US-Sanktionen: China ist in Rage – und vertieft Kooperation mit Russland

Die USA haben wegen Waffenkäufen von Russland eine Branche des chinesischen Militärs mit Sanktionen belegt. Peking will nun zurückschlagen und die Beziehungen mit Moskau vertiefen.

Von Marco Maier

Inmitten eines schwelenden Handelskonflikts zwischen den USA und China hat Washington Sanktionen gegen eine Branche des chinesischen Militärs verhängt, um den jüngsten Kauf russischer Kampfflugzeuge und Boden-Luft-Raketen durch China zu bestrafen. Denn der Kauf russischer Waffensysteme ist böse, so die Sicht der Neocons, weshalb dies sanktioniert werden muss. Es kann ja nicht sein, dass sich ein Land gegen potentielle US-Angriffe verteidigen kann.

Die neuen Sanktionen sind mehr als lästig und blockieren Chinas Abteilung für Geräteentwicklung von der Teilnahme am dollarbasierten Finanzsystem und von Geschäften mit US-Unternehmen, während sie gleichzeitig die Agentur und ihren Leiter, Li Shangfu, davon abhalten, sich für den Erwerb von US-Exportlizenzen zu bewerben.

Wie Reuters hinzufügte, sagte das US-Außenministerium, es würde sofort Sanktionen gegen die chinesische Ausrüstungsentwicklungsabteilung (EDD) verhängen, die für Waffen und Ausrüstung zuständig ist, und gegen ihren Direktor, Li Shangfu, wegen „bedeutenden Transaktionen“ mit Rosoboronexport, Russlands Hauptwaffenexporteur. Washington packte weitere 33 Personen und Einheiten auf eine Blacklist unter dem 2017 verabschiedeten Gesetz „Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act“, oder CAATSA.

Erwartungsgemäß war China wütend. So teilte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, Reportern in Peking mit, dass der Schritt die bilateralen Beziehungen und die militärischen Beziehungen ernsthaft schädige: „China äußert starke Empörung über diese unzumutbaren Handlungen seitens der USA und hat bereits strenge Erklärungen abgegeben.“ Und weiter: „Wir fordern die USA dringend auf, den Fehler sofort zu korrigieren und die so genannten Sanktionen aufzuheben, sonst wird die US-Seite notwendigerweise die Verantwortung für die Konsequenzen tragen“, sagte er, ohne Einzelheiten zu nennen.

Loading...

China hat einen „normalen“ militärischen Austausch und eine Kooperation mit Russland, die darauf abzielen, den Frieden und die Stabilität in der Region zu schützen, was nicht gegen internationales Recht oder gegen Dritte gerichtet ist, fügte Geng hinzu. Die Volksrepublik werde weiterhin mit Russland zusammenarbeiten, um die strategische Zusammenarbeit auf einer noch höheren Ebene zu fördern, sagte er.

Wie man sieht, haben die US-Aktionen genau die gegenteilige Wirkung dessen, was sie erreichen sollen. China und Russland werden nun noch stärker miteinander auf militärischer Ebene kooperieren und ein Gegengewicht zum US-Block aufbauen, der nur den Interessen des Establishments und der westlichen Finanzoligarchie dient.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Ein Kommentar

  1. All diese Sanktionen sind – auch wenn wir sie längst als ganz normal empfinden – tatsächlich agressive Akte zur wirtschaftlichen und somit militärischen Schwächung eines Gegners. Also eigentlich ein Kriegsgrund für den Sanktionierten. Schaun mer ma.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.