Vereinte Nationen – Die großen Fünf gegen den Rest

Die Struktur der Vereinten Nationen basiert auf der Gründungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine Reform zu den geoplolitischen Realitäten der Gegenwart wäre dringend notwendig.

Von Marco Maier

Als die Organisation der Vereinten Nationen (UNO) gegründet wurde, lagen weite Teile Europas und Südostasiens in Trümmern. Die Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich, dazu die Sowjetunion (heute Russland) und China (zuerst Nationalchina, dann die Volksrepublik) erhielten einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat und Veto-Rechte, während die anderen Mitglieder nur beschränkte Rechte erhielten.

Heute, mehr als ein halbes Jahrhundert später, haben sich die politischen und wirtschaftlichen Gewichte verschoben. Länder wie Indien, Indonesien, Pakistan, Japan, Nigeria, Deutschland, Brasilien oder Mexiko bringen beispielsweise mehr Gewicht zusammen als die Briten oder Franzosen, deren ausbeuterischen Weltreiche ohnehin längst schon Geschichte sind.

Faktisch, so muss man das sagen, gibt es heute noch drei wirklich große Mächte (die USA, China und Russland), die geopolitisch eine Rolle spielen, mehrere Mittel- und Regionalmächte und eben viele kleine Staaten. Hinzu kommt noch die Europäische Union als supranationale Organisation, deren Bedeutung man auch nicht unterschätzen sollte. Umso unsinniger ist auch das Festhalten an den fünf ständigen Mitgliedern mit Veto-Recht.

Im Grunde genommen sollte der Weltsicherheitsrat aus Mitgliedern aller wichtigen Staaten- und Völkergruppen zusammengesetzt sein, ohne Veto-Rechte einzelner Mitglieder. Die drei Großmächte hätten dann einen ständigen Sitz, hinzu käme Indien als Vertreter der Hindus, die vorwiegend buddhistischen Staaten Südostasiens könnten abwechselnd einen Vertreter entsenden, genauso wie die australisch-pazifische Region. Südamerika, Mittelamerika und die Karibik jeweils einen, das muslimisch geprägte Nordafrika einen, Zentral- und Südafrika ebenfalls jeweils einen. Die EU hätte einen Vertreter dabei, die europäischen Nicht-EU-Staaten dürften dann auch einen entsenden. Dann noch die sunnitischen Staaten des Nahen Ostens, sowie der Iran als schiitische Regionalmacht.

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Doch die Großmächte dieser Welt werden den bisherigen Sonderstatus nicht aufgeben und vor allem nicht darauf erpicht sein, irgendwelchen politisch unliebsamen Staaten (wie z.B. dem Iran oder Venezuela) faktisch gleich große Rechte auf weltpolitischer Ebene einzuräumen und London und Paris wären dann geopolitisch ja nur noch zweitklassig (was der realen Situation ja auch mehr entspricht). Dann würde ihnen ja zudem jemand faktisch gleichberechtigt Paroli bieten können, was sich der scheinheilige “Wertewesten” sicher nicht bieten lässt.

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2 Kommentare

  1. Herr Maier – ” die Struktur der Vereinten Nationen basiert auf der Gründungszeit nach dem 2. Weltkrieg……..”

    Wer heute im Internet nach Gründungspersonen und Gründungsort der UN sucht, bekommt nur noch “bereinigte ” Versionen zu Gesicht. Die Initiatoren werden nicht genannt. Die Struktur der UN wurde im wesentlich bereits vor dem 2. WK von CFR-Mitgliedern mitgestaltet, im Sinne einer Weltregierung. Schauen wir uns die UN-Flagge an, dann sind 33 ( ? ) Gradfelder zu entdecken, was zu denken geben sollte. Bereits 1919 machte vorab genannte CFR.Mitglieder über ihre “Mittelsmänner im US-Kongress eine Vorstoß zur Gründung einer solchen Organisation, der Kongress lehnte mehrheitlich ab.
    Diverse Autoren nennen Presidio/SanFransisco als Gründungsort der UN. Von hier wurde der Pazifik-Krieg gegen Japan und auch die Widerstandsbewegungen in den von Deutschland und Italien besetzten Ländern organisiert. Die Kriege gegen Korea und Vietnam wurden ebenso von Presidio aus organisiert. Noch heute kann die UN ( im Sicherheitsrat) nach Paragr. 42 Kriegshandlungen beschließen, ohne juristische Rückendeckung z.B. des IGH in Den Haag, der , wie wir wissen, von zumindest einem Mitglied des Sicherheitsrates nicht einmal anerkannt wird. Auch wer sich mit dem Wirken des “2.Mannes” der UN, Ex-US-Botschafter J.Feltman in Bezug zum Syrien-Krieg beschäftigt ( Voltaire.net bietet zahlreiche Informationen), könnte leicht in Versuchung geraten, die UN als Friedensorganisation in Frage zu stellen.

    Wie so oft, ist es der Schein der trügt.

  2. Oh, Herr Maier, so blauäugig habe ich Sie ja noch nie erlebt !
    Da sollen also die div. Weltregionen einen ständigen Vertreter entsenden dürfen, womöglich mit Vetorecht ?
    In allen diesen Regionen, eingeschlossen die EU und Resteuropa, gibt es ständige Rivalitäten, sehr oft wollen sich die Länder gegenseitig an die Gurgel gehen. Wie sollen die sich auf einen gemeinsamen Standpunkt einigen ? Selbst in der Eurozone gibt es den Sprengstoff zwischen Knetegeber und Knetenehmer ( natürlich vertraglich geregelte Rückzahlung,….so in ungefähr 50 bis 60 Jahren). Kein Geld, keine Zustimmung !
    Außerdem haben die “UN-Demokraten” die oftmaligen Pattsituationen ganz schnell in die Unterorganisationen zur Lösung weggedrückt, so, wie es die EU vormacht.
    Ihr Vorschlag, …naja, man kann ja mal vorsclagen.
    In Verbundenheit, Ihr O.N.

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