Die Niederländer drehen ihr eigenes Ding und haben ein politisch schwieriges Verhältnis zu den Deutschen. Als Verbündete taugen sie nur bedingt.

Von Dr. Hans-Jürgen Klose

Das niederländische Gelderland liegt am Niederhein an der Grenze zu Deutschland. Mir waren schon vorher die vielen Denkmale zu Ehren der Alliierten dort aufgefallen. Ich war von Geschäftspartnern die im Parlament in Arnheim saßen zu den Feierlichkeiten am „Freiheitstag“ in die Räume des Parlaments eingeladen. Vor dem Gebäude Tausende in feierlichem Aufzug. Nach einem kleinen Umtrunk dann die Ernüchterung. Der Freiheitstag in Holland ist der Tag der deutschen Kapitulation.

So mögen vielleicht mal Reden 1946 geklungen haben – Deutschland in seiner häßlichsten Form wurde mir vorgeführt. Zwischen den acht Reden gab es Kranzniederlegungen durch die Verbände (Niederländische Naturfreunde, moslemische Imame, Molukker in den Niederlanden, Pfadfinder…) und immer wieder die dumpfen Unheil verheißenden Glocken des Doms. Eine uniformierte Kapelle spielt Trauermärsche. Zum Ende musste ich mir auch noch die Stelle ansehen, von der aus ein 15-jähriger von der HJ das hiesige Ufer mit MG-Feuer belegt hatte.

Ich glaube es gibt kein Land in Europa das Deutschland den Krieg, der ja immerhin vor über 70 Jahren zuende ist, so anlastet wie es die Niederlande tun. Dass Arnheim, Oosterbek und Nijmwegen zum Ende hin so zerstört wurden, ist die Folge der katastrophalen Fehlplanungen Montgomerys, die damals Tausenden das Leben kosteten. Dennoch ist es der Deutsche, der im gesamten Gebiet der damaligen Operation Market Garden in böser Weise an den Pranger gestellt wird. In diesen Bereichen sind jetzt Pfadfinder, Molukker, Imame und Naturfreunde eine gemeinsame patriotische Gemeinschft. Wenn man bedenkt, dass sich die Niederlande mit seinen F-16 an der Bombardierung in Syrien beteiligt, versteht man die Welt nicht mehr (Für diese Einsätze war es zu einer breiten Mehrheit einschließlich Sozialdemokraten und auch der Rechtspartei Ruttes gekommen).

In welchem Ausmaß unsere Nachbarn zudem noch kolonialem Denken verhaftet sind, zeigen die Vorwürfe Venezuelas, die Niederlande würde den USA Militärbasen auf den niederländischen Exklaven Sint Marten, Curacao, Bonaire, Sint Eustatius, Aruba und Saba einrichten. Die niederländischen Karibikinseln dienen sonst eigentlich nur als wirtschaftliche Sonderzonen für Finanzgeschäfte (sie gehören den Niederlanden, aber nicht zur EU).

Die schwerwiegendsten Konflikte in Indonesien (damals Niederländisch Indien) gab es, als Holländer mit militärischer Gewalt, Foltern und Köpfen gegen die Unabhängig des Landes nach dem 2. Weltkrieg vorgingen. So ist es auch zu verstehen, dass die Royal Dutch Shell in 45 Ländern der Erde an Explorations- und Förderprojekten im Erdöl- und Gassektor beteiligt ist. Der königlichen Familie werden ihre Anteile an Shell über verschiedene Stiftungen verwaltet. Die Niederlande leben bis heute von ihren ehemaligen Kolonien. Kein Land in Europa kann damit konkurrieren – auch England nicht. Dass die Niederlande es sich daher leiste können als Steuerparadies aufzutreten, bindet weiteres Kapital dort. Die gesamte Infrastruktur ist mit unserer nicht zu vergleichen und Holland dürfte sich schwer tun solche Privilegien aufzugeben.

