Bootsmigranten vor der libyschen Küste. Bild: Screenshot Youtube.com

Im ersten Halbjahr 2018 hat die libysche Küstenwache rund 10.000 Migranten aus dem Mittelmeer gefischt.

Von Michael Steiner

Unzählige Migranten versuchen immer noch via Libyen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Dabei werden sie nicht nur von den Schlepperschiffen der internationalen NGOs herausgefischt und an die europäischen Küsten gebracht, sondern zunehmend auch von der libyschen Küstenwache aufgegriffen, die sie wieder zurück nach Afrika bringen.

Wie Informationen der Bundesregierung besagen, sollen so insgesamt rund 10.000 dieser Migranten durch die Küstenwache des infolge des NATO-Angriffskrieges zerstörten Landes so an der illegalen Einreise nach Europa gehindert worden sein, wie das Auswärtige Amt auf eine Anfrage der Linksfraktion mitteilt.

Die von der Küstenwache aufgegriffenen Migranten wurden demnach in die laut den Vereinten Nationen 20 „detention centres“ gebracht, die der (in sich zerstrittenen) Einheitsregierung unterstehen. Aber auch diverse inoffizielle Sammellager entlang der Küste sollen existieren.

Die Linke kritisiert die Rückführung dieser Migranten in die Sammellager, in denen „teilweise menschenunwürdige Verhältnisse“ herrschen würden. Allerdings gibt es bereits Bemühungen, möglichst viele dieser Migranten wieder zurück in ihre Heimat zu bringen, damit sie ihren Landsleuten mitteilen können, dass die gefährliche Reise an die nordafrikanische Küste schlussendlich sinnlos ist. Doch ob dies ausreicht, den Migrationsdruck zu mildern, ist fraglich.

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