Wladimir Putin. Bild: kremlin.ru
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Sollte das Betreiberkonsortium für Nord Stream 2 von den Amerikanern mit Sanktionen bedroht werden, will Russland die Finanzierung des Projekts selbst in die Hand nehmen, so Präsident Putin.

Von Redaktion

Aus Washington gibt es immer wieder massive Drohungen, das komplette russische Energiegeschäft mit Sanktionen zu belegen. Nicht nur, um Russland damit wirtschaftlich und finanziell zu schaden, sondern auch deshalb, weil man mehr Fracking-Gas als LNG nach Europa verkaufen möchte. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um eine Maßnahme des Wirtschaftskriegs, von dem US-Unternehmen profitieren sollen.

Angesichts dieser massiven Bedrohungen, die auch gegen europäische Unternehmen gerichtet sind, gibt es inzwischen auch dort zunehmend Widerstände gegen das Projekt, welches die Gasversorgung Europas für Jahrzehnte sichern soll. Neben den 50 Prozent die der russische Konzern Gazprom hält, sind auch die BASF-Tochter Wintershall, die Eon-Abspaltung Uniper und Shell daran beteiligt.

Russlands Präsident, Wladimir Putin, hatte laut der „Süddeutschen Zeitung“ der deutschen Bundesregierung während seines Besuchs in Meseberg am 18. August deshalb Pläne vorgelegt, wonach man bereit sei die Finanzierung zur Not auch komplett zu übernehmen, sollte der US-amerikanische Druck auf die europäischen Unternehmen zu groß werden und diese von US-Sanktionen betroffen sein. Allerdings verbietet die EU-Kommission aus Wettbewerbsgründen die Lieferung von Gas (Produktion) und den Transport aus einer Hand, was bedeutet, dass es eine alternative Lösung dafür geben muss.

3 KOMMENTARE

  1. Wir können uns drehen und wenden wie wir wollen und das auch ob wir nun pro oder kontra Putin sind, Deutschland, wie auch weitere Staaten Europas benötigen auch in den nächsten Jahren russisches Erdgas.

    Da ist mir ein Leitungsverlauf, der zwischenzeitlich auch von renommierten Stellen als ökologisch unbedenklich eingestuft wurde, außerhalb von bekannten unsicheren Staaten – zu denen neben der Ukraine auch Polen gehört (hier lässt die Geschichte gleich mehrfach grüßen) lieber, als eine einseitige Bindung an Fracking-Erzeugnisse.

    Auch Nord Stream 2 bedeutet keineswegs eine einseitige Energiebindung an Russland. Dazu sollte man sich die anderen Bezugsquellen genau ansehen. Nord Stream 2 macht aber die Energielieferungen aus Russland, durch den Ausschluss von potenziellen „Störstaaten“ erheblich sicherer und damit auch in „Evententualfällen“ zuverlässiger.

  2. Gegen Angriffe auf die Souveränität, wie sie gegen Nord-Stream-2 verübt werden, hätte sich sogar der streng nationalistisch-anti-expansionistische Otto von Bismarck gewehrt.

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