Für die einen ist es eine Verschwörungstheorie, für die anderen gelebte Verschwörungspraxis: Es sind die Finanzeliten dieser Welt, die über ihre miteinander vernetzten Konzerne und Lobbyisten die Politik bestimmen.

Von Marco Maier

Der zweimalige britische Premierminister Benjamin Disraeli sagte einmal: „Die Welt wird von anderen Leuten regiert, als es das Volk zu wissen glaubt.“ Theodore Roosevelt, US-Präsident von 1901 bis 1909, sagte im Jahr 1912: „Hinter der sichtbaren Regierung sitzt auf dem Thron eine unsichtbare Regierung, die dem Volk keine Treue schuldet und keine Verantwortung anerkennt.“

Auch Franklin D. Roosevelt, Präsident von 1933-1945, wusste, dass ihm der Handlungsrahmen gesteckt war: „Die tatsächliche Wahrheit ist, dass seit den Tagen von Andrew Jackson (Anm.: 1829-1837) gewisse Teile der großen Finanzzentren die Regierung beherrschen.“

Und wenn man sich die bis heute andauernden Entwicklungen ansieht, dann kann man eigentlich nur zum Schluss kommen, dass dem wirklich so ist. Der Soziologe und Volkswirt Thilo Bode (Greenpeace & Foodwatch) gewährt in seinem Buch „Die Diktatur der Konzerne“ einen interessanten Einblick in die ganze Wirtschaftspolitik, welche schlussendlich nur eine Machtpolitik der großen Unternehmen darstellt. Einen Auszug daraus finden Sie bei „Makroskop„.

Wir haben es mit einer superreichen Clique und Heerscharen von unterwürfigen Handlangern zu tun, die ein Netzwerk von miteinander verflochtenen Konzernen geschafft haben, welches weltweit einen Großteil des Gütermarktes dominiert. Während kleine und mittlere Unternehmen die volle staatliche Gewalt in Sachen Steuern und Abgaben zu spüren bekommen (und somit kaum eine Möglichkeit haben, zu einer ernsthaften Konkurrenz zu avancieren), regeln diese Konzerne dies mit Steueroasen und Geldverschiebereien. Hinzu kommt noch die Dominanz der Finanzmärkte, mit denen zusätzlicher Druck auf die Regierungen und Parlamente ausgeübt werden kann.

Im Grunde genommen zeigt dies alles jedoch auch, dass die ganze Demokratie nur eine Farce ist. Man kann verschiedene Parteien und Politiker wählen, die dann jedoch bis auf kleinere Akzente kaum Möglichkeiten haben, tatsächlich etwas zu ändern. Und wenn sie es doch versuchen? Dann kommt der große Gegenschlag mit von außen gesteuerten Unruhen, Regime-Change-Bemühungen, Sanktionen und anderen Strafmaßnahmen. Initiiert von den Lobbyisten der Konzerne, welche die Regierungen der anderen Länder (die sie noch in ihren Händen halten) unter Druck setzen, etwas dagegen zu unternehmen.

2 KOMMENTARE

  1. Der Artikel sagt es ganz konkret und es ist durch Zitate untersetzt.

    Das Hauptproblem ist das internationale Finanzkapital. Viele Unternehmen, das reicht bis in die größeren mittelständischen Unternehmen hinein, sind nur noch Hüllen der Realwirtschaft.
    Bestimmt wird ihr Verhalten durch die international operierenden Hedgefonds und Investmentfonds.

    Eine Stufe höher, bei den Konzernen ist die Verflechtung unübersehbar, sie haben ihre Mitarbeiter in den Ministerien. Dort wird bestimmt, welche Gesetze und in welcher Art und Weise, zur Vorlage und „Abstimmung“ gelangen.

    Es fängt bei den größeren Städten an, setzt sich über die Landtage fort bis zum Bundestag. Schon während ihrer aktiven politischen Laufbahn sichern sich die Politiker ihre späteren Übergänge in die Wirtschaft.

    Oft wird für die Überbrückung eine Krankheit „genommen“, um es etwas zu verschleiern.

    So endet auch die Kritik der Politik immer an den äußeren Hüllen der Unternehmen. Sie dringt nie bis zum eigentlichen Kern vor. Das betrifft ebenfalls die Grünen und die LINKEN, sowie einige Organisationen wie zum Beispiel attac Deutschland. Schon wenn man sich die Mitgliedsorganisationen von attac Deutschland ansieht, dann weiß man – es soll sich nichts ändern und das Volk weiterhin dumm gehalten werden.

  2. Manipulation ist eines der wichtigsten Mittel, diese Tatsachen zu verschleiern. Diese funktioniert auch deshalb so gut, weil das Bildungs(un)wesen keine wirklich breite Allgemeinbildung anstrebt. Das neue Fach Medienkunde in den Schulen, in MV z.B. in der Erprobung,dient zwar der besseren Verbreitung von Grundwissen zu neuen Medien, aber auch dazu, Regierungsgläubigkeit zu verbreiten. Man kann fast nur auf seinem Spezialgebiet erkennen, dass an den offiziellen Lesarten einiges bis vieles nicht stimmt und vermuten, dass es auf anderen Gebieten genauso ist. Damit ist man manipulierbar. Da in allen Parteein“U-Boote “ und Karieristen eine bedeutende Rolle spielen, ist von diesen auch keine Abhilfe zu erwarten.

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