Die privaten US-Haushalte besitzen derzeit ein Rekordvermögen von 107 Billionen Dollar. Doch die reichsten 0,1 Prozent haben gleich viel wie die ärmsten 90 Prozent…

Von Marco Maier

Im jüngsten Bericht der Fed über die Mittelflüsse, der eben veröffentlicht wurde, veranschaulichte die Fed die jüngste Momentaufnahme des US-amerikanischen „Haushaltssektors“ mit Stichtag 30. Juni 2018. Was sie enthüllte (neben wichtigen historischen Revisionen), ist das mit 122,7 Billionen US-Dollar Vermögen Mit bescheidenen Verbindlichkeiten in Höhe von 15,7 Billionen US-Dollar, wodurch sich das Nettovermögen der US-Haushalte auf 106,9 Billionen US-Dollar erhöhte.

Das sind 11 aufeinander folgende Quartale und insgesamt 2,2 Billionen US-Dollar, infolge eines Anstiegs der Immobilienwerte um 559 Mrd. US-Dollar und 1,7 Billionen US-Dollar Anstieg bei verschiedenen Finanzwerten wie Unternehmensaktien, Renten- und Pensionsfonds und Einlagen. Das heißt aber auch: Vieles davon basiert auf den aktuellen Werten jener Anlagen, die faktisch Teil einer großen Finanzblase sind. Vor allem im Immobilien- und Aktienbereich.

Die gesamten Haushaltsaktiva stiegen im zweiten Quartal um 2,3 Billionen auf 122,7 Billionen US-Dollar, während gleichzeitig die gesamten Verbindlichkeiten, dh die Kreditaufnahme der Haushalte, von 15,6 Billionen auf nur noch 15,7 Billionen US-Dollar anstiegen. Der Hauptteil davon waren Hypothekendarlehen in Höhe von 10,2 Billionen US-Dollar. Die Immobilienbestände abzüglich der Veränderung der Hypothekenschulden stiegen um 320,1 Milliarden US-Dollar (eine positive Zahl bedeutet, dass der Wert von Immobilien schneller wächst als die Hypothekenschulden von Haushalten).

Eigentlich, so sollte man meinen, ist dies eine gute Nachricht für die Amerikaner. Doch es gibt da einen Haken: Von den Vermögenszuwächsen profitieren eigentlich nur die Reichen und Superreichen. Dies verdeutlich auch der nachfolgende Chart der Deutschen Bank, wonach die reichsten 0,1 Prozent der US-Bevölkerung in etwa gleich viel besitzen wie die 90 ärmsten Prozent.

Was auch deutlich wird: Seit den 1920er-Jahren konnten die unteren 90 Prozent der US-Bevölkerung (mit einem Knick in den 50ern) bis Mitte der 80er-Jahre ihren Anteil am Volksvermögen ausbauen. Dann kam der große Absturz und auch wenn die Grafik nur bis 2013 geht, so kann man anhand der seitdem laufenden Börsen-Hausse und den explodierenden Immobilienpreisen davon ausgehen, dass die Superreichen inzwischen bereits deutlich mehr besitzen als die unteren 90 Prozent (also inklusive der ohnehin marginalisierten Mittelschicht) besitzen.

In der jüngsten, wenn auch etwas veralteten „Trends in Family Wealth“ -Analyse des Congressional Budget Office (CBO), die 2016 veröffentlicht wurde, zeigte dieses eine Aufschlüsselung des Vermögens nach Vermögensgruppen. Diese zeigt, dass der „durchschnittliche“ amerikanische Reichtum alles andere als real ist und in Wirklichkeit der Großteil dieser 100 Billionen US-Dollar nur 10 Prozent der US-Bevölkerung gehört.

Mit Stand 2013 hieß es: Die obersten 10 Prozent der Familien besaßen 76 Prozent des Vermögens, jene vom 51. bis zum 90. Perzentil 23 Prozent und die ärmste Hälfte hatte gerade einmal ein Prozent des gesamten Vermögens für sich – sofern sie nicht ohnehin hoffnungslos überschuldet sind.

3 KOMMENTARE

  1. Das ist doch bei uns nicht viel besser, denn das Durchschnittsvermögen der Deutschen liegt bei 104 TSD. EUR und liegt somit auf Platz 9 von 16 europäischen Ländern und das ist für die meisten ein Tropfen auf dem heißen Stein und die Mehrheit geht leer aus und das in einem der angeblich reichsten Länder der Welt, wobei man da sicherlich die Superreichen damit meint, die prozentual das größte Stück des Kuchens besitzen und das kleine Stückchen können sich die anderen teilen und das hat auch was mit der ungleichen Verteilung am erwirtschafteten Ergebnis zu tun, denn was sich die Aktionäre gönnen, geht der Arbeitnehmerschaft verloren und deshalb werden die Leute hierzulande mit einem Hungerlohn abgespeist, während die Millionäre und Milliadäre sich auf deren Kosten bereichern und das alles unter den Augen der Regierenden, die sich ja stets als besonnen und verantwortungsvoll darstellen, ja sicherlich für die Reichen, aber nicht für den normalen Lohnempfänger.

  2. Ist bei uns noch schlimmer, da wir eine Nation von Mietsklaven sind. Die meisten haben nie die Chance durch ihren Arbeitslohn dort heraus zu kommen. Die ganze Förderung zielt zudem nur darauf ab, das der Sklave die Miete stemmen kann, nicht das er sich davon befreit. Millionen haben nie die Möglichkeit ein paar m² Boden nach ihren Vorstellungen zu gestalten.

    • Das ist auch so beabsichtigt. Mieter sind die neue Leibeigenen und müssen regelmäßig ihre Abgaben an die Immobilienbesitzer leisten, damit diese ohne Arbeit ein Leben im Überfluss führen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here