Die Bayern-Wahl wurde erwartungsgemäß zum Desaster für die CSU und noch mehr für die SPD. Freuen können sich hingegen die AfD und die Grünen. Söder muss einen Koalitionspartner suchen und hat große Auswahl.

Von Marco Maier

Das Desaster für die CSU fiel zwar nicht so extrem aus wie erwartet, doch zusammen mit der SPD haben die beiden in der Bundesregierung sitzenden Parteien laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mehr als 21 Prozentpunkte abgeben müssen. Zusammen kommen sie auf nur mehr rund 47 Prozent, nachdem sie 2013 noch mehr als 68 Prozent der Wähler für sich gewinnen konnten. Das heißt auch: Sie haben rund ein Drittel ihrer Wählerschaft verloren – und das bei einer Wahlbeteiligung von 77,3 Prozent.

Die großen Gewinner der Bayern-Wahl hingegen sind die AfD, die laut vorläufigem amtlichen Endergebnis mit 10,2 Prozent erstmals in den Landtag einziehen werden, sowie die Grünen. Diese liegen bei 17,5 Prozent der Stimmen (+8,9) und werden damit zweitstärkste Partei im Bayerischen Landtag. Damit bleibt die AfD unter den Erwartungen, zumal wohl einige doch erneut die CSU wählten, obwohl sie nicht zufrieden mit ihr sind. Immerhin gaben bei Befragungen 18 Prozent der CSU-Wähler an, mit der Landesregierung nicht zufrieden zu sein.

Aber auch die anderen Parteien konnten von der aktuellen politischen Stimmung profitieren, die sich gegen die GroKo-Parteien richtet. So können die Freien Wähler ebenfalls zulegen und mit 11,6 Prozent der Stimmen (+2,6) den dritten Platz ergattern und theoretisch mit der CSU koalieren. Die FDP konnte 1,8 Prozentpunkte zulegen und schafft  mit 5,1 Prozent den Einzug in den Landtag. Die Linke, die zwar ebenfalls zulegen konnte (und zwar +1,1 Prozentpunkte) bleibt mit 3,2 Prozent der Stimmen jedoch draußen. Die sonstigen Parteien erreichen zusammen 5,4 Prozent (-3,3).

Im nun wohl 205 Abgeordnete umfassenden Bayerischen Landtag sieht es der Hochrechnung zufolge so aus: CSU 85, Grüne 38, FW 27, AfD 22, SPD 22 und FDP 11. Das heißt: Die CSU hat bis auf die FDP alle anderen Parteien als mögliche Koalitionspartner zur Auswahl. Wahrscheinlich ist jedoch eine Koalition mit den Freien Wählern.

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Alles in allem bleibt zu sagen, dass der Niedergang der „Volksparteien“ auch vor Bayern nicht Halt macht, selbst wenn dort die starke Stellung der CSU weiterhin besteht. Aber vor allem die SPD sollte sich Gedanken darüber machen, wie es mit ihr weitergeht. Ein solches Wahldesaster, mit unter zehn Prozent auf den vierten Platz zu landen, muss auch die Bundes-SPD aufrütteln – oder sie wird endgültig zur Kleinpartei degradiert.

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7 thoughts on “Bayern-Wahl: CSU und SPD abgestraft – Grüne und AfD siegreich”

  1. Schön dass CDU/SPD soviel verloren haben.
    Aber ich finde es schockierend, dass es soviele Trottel gibt die tatsächlich dieses Pedo und Kriegstreiber Pack (ich erinnere hier an deren hetze im Jugoslawienkrieg, Irak, Afghanistan) wählen.

    Gehören ja mit zu den Mistsäcken denen wir diese bescheuerten Dieselverbote zu verdanken haben.
    Immer dem kleinen Mann das Geld aus der Tasche ziehen, aber das der Ausstoß von allen Autos auf der Welt zusammengenommen nur 1% des Ausstoßes auf der Welt ausmacht, das wird schön unter den Teppich gekehrt.

    Ich hoffe in Hessen läuft es besser für die AfD.

  2. Diese Wahl verdeutlicht, welchen Einfluss die MSM noch immer auf die Bevölkerung haben.

    Es verging ja kein Tag, an dem die AfD nicht mit der großen Nazikeule bekämpft wurde. Hinzu kamen Aufrufe, dass Personen mit „rechter“ Gesinnung dem Arbeitgeber gemeldet werden sollten.

    Chemnitz war das künstlich geschaffene Beispiel, um der Bevölkerung eine angebliche Gewaltbereitschaft der AfD, zu suggerieren. Weil das nun in der Realität nicht so war, mussten „Schnittkünstler“ in den Nachrichtenstudios etwas nachhelfen.

    Folgerichtig kamen dann die Propagandameldungen, mit der Forderung einer Überwachung durch den Verfassungsschutz.

    Und immer wieder in den linken Hochburgen die organisierten Demonstrationen gegen angeblichen Rassismus und natürlich auch gegen die AfD.

    Parallel dagegen absolutes Schweigen im Walde über die Grünen. Ab und zu ein Strahlemann-Foto der neuen Doppelspitze mit einem Kurztext, wie toll die doch sind.
    Dagegen waren die Grünen doch sehr aktiv. Sie fehlten bei keiner Gewaltdemo, im engen Schulterschluss mit der ANTIFA. Doch das musste man sich selbst erarbeiten und sich für die Teilnehmeranmeldungen interessieren.

    Da haben sich die Bayern selbst einen Bärendienst erwiesen. Unabhängig davon wie die Koalition aussehen wird, auf alle Fälle werden die Grünen jetzt wieder Schlagzeilen machen und ob das im Interesse der Bayern sein wird, wage ich zu bezweifeln.

  3. Der Söder allein kann’s auch nicht mehr richten.
    Erstens ist er mit von der Partie und nicht allein; zweitens hat sich der Niedergang schon länger angebahnt und dritten kann er gegen ein Ich, Ich, unten bei den Wähler Banausen nichts ausrichten.

  4. Die Linken in Bayern haben lediglich die Plätze gewechselt, mehr nicht und wenn das ein Erfolg sein soll, dann dürfen sie in diesem Glauben gerne weiterleben, während die Mitte-Rechts immer stärker wird und das Land Bayern somit dominiert und mit dem Einzug der FW wird die CSU sicherlich nicht linkslastiger und darüber werden sie auch nicht bösen sein, denn sie mußten sich wegen Berliner Interessen ehedem ständig verbiegen und das könnte nun anders werden und auch in Hessen wird die Linke schmelzen und deshalb ist dieser Trend mit großer Freude zu sehen, denn das Ende von Merkel wird damit eingeleitet.

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