Die USS Ross im Hafen von Haifa. Bild: U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 3rd Class Robert S. Price/Released

China wird den Hafen von Haifa übernehmen, was beim Pentagon die Alarmglocken aufschrillen lässt. Immerhin ist dies einer, den die US Navy benutzt.

Von Marco Maier

Ein hochrangiger israelischer Militär- und Energiebeamter hat die wachsenden wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und China in Frage gestellt, genau wie ein chinesisches Unternehmen den Haifa-Hafen im Rahmen eines 25-Jahres-Vertrags aus dem Jahr 2015 in Betrieb nehmen wird. „Wenn China Häfen erwirbt“, begann der israelische Brigadegeneral Shaul Horev diese Woche in einem Interview mit der nationalen Nachrichtenagentur Arutz Sheva, „unter dem Vorwand, einen Handelsweg vom Indischen Ozean über den Suezkanal nach Europa zu führen, wie der Hafen von Piräus in Griechenland. Hat ein solcher Wirtschaftshorizont Auswirkungen auf die Sicherheit?“

General Horev, der auch als Marine-Stabschef und Vorsitzender der Atomenergie-Kommission gedient hatte, gab nach wie vor Alarm wegen einer Übernahme durch China: „Wir wägen diese Möglichkeit nicht ausreichend ab. Eine der hochrangigen amerikanischen Persönlichkeiten auf der Konferenz erhob die Frage, ob die US-amerikanische Sechste Flotte Haifa als Heimathafen sehen kann. Angesichts der chinesischen Übernahme steht die Frage nicht mehr auf der Tagesordnung.“ Horev fordert einen israelischen Sicherheitsmechanismus, der chinesische Investitionen in Israel und den Mittelmeerraum überprüfen und hinterfragen soll, um sicherzustellen, dass sie den Sicherheitsinteressen Israels oder seiner Partner wie den Vereinigten Staaten nicht schaden.

Die Shanghai International Port Group (SIPG) wird den größten israelischen Hafen in Haifa im Rahmen eines ab 2021 laufenden 25-jährigen Vertrags leiten. Ein eigenes chinesisches Unternehmen wurde kürzlich mit dem Bau eines neuen Hafens in der südisraelischen Stadt Ashdod beauftragt. Verschiedenen Berichten zufolge gibt China jährlich rund 150 Milliarden US-Dollar in den Ländern aus, die an seiner gewaltigen Belt and Road Initiative (BRI) beteiligt sind, die Asien, Europa und Afrika in einer großen von China bewilligten Freihandels-Infrastruktur verbinden soll. Mittelmeer-Außenposten wie Haifa sind ein Schlüsselelement in diesem Korridor. Ein Korridor, von dem China hofft, dass es bis zum Jahr 2049 als „Seidenstraße des 21. Jahrhunderts“ vollständig etabliert sein wird.

Doch für die Amerikaner ist gerade auch der israelische Hafen wichtig, um so die Marineaktivitäten in der Region zu koordinieren. Wird der Hafen von Haifa von den Chinesen kontrolliert, sorgt dies natürlich im Pentagon für Aufregung. Und wenn man bedenkt, dass Israel enorm von den finanziellen Zuwendungen der Amerikaner abhängig ist, wird auch klar, dass man sich mit dem Vertrag mit den Chinesen selbst ein Bein gestellt hat – auch wenn natürlich die wirtschaftlichen Beziehungen mit China positive volkswirtschaftliche Effekte mit sich bringt.

1 KOMMENTAR

  1. „Israel ist enorm von den finanziellen Zuwendungen der Amerikaner abhängig“

    Sie haben doch ihre Leute in der US Regierung. Wer sonst noch ist ebenbürtig positioniert?
    Dagegen sind der Rest arme Schlucker.

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