Ägypter auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Bild: Flickr / Alisdare Hickson CC BY-SA 2.0

Die vom Westen lange Zeit hofierten Muslimbrüder gehen auf eine Organisation zurück, die den Freimaurern ähnlich ist. Viele der heutigen Probleme resultieren aus den kolonialzeitlichen Grenzziehungen.

Von Dr. Hans-Jürgen Klose

Fast jede arabische Terrororganisation und fast jeder Dschihad-Führer geht auf eine freimaurerähnliche Organisation zurück – die Muslimbrüder. Osama bin Laden, der damals durch die CIA in Pakistan rekrutiert worden war, ist nur einer von vielen.

„Allah ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer.
Der Koran ist unsere Verfassung. Der Dschihad ist unser Weg.
Der Tod für Allah ist vornehmste Wurzel.“ (Wahlspruch der Muslimbruderschaft)

Dass der Muslimbruderschaft ein so gewaltiger Einfluss eingeräumt wurde, war im Präsidialerlass PSD-11 der Obama-Regierung festgeschrieben, den Peter Hoelstra (vormals Vorsitzender des ständigen Sonderausschusses für die Geheimdienste der USA) dem Kongress vorstellte (Dieser Erlass ist immer noch als „Top Secret“ eingestuft). Hierin wird eine umfassende Neubewertung der anzustrebenden politischen Reformen in den Ländern des Mittleren Ostens gefordert. In die nachrichtendienstlichen Ambitionen der Amerikaner ist seither die Muslimbruderschaft einzuflechten. Dieses wenig geheime Geheimpapier war vor den Umstürzen im Ägypten des Jahres 2011, die hier als Arabischer Frühling bezeichnet werden, die Handlungsgrundlage mit der Mubarak aus dem Sattel gedrückt wurde. Zuvor war Mubarak 30 Jahre durch die USA, Israel die EU gestützt worden – für das jetzt Geplante war das Staatsgefüge aber zu solide geworden.

Die „Gerechtigkeitspartei“ der Muslimbrüder – also der politische Arm der Bruderschaft wurde nach Volksunruhen pünktlich zur politisch stärksten Kraft im Land. Die Unruhen wurden jedoch stärker, weil fortan die Scharia eingeführt werden sollte und die Bevölkerung ihre Richtung zu verlieren drohte. Mit einem Militärputsch stoppte General as-Sisi die Bestrebungen der Muslimbrüder und wurde zum Präsidenten des Landes. Seither läuft dort Leben wieder in geordneten Bahnen.

Als nach dem 1. Weltkrieg das Osmanische Reich von den Siegermächten aufgelöst und verteilt wurde, wurde das Sykes-Pikot-Abkommen, das im Wesentlichen zur Absicherung der französischen Einflusssphäre diente und das aufgrund geopolitischer Unkenntnis der Franzosen und Engländer die traditionellen Grenzen innerhalb des Osmanischen Reichs verwischte, bis heute die gültige Grundlage für das Chaos in diesen Regionen. Dieses Abkommen ignorierte das Vorhandensein unterschiedlicher Völkerschaften und Religionsgruppierungen. Das ist der englisch-französische Kardinalfehler der Geopolitik bis heute. Dass solch ein Chaos nun durch die USA leicht genutzt werden kann, um ihre Interessen dort durchzusetzten, ist das Schreckliche in einer einst blühenden Region.

Frankreich hat sich in Syrien aus diesen Gründen sofort an den Angriffen beteiligt. Was wissen unsere Politiker von den französischen Absichten dort? Was weiß der BND der doch überall seine Residenten hat, von den französischen Absichten dort? Es ist immer noch so, dass unsere Regierung nicht auf Augenhöhe den Mächten begegnen kann, die das Weltgeschehen unter sich ausmachen. Maas mag wer weiß wie wichtig tun – geopolitisch ist er ein Greenhorn, denn ein wesentlicher Aspekt der Geopolitik ist die Geschichte der jeweiligen Länder und die daraus gewachsenen Koalitionen.

Für heutige Gutmenschen beginnt deutsche Geschichte wie auch jede andere Geschichte erst mit 1933, darum auch der ständige Sündergang. Wir müssen lernen, dass wir bei niemandem etwas gut zu machen haben, denn die Toten der Vergangenheit können nicht die politischen Geschehnisse im Heute bestimmen.

1 KOMMENTAR

  1. „Die vom Westen…… hofierte Muslimbruderschaft…..“ – ist ein Produkt des britischen Auslandsgeheimdienstes. In Ägypten 1928 von einem rel. unbekannten Lehrer (Hassan al-Banna) mit einigen „Gesinnungsgenossen“ gegründet, konnte die sich „antibritisch“ gebärdende Bruderschaft binnen kurzer Zeit im gesamten Nahen Osten eine starke Anhängerschaft gewinnen. Entscheidend für diese rasche Ausbreitung waren finanzielle und organisatorische „Aufbauhilfen“ der Suezkompanie. Sie ist auch heute noch (behaupte ich) Teil des bereits Ende des 19.Jahrhunderts von der Hochfinanz in dieser Region aufgebauten Netzwerkes.

    „Das ist der englische – französische Kardinalfehler der Geopolitik bis heute.“
    Ich denke, im Hinblick auf das genannte Abkommen, das nichts weiter als ein Zwischenschritt auf dem langen Weg zur NWO war, ist das Vorhandensein unterschiedlicher Völkerschaften und Religionsgruppierungen in dieser Region genau die ( gewünschte ) explosive Mischung, die Uneinigkeit und Unfrieden sät , gemäß dem Motto „Teile und herrsche „.
    Kardinalfehler ? – Nein, keineswegs, eher erfolgreiche Strategie, denn religiös fanatisierte Muslimbrüder sind stets für die im Schatten stehenden „Herren des Geldes“ das willige „Menschenmaterial“ gewesen. Die vielen Freimaurerbünde sind auch nur Staffage in deren geopolitische Spielchen.

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