Loading...

In der Medizin und Pharmaindustrie geht es nur noch um Profite, nicht um den Menschen und dessen Gesundheit. Das muss reformiert werden.

Von Dr. Hans-Jürgen Klose

Weiß jemand was ein junger Arzt im Rahmen seiner Praxisgründung auszugeben hat? Je nach Fachrichtung sind das zwischen 250.000 und 1,8 Millionen Euro. Da er das in der Regel nicht in seiner Spardose hat, verschuldet er sich für die 10 bis 15 Jahre. Er hat in den meisten Fällen den Beruf einmal eingeschlagen, weil er helfen wollte, dass andere gesund sein/werden können – mit einem Mal jedoch sieht er, dass er Unternehmer geworden ist. Es werden Finanzanalysen gemacht, Marketingleute ausgesucht, Bankgespräche geführt und sein Erfolg misst sich fast nur noch in Euro.

Noch schlimmer sieht es in den Krankenhäusern aus. In der Regel werden sie als GmbHs, Aktiengesellschaften oder anderen Wirtschaftsunternehmensformen geführt. Bis vor 25 Jahren war ein Chefarzt auf Lebenszeit eingestellt. Heute werden befristete Zeitverträge gemacht. Geleitet wird so ein Krankenhaus schon lange nicht mehr von Ärzten sondern von Leuten die das Optimieren gelernt haben. Nein, nicht das der Gesundheit – das der Bilanzen. Wenn dann der Krankenhausmanager vor dem Jahresende seine Chefärzte für die Prognoserechnungen für’s kommende Jahr antanzen lässt, bekommt jeder seine wirtschaftliche Zielvorgabe. In der Allgemeinchirurgie 15 Prozent mehr als im laufenden Jahr? Kein Problem, dann wird eben ein bisschen mehr operiert. Wie, ihr Lächeln gefriert Ihnen gerade im Gesicht ein? Wollen Sie mal sehen, wie viele Bewerbungen ich hier liegen habe? Die ärztlich-moralischen Vorstellungen der Weißkittel interessieren ein Management wenig. Und wenn jemandem diese Vorstellungen mehr wert sind, als die nächste Vertragsverlängerung…

Am allerschlimmsten sieht es bei den börsennotierten Unternehmen der Pharmabranche aus. Ein börsennotiertes Unternehmen hat nur ein Ziel – so Gewinne einzufahren, dass die nächste Aktionärsversammlung ohne Querelen über die Bühne geht. Das Dumme ist, dass ein gesunder Patient keine Gewinne bringt. Sagen Sie mal, welche Impfprogramme sollen jetzt noch vor der nächsten Vorstandssitzung in Presse und Apotheken gedrückt werden? Ja, meinetwegen auch als Fünffach-Impfung. Am besten gleich zum Gesundheitsministerium mailen „Kinder ohne Impfschutz bekommen keine Kindergartenplätze mehr.“

Loading...

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland ist seit Bestehen der Bundesrepublik im Schnitt um 14 Jahre gestiegen, rechnet man die verkürzte Lebensphase aufgrund des 2. Weltkriegs ab, bleiben immerhin noch 8 Jahre. Lebt es sich heute länger oder stirbt es sich langsamer?

Wenn man die ganze Diskussion um Pflegekräfte bei uns verfolgt, kann einem vor dem Alter Angst und bange werden. Der größte Teil der Rente geht für einen Heimplatz drauf. Wer schon einmal in einem durchschnittlichen Altenwohnheim war, überlegt sich ohnehin ob die Sterbehilfe nicht bessere Alternative ist. Natürlich gibt es für höhere Renten das Augustinum, wo aber schnell mal 5.000 Euro im Monat auf den Rollator gelegt werden. Der gesamte Sozialbereich ist so unmenschlich, dass grundlegende Veränderungen nötig sind. Die Altersbetreuung ist genauso zu einem Monopoly geworden wie die gesamte Medizin – hier muss ein völlig neuer Denkansatz her.

Bitte unterstützen sie uns!

Wir konnten im Laufe der Zeit viele Leser dauerhaft für uns begeistern. Wenn Sie liebe Leser, uns dauerhaft unterstützen wollen, dann tun sie das am besten mit einer Spende oder mit einem Dauerauftrag mit dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE28 7001 1110 6052 6699 69, BIC: DEKTDE7GXXX, Inhaber: Andreas Keltscha oder per Paypal und Kreditkarte. Wir bedanken uns herzlich!

Loading...

1 KOMMENTAR

  1. „Die ärztlich-moralischen Vorstellungen der Weißkittel………“ – werden nicht selten von ökonomischen Sachzwängen verdrängt. Und diese Sachzwänge dominieren sämtliche Bereiche der Wirtschaft sowie der Gesellschaft. Machen wir uns da nichts vor!
    Wenn heute von „längerer Lebenszeit oder Lebenserwartung“ als Beweis eines funktionierenden Gesundheitssystems Statistiken präsentiert werden, halten diese einer genaueren Betrachtung kaum stand. Ein Zyniker könnte meinen, das Sterben wird verlängert.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here