolle meines eigenen Vaters zu meinem vorliegenden finanziellen Rahmen in Überlegungen mit ein beziehen, bevor ich allgemein aufwachtel.

  3. Warum graue Eminenzen jetzt ein österreichisches Sonderthema sein sollen, leuchtet mir überhaupt nicht ein. Graue Eminenzen, Einflüsterer, Leute im Hintergrund, die die Fäden ziehen… wo gibt es dass denn nicht? In Österreich möge es alte Aristokraten sein, in den USA sind es die Hyänen der Wall Street. Den großen Unterschied erkenne ich da nicht.

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