Donald Trump – Der Augenöffner

Für viele Europäer ist US-Präsident Donald Trump ein Feindbild. Doch: Er hat dem US-Imperium nur die pseudoliberale Maske vom Gesicht gerissen und zeigt der Welt nun, wie die Vereinigten Staaten wirklich sind.

Von Marco Maier

Als der Wahlkampf in den Vereinigten Staaten lief und es klar wurde, dass das Duell um die US-Präsidentschaft zwischen der Demokratin Hillary Clinton und dem Republikaner Donald Trump ablaufen würde, sah ich – wie in jedem dieser Wahlkämpfe – nur eine sprichwörtliche Wahl zwischen Pest und Cholera. Wäre ich US-Bürger gewesen, hätte ich für den Libertären Gary Johnson gestimmt, auch wenn er chancenlos war. Aber ich hoffte insgeheim darauf, dass es Trump schaffen würde und nicht Clinton.

Und weshalb? Weil Hillary Clinton ein integrierter Bestandteil des seit Jahrzehnten herrschenden Establishment ist. Gerissen, kalt, herz- und gewissenlos. Ein absoluter Machtmensch, Regime-Changes befürwortend und trotzdem von den Medien und den europäischen Politikern hochgejubelt, weil sie ja so „liberal“ ist und von „Menschenrechten“ lamentiert, während Trump ja ein „Rassist“, „Sexist“ und „Chauvinist“ sei. Aha. Dass Clinton sich immer wieder abfällig über die Latinos im Land äußerte spielte keine Rolle, genausowenig dass sie im Araber-Bomben wohl auf dem selben Level wie ihre Amtsvorgänger bis hin zum alten Bush gewesen wäre und ihr Ehemann Bill selbst mit unzähligen Vorwürfen von sexuellen Übergriffen ist. Aber das spielt ja keine Rolle, oder?

Trump hingegen zeigt der Welt, worum es den Amerikanern (insbesondere der herrschenden Klasse) wirklich geht: Nationale Eigeninteressen. America First. Das war auch früher schon so, nur eben sympathischer verpackt und mit freundlicheren Politiker-Masken versehen (wenn man von George W. Bush, Madeleine Albright & Co absieht). Auch Obama, Bush Jr., Clinton & Co. haben beispielsweise die Europäer schön vor ihren Karren gespannt und ihnen eingeredet, wie wichtig die „transatlantische Partnerschaft“ doch sei. Ja, mehr für die Amerikaner selbst als für die Europäer, denn diese verscherzen es sich so z.B. mit Russland, einem direkten Nachbarn mit dem Europa eigentlich schon rein aus geopolitischen aber auch aus wirtschaftsstrategischen Gründen ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis haben sollte. Und über die NATO werden die Europäer immer wieder in militärische Konflikte hineingezogen, die nur zu ihrem eigenen Nachteil sind, für das US-Establishment hingegen eine große geostrategische Bedeutung haben.

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Auch wenn das den meisten Transatlantikern in Europa (die immer noch Obama nachtrauern) immer noch nicht wirklich bewusst ist, zeigen sich zunehmenden Bruchlinien in den politischen Beziehungen. Ihre rosarote transatlantische Traumwelt avanciert zunehmend zu einem Albtraum. Dafür gebürt den Politdarstellern Trump, Pence, Bolton & Co eigentlich ein großer Dank. Sie machen der Welt zunehmend deutlich, dass es eigentlich wahnsinnig ist, dem Establishment eines Landes mit nicht einmal fünf Prozent der Weltbevölkerung eine dermaßen große geopolitische Macht zu überantworten, wie es derzeit der Fall ist. Denn die Amerikaner treiben die Europäer in einen Krieg gegen Russland, ihre asiatisch-pazifischen Alliierten in einen Krieg gegen China und im Nahen Osten fokussiert sich derzeit alles auf den Iran, dessen politische Führung vernichtet werden soll – weil Israel das so will und damit Washington auch.

