Über die Lage in Syrien werden zu viele Falschnachrichten verbreitet. Propaganda im Auftrag jener, die das Land zerschlagen wollen.

Von Dr. Hans-Jürgen Klose

Je mehr Menschen über Syrien berichten, um so verwirrter wird die Lage des ohnehin schon gebeutelten Landes. Zuerst sah es so aus, als sei der Frieden kurz vor der Tür – dann kamen Idlib und die Giftgas-Spekulationen. In einigen Medien wird jetzt berichtet, ein Drittel des Landes sei von den USA besetzt und zwar die Gegenden die die Erdölfördergebiete des Landes sind. Die USA wollten nun zuerst Erdölförder-Verträge von Assad unterschrieben haben, bevor die Truppen abrücken – aber das Öl sei schon Russland versprochen. Telefoniert man dann mit Russland, heißt es „Wir wissen ja selbst nicht wohin mit unserem Öl.“

Es werden Szenarien durch Reporter kolportiert die nur Spekulationen sind – dennoch haben sie Bedeutung dadurch, dass sie in Umlauf gebracht werden. Dass das zum Teil von Reportern gemacht wird die nach eigenem Bekunden der „alternativen Presse“ zugerechnet werden, macht das Ganze doppelt schlimm. Wer in Syrien und den Anrainerstaaten zu tun hat, ist auf alternative Medien angewiesen. Jedes Märchen das jetzt in Umlauf gebracht wird, verschlimmert die Lage der Menschen, die dort Assad die Treue gehalten haben.

Die Assads sind für Syrien die Rettung gewesen – schon Hafiz al-Assad, der Vater des jetzigen Präsidenten, hatte Syrien vor dem Untergang durch Intrigen der Westmächte bewahrt, als er gegen seinen streng pro-chinesischen Vorgänger putschte und die militärischen Auseinandersetzungen des Landes mit Jordanien beendete – sofort war wieder Nahrung für die Bevölkerung da und das Öl begann zu sprudeln.

Streitpunkt war wie immer Israel gewesen. Syrien sollte damals auf die Seite Israels gezogen werden und wäre fortan regionale Schutzmacht geworden. Nur ließ sich Hafiz al-Assad nicht kaufen. Da er putschte, als er Oberbefehlshaber der Luftwaffe war, hatte er von Anfang an das Miltär seines Landes hinter sich.

Seit Bashar al-Assad im Jahr 2000 die Nachfolge seines Vaters antrat, war Syrien weiter im Aufwind. Der heutige Assad ist Mediziner und kennt den Westen aus der Zeit als Student und junger Arzt in London. Er gehört den gemäßigten muslimischen Alawiten (eine schiitische Richtung) an und hat eine sunnitische Frau geheiratet, die er aus London mit nach Syrien brachte. Er ist kein Machtpolitiker, sondern ein eher schüchtern abwägender Mann, der sein Land vor der Zerschlagung gerettet hat.

Es sollte kein Bericht mehr über das Land veröffentlicht werden, der nicht von der Regierung in Damaskus abgesegnet ist. All die vielen Falschmeldungen - auch der alternativen Presse - machen einen Friedensschluss schwieriger. Der Krieg wird jetzt zu Ende gehen. Die Aufständischen, die nicht nur vom Westen sondern auch von Israel unterstützt werden, werden ausgeflogen – und das ist der letzte stand der Dinge. Syrien eignet sich zur Zeit nicht um sich Reporterlorbeeren zu verdienen, die dem Reporter zwar Aufmerksamkeit bringen, dem Land aber schaden.

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