Zerknitterte Dollarnote über US-Flagge. Bild: Flickr / Images Money CC BY 2.0

Selbst die massiven Steuersenkungen animieren ausländische Unternehmen nicht dazu, in den USA zu investieren. Trumps Handels- und Steuerpolitik versagt offenbar.

Von Marco Maier

Normalerweise sollten die ausländischen Direktinvestitionen in den Vereinigten Staaten ansteigen. Immerhin profitieren die Unternehmen von den enormen Steuerkürzungen der Trump-Administration und den offiziellen Daten zufolge steht es um die US-Wirtschaft auch nicht so schlecht. Aber, das tun sie nicht. Im Gegenteil: Es gab im zweiten Quartal 2018 zum ersten Mal seit langem sogar netto einen Abzug von Kapital.

Wie die obige Grafik der Organization for International Investment verdeutlicht, steht es um die Direktinvestitionen schon seit einiger Zeit nicht mehr so gut – was man allerdings nicht unbedingt Trump alleine anlasten sollte, zumal schon zu Obama-Zeiten schwache Impulse kamen. Doch für ein Minus hatte es die letzten Jahre nicht gereicht.

Und wenn man bedenkt dass im Jahr 2017 noch 292,1 Milliarden Dollar an Netto-Direktinvestitionen gemacht wurden, im Jahr 2016 sogar 486,1 Milliarden Dollar und im Jahr 2015 immerhin noch 481,5 Milliarden Dollar, dann merkt man, dass es inzwischen doch bergab geht. Man fragt sich, ob nicht auch die ganzen US-Handelskriege und die unsägliche Sanktionspolitik Washingtons mit eine Verantwortung dafür trägt.

Als international tätiges Unternehmen muss man sich die Frage stellen, ob der US-Markt tatsächlich wichtiger ist als der Rest des Weltmarktes. Wer keine Geschäfte in den USA macht, dem können irgendwelche US-Sanktionen weitestgehend egal sein. Ganz zu schweigen davon, dass man als Unternehmer in den Vereinigten Staaten ein enormes Risiko eingeht, für die Dummheit von Konsumenten zu gewaltigen Schadenersatzsummen verklagt zu werden. Ein Risiko, welches nicht wirklich in Relation zu den möglichen Profiten steht.

Die Trump-Administration schießt sich mit der Außen- und Handelspolitik bildhaft gesprochen ins eigene Knie. 2017 lagen die ausländischen Direktinvestitionen zwar noch über dem Schnitt von 2007 bis 2014 (2015 und 2016 waren sehr stark), doch es ist kaum zu erwarten, dass nach der schwachen ersten Jahreshälfte 2018 (+55,5 Milliarden Dollar) auch nur annähernd das Ergebnis der schwachen Jahre 2009 bis 2014 erreicht werden kann. Immerhin strafen nun auch die finanz- und investitionsstarken Chinesen die USA ab – und das wird anhalten.

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