Was barbarisch abgeschlachtete Kinder im Jemen nicht erreichen konnten, schafft ein Mord an einem saudi-arabischen Journalisten. Khashoggis Mord sorgt dafür, dass immer mehr Unternehmen nicht mehr in Saudi-Arabien investieren wollen.

Von Marco Maier

Wen interessieren Bomben auf jemenitische Schulbusse, Schulen und Krankenhäuser? Wen interessieren die Hinrichtungen von Menschen- und Frauenrechtlern? Wen interessieren all die zig Millionen Dollar an dschihadistische Milizen und Terrorgruppen? Niemanden so wirklich. Aber wenn das saudi-arabische Regime einen Kolumnisten der „Washington Post“ (der zudem selbst Saudi ist) offensichtlich durch ein Killerkommando in einem Konsulat ermorden lässt, dann ist die Kacke am dampfen.

Mehrere große Unternehmen haben bereits angekündigt, ihre wirtschaftliche Tätigkeit im absolutistischen wahhabitischen Königreich zu überdenken und eigentlich vorgesehene Investitionen zu reduzieren oder gar zu streichen. Auch eine wachsende Liste an großen Medienunternehmen hat sich gebildet, die sich aus einem hochkarätigen Investitionsgipfel in Riadh zurückziehen, welches am 23. Oktober starten sollte. Selbst der Präsident der Weltbank, Jim Yong Kim, der auf der Webseite der „Future Investment Initiative“ (FII) der Saudi-Führung als „bestätigter Sprecher“ geführt wird, erklärte, dass er nicht an dem Gipfel teilnehmen werde.

Kronprinz Mohammed bin Salman, der die Wirtschaft seines Landes mit dem ambitionierten Programm „Vision 2030“ umbauen und von der Abhängigkeit vom Erdöl lösen möchte, braucht jedoch die ausländischen Investoren, um sein ambitioniertes Wirtschafts-Diversivizierungsprogramm umsetzen zu können. Dieses hat nun einen schweren Schlag erhalten, zumal selbst Präsident Trump gestern Saudi-Arabien damit drohte, das Land „schwer zu bestrafen“, sollte sich der Mord bestätigen.

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2 thoughts on “Khashoggi-Mord: Saudi-Arabien auf dem Abstellgleis”

  1. Das ist konstruiert, hier wird politisch Überfälliges gereinigt. Da die Saudis durch ihre irrationale mittelalterliche Hinterhofpolitik alle verprellen. Selbst massenverblödete, eingefleischte Muslime wenden sich seit Jahren der Monotonie von diesem politischem Fossil zunehmend ab.

  2. ZITAT: „Was barbarisch abgeschlachtete Kinder im Jemen nicht erreichen konnten, schafft ein Mord an einem saudi-arabischen Journalisten.“ So sind sie , die Jounalisten. Wenn fremde Kinder gemetzelt werden führt das zu keinem #Aufschrei. Wenn aber Jounalisten die Opfer sind…

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