Abschuss einer Cruise Missile. Bild: Flickr / Naval Surface Forces CC-BY-SA 2.0

Die USA werfen Assad vor, einen Giftgasangriff in Idlib erlaubt zu haben. Man bereitet sich nun auf eine große militärische Intervention in Syrien vor – auch wenn es die Islamisten sind, die mit Chlorgas Zivilisten töten.

Von Marco Maier

Während Moskau aufgrund von Geheimdienstinformationen davor warnt, dass die Islamisten der al-Kaida in der Provinz Idlib in Syrien einen Giftgasangriff unter falscher Flagge starten könnten, um so die US-geführte Kriegskoalition zu einem militärischen Eingreifen gegen die Regierungstruppen zu bringen, wirft man in Washington der Assad-Regierung vor, einen Chlorgasangriff dort durchführen zu wollen.

Das „Wall Street Journal“ berichtete am Sonntagabend unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Regierungsvertreter: „Präsident Bashar al-Assad von Syrien hat den Einsatz von Chlorgas in einer Offensive gegen die letzte große Rebellenfestung im Land genehmigt.“ Beweise dafür wurden natürlich nicht geliefert (während die Russen ihre Geheimdienstinformationen mit den Amerikanern teilten) und wie üblich unterstützt man in Washington die radikalen sunnitisch-dschihadistischen Milizen, weil diese als Kanonenfutter gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Kräfte dienen sollen.

In Washington scheint man Hellseher zu haben. Einerseits wollen sie wissen, was Assad angeblich angeordnet hat (auch wenn es ihm mehr schadet als nützt) und dann weiß man offenbar auch noch, dass es Chlorgas sein wird (und nicht etwa Sarin oder ein anderer chemischer Kampfstoff). Dies dient vor allem dazu, gegenüber der eigenen Bevölkerung einen Militäreinsatz rechtfertigen zu können, auch wenn das völkerrechtlich nicht gedeckt ist.

Wenn man bedenkt, dass man sich im Pentagon bereits darauf vorbereitet, umfangreiche Angriffe auf Syrien zu führen, weil man den Sieg von Präsident Assad über die islamistischen Kräfte nicht erträgt und ihm noch so viel Schaden wie nur irgendwie möglich zufügen will, darf man davon ausgehen, dass es erneut ordentlich krachen wird. Wie schon zuvor werden die Amerikaner und deren Alliierten keine unabhängigen Untersuchungen abwarten, sondern zuerst bomben und dann fragen. Assad ist immer Schuld, auch wenn er es nicht ist. Das ist hier die eiserne Regel. Das wissen auch die islamistischen Milizen in der Region, die ohnehin nichts mehr zu verlieren haben und vor der völligen Vernichtung stehen. Deshalb werden sie auch keine Scheu davor haben, Giftgas einzusetzen – und Dank der propagandistischen Hilfe der „Weißhelme“ wird es auch einfach sein, eine mediale Empörungswelle zu entfachen.

3 KOMMENTARE

  1. Das internationale Finanzkapital will, mit allen Mitteln, den Iran vernichten. Er ist noch der einzige, starke, souveräne Staat in dieser Region.

    Da stört das noch vorhandene Syrien. Es grenzt direkt an Israel, die Armee ist noch intakt und kampferprobt und es kann als Basis von möglichen Gegnern eines Feldzuges gegen den Iran dienen.

    Wenn Syrien seinen Kampf gegen die bezahlten Terroristen gewinnt und davon ist auszugehen, wird es wirtschaftlich und sozial wiedererstarken. Das wäre gleichzeitig ein Fanal für die anderen, überfallenen und zerstörten Länder wie zum Beispiel den Irak und Libyen. Vereinzelt haben wir im Irak ja schon organisierte Bestrebungen die Besatzer loszuwerden.

    Damit wäre diese Region für das internationale Finanzkapital verloren. Neben einer gewissen Selbständigkeit würde es dann eine deutliche Hinwendung in Richtung Russland und China geben.

    Da man keine realen Gründe für ein Zerstören Syriens hat, werden die abgestandenen Lügenmärchen immer wieder aufgefrischt. Man sollte auch nicht vergessen, dass diese erbärmlichen Lügengeschichten für die eigenen Truppen der Aggressoren und deren Heimatbevölkerung gedacht sind.

  2. An dieses Szenario glaube ich nicht. Zwar ist das Pentagon nach wie vor in der Hand der Falken, aber Trump müsste für den Angriff den Befehl hierzu geben.
    Angesichts der Zwischenwahlen und der Tatsache, dass die Amerikaner kriegsmüde sind, wird Trump sich hüten einen sinnlosen Angriff zu starten.
    Er setzt die noch guten Umfragewerte auf´s Spiel.
    Das wahrscheinlichere Szenario wird eine weitere Finte sein, die auf diplomatischer Ebene mit den Russen abgesprochen wird, wie wir sie bereits zweimal in Syrien erlebt haben. Das Pentagon ist dann gezwungen mitzuspielen. Der Krieg in Syrien ist für den Westen verloren.

  3. Die Rezepturen der Kriegsmenues aus der Ami Denkeschmiede sind immer die gleichen.
    Warum sollten sie sie auch ändern, wenn alle Mitesser, die an der „Westlichen Werte“ Tafel sitzen, immer wieder unterstreichen, der Napf schmeckt doch prima.
    Und wer den Inhalt dennoch ausspuckt, der wird zum Diktator erklärt.

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