Deutsche Einheit?

Seit 1990 ist der 3. Oktober der „Tag der Deutschen Einheit“. Doch zum ersten Mal scheinen sich Ost und West wieder stark von einander zu entfernen. Vor allem politisch machen sich große Unterschiede bemerkbar.

Von Michael Steiner

Im Einigungsvertrag 1990 wurde der dritte Oktober zum Nationalfeiertag Deutschlands bestimmt, der die Einheit des deutschen Volkes in einem gemeinsamen Land durch den Beitritt der ehemaligen DDR in die Bundesrepublik Deutschland zelebrieren soll. Doch heute, 28 Jahre später, scheinen sich Ost und West nicht mehr aneinander anzunähern, sondern viel mehr sich wieder voneinander zu entfernen.

Klar, wirtschaftlich hat sich der Abstand zwischen den alten und den neuen Bundesländern in all den Jahren verringert, dennoch sind die Löhne im Osten weiterhin niedriger und die Arbeitslosigkeit höher. Auch ist die Multikulturalisierung des Ostens (Berlin einmal ausgenommen) noch längst nicht so stark fortgeschritten wie im Westen, obwohl man gerade im Zuge der Migrationskrise ab 2015 versuchte, das zu ändern.

Doch politisch zieht sich quasi ein Graben zwischen Ost und West. Während die etablierten Parteien von Union, SPD, FDP bis hin zu den Grünen im Westen tief verankert sind und dabei die Linke und die AfD kaum Boden gutmachen können, sieht es im Osten wesentlich anders aus. Linke und AfD kommen dort bei den Umfragen zu den Landtagswahlen auf 35 (Berlin) bis 45 Prozent (Thüringen), im Westen nur auf Werte von 12 (Niedersachsen und Schleswig-Holstein) bis 24 (Saarland) Prozent. Union und SPD zusammen hingegen kommen im Westen noch auf 39 (Baden-Württemberg) bis 66 Prozent (Niedersachsen), während sie im Osten auf nur auf 33 (Berlin) bis 44 Prozent (Brandenburg) kommen. Auch Grüne und FDP gewinnen im Osten kaum Boden, während gerade die einstige Ökopartei im Westen (und in Berlin) stark ist.

Mit ein Grund dafür ist der Umstand, dass die Menschen in den neuen Bundesländern tendenziell kritischer gegenüber der Regierung sind, was auch ein Resultat dessen ist, dass sie jahrzehntelang in autoritären Systemen lebten, in denen Anspruch und Realität auseinanderklafften und die Regierungspropaganda weniger subtil war als im „demokratischen“ Westen. Man hat dort ein Gefühl dafür entwickelt zu merken, wenn man von oben verarscht wird – und bestraft dies dann eben an den Wahlurnen.

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5 Kommentare

  1. Die Menschen in Ost und West entfernen sich NICHT voneinander. Medien und Politik sind umso intensiver um Spaltung bemüht, wie sich im Osten und ( noch unterschwellig) im Westen „patriotische Stimmen“ mehren. Sie schüren die Angst vor Rechtsextremismus, Rechts“terrorismus“ und einem rückwärts gerichteten Nationalismus. Auch aus diesem Verhalten von Medien und Politik läßt sich Angst diagnostizieren, Angst vor Kontrollverlust, Angst um den Verlust der Pfründe und wohl auch Angst vor den NWO-Eliten.

  2. Der Osten emanzipiert sich vom Westen und bildet sich eine eigene Meinung statt auf unbedingten/alternativlosen Konsens zu setzen. Das ist gut. Es wäre eine entsetzliche Vorstellung, wenn wirklich alle mit fliegenden Fahnen bzw. fliegenden Teddybären einstimmig in den Untergang marschieren würden. Eine zweite Meinung kann überlebenswichtig sein.

  3. Und der Präsident der Volkskammer, entschuldigung des Reichstages, hat davon gesprochen, daß Deutschland ein wunderbares Land sei und meint vielleicht damit sich selbst und seine Vasallen, einschließlich der Reichen, während sich die mittlere Ebene zu Tode schuftet, ausgenommen wird wie eine Weihnachtsgans und Preise, außer Lebensmittel, zahlen muß, die exorbitant hoch sind im Vergleich zu ganz Europa und es sich unsere eingewanderten Freund aus aller Welt kostenlos gemütlich machen und da kommt bei vielen eben nicht die Freude auf, denn was nützt eine erfolgreiche Wiedervereinigung, wenn die Politiker gerade dabei sind, dieses Land durch Rechtsbrüche, falsche Entscheidungen und Interessensphären anderer zu schwächen und dabei die Gesellschaft spalten ist das das Gegenteil einer erfolgreichen Wiedervereinigung, die ja nur Bestand haben kann, wenn man sich um deutsche Belange kümmert, nicht aber um die ganze Welt, die uns dann überfordert und in den Abgrund stürzt.

  4. Dier sogenannte Wiedervereinigung war nichts anderes als die Vereinnahmung des Ostens durch den Westen mit gleichzeitiger NATO-Osterweiterung. Viele Errungenschaften und Fortschritte der DDR wurden durch diese Übernahme nicht etwa übernommen sondern platt gemacht und in einigen Dingen war die DDR der BRD weit voraus. Das Schul-Bildungssystem war außerordentlich effizient, es wurde platt gemacht und durch die veralteten BRD-Strukturen ersetzt. Weiteres Beispiel wo die DDR mehr Freiheit zuließ war die Höchstgeschwindigkeit für Mopeds (60 km/h). Die alten S50-Mopeds werden zwar noch geduldet wegen einer „Ausnahmeregelung“, jedoch durften neue S50 nur noch bis 50km/ gebaut werden. So wurde auch dieser kleine Fortschritt bzw. Wettbewerbsvorteil kaputt gemacht. Die DDR hatte auch hochmoderne Betriebe, die aus Konkurenzgründen platt gemacht und deren moderne Maschinen verhökert wurden. Und nicht zu vergessen, die Grenzen wurden bis 1989 bestens geschützt. Islamisten und Terroristen hatten keinerlei Chancen und eine Massenüberflutung mit Afrikanern oder anderen Glaubensfanatikern/Islam war undenkbar gewesen. Das was das heutige Merkelregime den Deutschen antut, hätte die ehemalige DDR-Führung nicht mal im Traum gemacht. Wer in der DDR aufgewachsen ist, wird sich noch erinnern können, wir waren eine große „Familie“, die keine Existenzangst kannte und wo der Mensch noch wertgeschätzt wurde. Menschlich gesehen war die DDR das eindeutig bessere und gerechtere System. Der Mainstream behauptet natürlich immer das Gegenteil und der Westdeutsche wird das niemals verstehen können. Heute in dieser Gesellschaft zählt nur Geld, Konsum und Reisen.

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