Frankreich drängt Deutschland zu Euro-Zonen-Reformen

Deutschland dürfe bei den Reformen der EU und der Euro-Zone nicht weiter bremsen, so Frankreichs Finanzminister. Man will an das Geld der Deutschen ran.

Von Marco Maier

Den Franzosen geht der Umbau der Europäischen Union zu einem EU-Superstaat nicht schnell genug. Vor allem Deutschland wird als “Bremser” betrachtet, weil es innenpolitisch kaum umsetzbar ist, noch mehr Macht an Brüssel abzugeben. Immerhin würde es faktisch darauf hinauslaufen, dass die Deutschen ein noch größeres finanzielles Risiko auf sich nehmen müssten als ohnehin schon. Oder kurz gesagt: Das desolate Frankreich will ans deutsche Geld ran.

Doch das ist den Franzosen egal. “Die Entscheidungen drängen. Wir können nicht mehr warten”, sagte der französische Finanzminister Bruno Le Maire der “Süddeutschen Zeitung. Die innenpolitische Situation dürfe nicht “zum Vorwand genommen werden, dringende europapolitische Entscheidungen hinauszuzögern”.

Ihm geht es hierbei vor allem um die umstrittene EU-Digitalsteuer und das Euro-Zonen-Budget. Dabei fordert der Franzose die Einführung dieser Steuer für Internet-Konzerne bis Ende 2018. Hinsichtlich des eigenen Haushalts für die Euro-Zone sagt er: Es wird ein Euro-Zonen-Budget geben oder es gibt irgendwann keine Euro-Zone mehr.”

Auch wenn Le Maire prinzipiell recht hat, was das Budget für die Mitglieder der Euro-Zone betrifft, zumal eine Währungsunion ohne Wirtschaftsunion und politischer Union kaum überlebensfähig ist, so stellt ein solcher Schritt eine weitere Auflösung Deutschlands (und der anderen Euro-Staaten) in einen EU-Superstaat dar, der von weltfremden Eurokraten regiert wird. Ein nicht gerade berauschender Ausblick.

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2 Kommentare

  1. Natürlich wollen die an unser Geld, denn sie haben eine Staatsverschuldung von ca. 2,3 Billionen € im Gegensatz zur wirtschaftlich stärkeren Bundesrepublik mit 2,1 Billionen €, wobei man allerdings noch bei uns die Beträge für Bürgschaften von 1 Billion hinzurechnen muß und im Prinzip haben beide Nationen und natürlich auch viele andere im Vergleich zum BIP weit über ihre Verhältnisse gelebt und bei dieser Politik muß man sich leider fragen ob die nicht rechnen können oder wollen oder ist ihnen alles egal, denn im Ernstfall verliert nie der Staat das Geld, sondern seine Bürger, denn die holen sich das Geld über Zwangsanleihen oder Entwertung zurück und dann fangen wir wieder von vorne an, das kennen wir ja aus der Geschichte und deshalb kann man den Regierungen einfach nicht trauen, weil sie entweder unfähig oder skrupellos sind und das ist unser aller Problem.

  2. In Frankreich sieht man Merkels Macht schwinden und bevor sie gezwungen wird abzutreten, möchte Macron “EU-Reformen” beschleunigen”. P.S. Der französische Finanzminister möge sich um “seine” Finanzen kümmern, nicht um die innenpolitische Situation hierzulande.

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