6 KOMMENTARE

  1. Diese Flachländler gehören mit zu den Weltenerobereren und sind nicht besser als andere und das sie die Besatzung durch deutsche Truppen gestört hat ist nicht verwunderlich und wer keine Nehmerqualtiäten hat sollte auch nicht als Okkupant auftreten, was sie ja waren und als ihnen dann ähnliches passiert ist sind sie in Schockstarre gefallen und haben nach dem Sieg keine Möglichkeit ausgelassen, dieses schwere Schicksal überall sichtbar und erlebbar zu machen, bis zum heutigen Tage, obwohl sie genug Gründe gehabt hätten, auch gegen die Schreckensherrschaft durch Alba entsprechende Mahnmale zu errichten, denn wirklich frei waren sie nie, denn sie wurden meistens durch fremde Herren regiert und wenn sie irgendwo auftreten, dann versuchen sie sich in die letzten Dinge einzumischen und ihr Umfeld nach ihrer Vorstellung zu formen und zu verändern und wenn man sagt, sie seien ein Volk von großzügigen Menschen, dann trifft dies genauso wenig zu, wie das Märchen von den fleißigen und vermögenden Flachländlern, die nur durch ihre Kolonien reichgemacht wurden und heute von den Reserven leben, wie die Briten und Franzosen, wo es bekannterweise ja auch bergab geht. Im Prinzip kann das unbedeutende Ländchen egal sein, wenn sie nicht ständig das Gehabe eines großen Hundes an den Tag legen würden obwohl sie nur die Größe eines kleinen Terriers besitzen und es ist auch völlig unverständlich wie sie es geschafft haben sich immer in`s rechte Licht zu stellen, obwohl die Vergangenheit ebenso schwarze Flecken aufzeigt wie bei vielen anderen Nationen auch.

  2. Deutschland, die BRD im Westen und die DDR im Osten, hatte seit dem 8. Mai 1945 gegenüber seinen Nachbarländern eine unterwürfige Demutshaltung an den Tag gelegt, die von den Siegermächten auferlegt und kontrolliert wurde.

    In der DDR änderte sich das etwas zum Ende der Ära Ulbricht. Da spielte wohl die Altersweisheit und eine gewisse nationale Rückbesinnung die Hauptrolle. Es waren, wenn auch noch sehr verhalten, bestimmte Differenzen mit den Polen und Czechen kein absolutes Tabuthema mehr.

    Im Westen hatten wir weiter die offizielle und in den Medien verbreitete Friede, Freude, Eierkuchen Stimmung und das, obwohl Besucher etwas anderes erlebten und berichten konnten.

    Ganz offensichtlich wurde es mit der Vorantreibung der EU-Konstruktion.

    Frankreich, die Niederlande, GB und im Osten die Polen, waren nie Staaten, die Deutschland gegenüber freundlich gesonnen waren. Die Polen spielten dabei immer die Karte ihrer starken Lobbyverbindungen, auch zum internationalen Finanzkapital, in GB und später vorrangig in den USA.

    Deshalb, hier nehme ich Bezug zu einem anderen Artikel des Autors, ist es für Deutschland besonders wichtig normale Beziehungen zu Russland herzustellen, um aus dieser isolationistischen Stellung auszubrechen. Leider wird diese Notwendigkeit von der deutschen Regierung selbst und den anderen an einem, für Deutschland nachteiligen Status Quo, offen hintertrieben.

    Staaten, die bereitwillig, teilweise im vorauseilendem Gehorsam und aus Eigeninteresse Kriegseinsätze gegen souveräne Staaten durchführen, Konfliktsituationen schüren die in einen heißen Krieg – bis zum WK III – enden können, gehören nicht auf die Freundesliste eines Deutschlands, in dem ich lebe.

  3. Es ist wohl eine Ironie der Geschichte. Am Ende der Kanzlerschaft Heinrichs Brünings hatte sein Staatssekretär und Chef der Reichskanzler Hermann Pünder am 16. April 1932 eine Untersuchung über die Finanzierung der NSDAP angestellt (Akten der Reichskanzlei Nr. 722 Vermerk über die Finanzierung der NSDAP 16.April 1932). Unter den Hauptgeldgebern der NSDAP im Auslande befand sich der damalige Generaldirektor der Royal Dutch SHELL, Sir Henry Deterding. Zuerst die Machtergreifung der Nazis in Deutschland finanzieren und dann kollektiv dem deutschen Volke die Schuld dafür in die Schuhe schieben, Das sind die Niederländer!

  4. Hahaa, wie sich die Deutschen wiedermal alles schönreden müssen. Ich finde es positiv das dieser „kleiner Terrier“ auch manchmal die Zähne zeigt. Hoffentlich machen sie weiterso.

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