Dijsselbloem: „Die Griechen sollen die Klappe halten“

Der frühere Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, forderte die Griechen dazu auf, für die europäische „Hilfe“ dankbar zu sein und „die Klappe zu halten.“

Von Marco Maier

Griechenland hätte für die Hilfe aus Europa dankbar sein und die Klappe halten sollen. Das ist die Botschaft des ehemaligen Eurogruppen-Chefs Jeroen Dijsselbloem in einem Interview an diesem Wochenende. Er hat sich von der traumatischen Erfahrung mit dem ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis noch nicht erholt.

Zur gleichen Zeit und nach drei schmerzhaften Bailouts, die die Schulden erhöhten und Millionen zur Verelendung brachten, berichtete KeepTalkingGreece.com, dass Dijsselbloem weiter sagte: „Griechenland ist offensichtlich keine Erfolgsgeschichte, die Forderungen an die Griechen waren zu schwer“ und die griechische „Krise ist so tief, dass man sie nicht als Erfolg bezeichnen kann“.

Die Länder der Eurozone hätten von den Griechen im Gegenzug für internationale Rettungspakete zu viel verlangt, so der sozialdemokratische Politiker am Samstag im niederländischen Fernsehen. „In Sachen Reformen haben wir viel zu viel vom griechischen Volk verlangt“, sagte Dijsselbloem dem aktuellen Nachrichtenprogramm Nieuwsuur. „Reformen sind in einer Gesellschaft mit einer gut funktionierenden Regierung schwer genug, aber das war in Griechenland offensichtlich nicht der Fall.“

Gleichzeitig sagte er in der üblichen nordischen Arroganz, Griechenland sollte dankbar sein für die Hilfe, die es erhielt, und den Mund halten. „Politik ist nur ein kniffliger Job, man muss Kompromisse machen, Griechenland war auf die Hilfe anderer angewiesen und rissen dann den Mund gegen die Menschen auf, die ihnen helfen… Wir setzen dafür Bedingungen. Stimme nicht zu, aber du kannst keinen großen Finger auf sie richten“, sagte Dijsselboem.

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Dijsselbloem vergaß jedoch zu sagen, dass die EU, die EZB und der IWF mit der angeblichen „Griechenland-Rettung“ in Wirklichkeit nur die Banken, Versicherungen und Hedgefonds retteten und den Griechen dabei noch mehr Bürden aufhalsten als es bei einem Staatsbankrott der Fall gewesen wäre. Er war einer der Mitverantwortlichen beim Betrug an den europäischen Steuerzahlern, der nur der Finanzindustrie diente.

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2 Kommentare

  1. Das die insgesamt 325 Mrd. „Griechenland-Hilfe“ ausschließlich Banken, Versicherungen und Hedgefonds retteten, entspricht nicht unbedingt den Fakten (so stellt zumindest es der Ökonom IFO- Sinn dar). Griechische „Oligarchen“ haben von dieser Summe ca. 100 Mrd. abgegriffen, über Kredite von der griech. Zentralbank und diese Gelder anschließend ins Ausland verbracht. Weitere (etwa) 100 Mrd. wurden über die Jahre zur Erhaltung des Lebensstandards (Renten, Pensionen etc.) verbraten.“Lediglich“ der Rest , etwa 120-130 Mrd. gingen an die genannten Geldinstitute, Vers, Hedge-Fonds.

  2. Richtig verstanden hat der Eurokrat recht, denn man sagt ja: Bellende Hunde beißen nicht.

    Also aufgestanden, Griechen und Deutsche! Nicht reden, sondern spontan und massenhaft die Chefetagen der Globalbanksterpaläste und Lügenfernsehsender besuchen!

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