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Selbst wenn die neokonservative Trump-Administration tatsächlich einen Dritten Weltkrieg vom Zaun brechen sollte (was auch bei einer Clinton-Administration durchaus im Bereich des Möglichen gelegen wäre), so kennt nun jeder die wahre hässliche Fratze der US-Plutokratie, welche sich die ganze Welt untertan machen will um so den eigenen Finanzeliten die absolute Weltherrschaft zu sichern. Nur sollte dies auch jemand den US-Soldaten einmal klarmachen, die schlussendlich im Auftrag der Wall Street und der City of London rund um den Erdball verstreut aktiv sind, damit sich da auch mal ewas ändert… Ob er sich tatsächlich gegen den „deep state“, den „Tiefen Staat“, in den USA wendet oder nicht, ist für mich nicht von Belang, da er nur die Macht von den Geheimdienstapparaten hin zu den Militärs verlagert und so die andere Tasche des „Militärisch-industriellen Komplexes“ füttert.

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4 Kommentare

  1. Ob Trump, Obama, Clinton, bush, reagon und wie diese Bande von Hurensöhnen alle heissen.

    Es ist egal wer von denen letzten Endes den medienaffen spielt.
    regieren tun diese Kreaturen nicht. Sie erhalten Befehle.

  2. Ihre fortlaufende Naivität auf der zwischenmenschlichen Ebene und dem übergreifend politischen Gebaren zu knallharten, teuflischen Interessenvertretern werden die Europäer mit dem Öffnen der Grenzen erst noch teuer bezahlen.
    D.h. es läuft darauf hinaus, daß es nie mehr aufhört den Depp für andere zu spielen, die aus der Gosse kommen, aber gleich auf großem Fuße leben möchten. Diese Blechstücke beherrschen die Straßenschlauheit, sind darin geübt und abgewichst. Wir aber nicht.
    Unsere Vertreter, immer mit dem Geldbeutel unterwegs. Geld beruhigt zwei Seiten, wenngleich diametral entgegengesetzt die Interessenverknüpfungen.
    Dazwischen laufen und arbeiten unschuldige Menschen, die mit beiden Seiten nichts am Hut haben.

    Man sehe sich nur einmal die bildlichen Signale deutscher Politikmacher an:
    Merkel: eine Trauerweide daneben liefe ihr jederzeit den Rang ab; selbst der Blumenschmuck zum 1. u. 2.November verkörpert mehr aufrichtige Versinnbildlichung.
    Seehofer: Auftritte mit gesenktem Haupte und eingezogenen Hals, selbst in Mü Marienplatz gesehen, daß ich mich fremd schämte.
    Stegner: eine Werbetafel an der Straße für eine Hackfresse täts auch; könnte man im Gegensatz jederzeit wieder entfernen, wenn sie ausgedient hat
    Von der Laien: daß sie bald alles an Gegensätzen durchexerziert hat, macht sie nicht glaubwürdiger
    Und so fort. Die Liste der faulen Äpfel nimmt kein Ende.

    Liebe Leute, wir sollten der gegenwärtigen Lage keinen Humor und Platz mehr für deplatzierte, quer aus dem Volke gezogene Muppets Shows Kandidaten entwickeln.
    Unsere allgemeine Lage ist tiefernst, als daß das ihr erlaubt sei jetzt „Mensch ärgere dich nicht“ unter Erwachsenen zu würfeln.

    1. Die Lage ist ernst und nach dem Migrationsgipfel werden mehr und mehr erkennen müssen, wie ernst sie wirklich ist. ich fürchte, wir werden uns im nächsten Jahr die Frage stellen müssen, ob es zur Verteidigung nationaler Interessen ausreichend ist, zu murren und zu mosern.

  3. Trumpist Opportunist und Schaumschläger, Großmaul und Nichtskönner, Oberflächen-Wischer und Politik-Verweigerer, Dünnbrettbohrer und Feigling. Ein Marketing-Genie und ein Magic-Dampfplauderer.
    Aber kein ernsthafter Politiker und die Geheimstories oder Enthüllungen, was er mit den uSA wirklich vorhabe- sind alle snur Lokuspapier im täglichen Gebrauch. Wer mit der gesamten Welt krieg anfängt und aufgrund der superduperobermiesen Haushaltslage der USA immer weitere Sanktionen verhängt und Öl stiehlt, ist ein Krimineller, der seine Ängste nur oberflächlich verbergen kann und seine Inkompetenz gar nicht kennt oder wahrnimmt. Der am meisten überschätzte Polit-Macher der USA seit Jefferson. Aber er passt in unsere Zeit: big stir, nothing with substance

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