Der wachsende Einfluss Chinas in Mittelamerika beunruhigt die USA. In Washington befürchtet man, dass die zunehmenden Investitionen auch zu einem größeren politischen Einfluss Pekings in der Region führt.

Von Marco Maier

US-Außenminister Mike Pompeo war Ende letzter Woche in Zentralamerika, als er Chinas wachsenden Einfluss dort kritisierte, indem er die Absichten hinter der Investitionstätigkeit der Volksrepublik in der Region in Frage stellte. Dies veranlasste die chinesischen Medien Anfang der Woche wütend zu reagieren und die USA zu beschuldigen, dass sie versuchten, einen Keil in die chinesisch-lateinamerikanischen Beziehungen zu treiben.

Washington befürchtet, dass Zentralamerika aus seiner hegemonialen Kontrolle herausrutscht, nachdem das winzige El Salvador im August die Beziehungen zu Taiwan abgebrochen und Peking als legitime chinesische Regierung im Austausch für wirtschaftliche Unterstützung anerkannt hat. Einige Beobachter befürchten nun, dass dieser Schritt eine Kettenreaktion auslösen könnte Welt, in der Taiwan nur noch eine Handvoll Unterstützer zählt.

Aus der Sicht der USA hat Chinas wachsender wirtschaftlicher Einfluss eindeutig politische Konsequenzen, die sich eines Tages in diesen Ländern manifestieren könnten, die sich allmählich von Washington abwenden, wie einige von ihnen kürzlich mit Taipei getan haben. Das könnte dazu führen, dass die USA ihre unipolare Kontrolle über die Region verlieren, die es herablassend als „Hinterhof“ ansieht. Sogar der honduranische Präsident Juan Orlando Hernández deutete auf die „Chance“ hin, die Chinas wachsende diplomatische Rolle in der Region bieten könnte.

Die zumeist verarmten mittelamerikanischen Länder sehen in den chinesischen Investitionen eine Möglichkeit, wirtschaftlich zu den wohlhabenderen Ländern aufzuschließen. Von den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten konnten sie bislang ökonomisch kaum profitieren, obwohl dies auch im Interesse der USA wäre, zumal der Migrationsdruck aus der Region weiterhin stark ist und viele Menschen versuchen, in den Vereinigten Staaten Fuß fassen zu können.

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2 thoughts on “Mittelamerika: China fordert die USA heraus”

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