US-Präsident Donald Trump wirft mit Strafzöllen um sich, um so das ausufernde Handelsbilanzdefizit in den Griff zu bekommen. Das klappt allerdings nicht.

Von Marco Maier

Donald Trumps Bild über die Wirtschafts- und Finanzpolitik ist einseitig. Zwar importieren die USA mehr als sie exportieren, doch finanziert wird dies vor allem über die Kapitalzuflüsse der Finanzindustrie und die ganzen Unternehmensbeteiligungen weltweit, die entsprechend Renditen, Dividenden und Verkaufsgewinne in die Kassen spülen. Im Grunde genommen gibt die breite Masse jenes Geld im Ausland aus, welches die finanzielle Oberschicht dort einkassiert.

Trumps Kampf gegen die enormen Handelsbilanzdefizite erweist sich jedoch als einer gegen Windmühlen. Selbst die ganzen Strafzölle scheinen kaum Wirkung zu haben, zumal das Waren- und Dienstleistungsdefizit im Juli laut dem US-Handelsministerium auf ein Fünf-Monats-Hoch stieg – ganze 50,1 Milliarden Dollar waren es, nach 45,7 Milliarden Dollar im Juni. Die US-Exporte sanken im Juli um 1 Prozent auf 211,1 Milliarden Dollar, während die Importe um 0,9 Prozent auf einen Rekordwert von 261,2 Milliarden Dollar stiegen.

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres erhöhte sich das US-Handelsdefizit gegenüber demselben Zeitraum im Jahr 2017 um 7 Prozent. Das US-Handelsdefizit nahm weiter zu, obwohl die Trump-Administration versicherte, es durch Neuverhandlung von Handelsabkommen und die Einführung von Zöllen auf Importe zu senken. Auf der Grundlage der aktuellen finanzpolitischen Maßnahmen schätzt der IWF, dass das US-Leistungsbilanzdefizit, das hauptsächlich aus dem Handelsdefizit besteht, bis 2020 auf 3,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,4 Prozent im Jahr 2017 ansteigen wird.

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